Ausgabe 
12 (22.8.1852) 34
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aufzuhellen. Wenn gleich die Zeit und Geschichte durch Thatsachen NieleS lehrte,wurden dennoch die katholischen Vereine die Organe, welche überall ihr Scherfleinzu dem großen Werke beitrugen. Es wurde aber nicht nur ein christliches,sondern mit Bestimmtheit und Klarheit ein katholisches Bewußtseyn geweckt; undmit der Erwachung dieses Bewußtseyns belebte, stärkte sich der Wille; erwachte dieThat: denn alles wahrhaft Katholische ist Leben und That, niemals bloßerGedanke und leere Abstraktion.

Und da eS sich im engern Sinne um daS Wohl Deutschlands handelte, sokonnte der Verein an jener Frage nicht vorübergehen, worauf einzig und allein dieEinheit und daS Heil Deutschlands könne gegründet seyn, und er sprach eS mitUeberzeugung aus, daß die Einheit Deutschlands einzig in dem Einen Glaubenkönne gegründet werden und daß die socialen Uebel nur durch die katholischeLiebe zu heilen seyen. Hier betrat der Verein das Gebiet seiner praktischen Wirk-samkeit. Der BonifaciuSverein ist als Schöpfung des katholischen Vereinszn betrachten, und die großartige Ausbreitung der Vincenzvereine wesentlichseiner Thätigkeit zuzuschreiben. Von dem bischöflichen Sitze zu Mainz ging einstensdie Einheit Deutschlands auS; in Mainz war die erste Generalversammlung. Derheilige BonifaciuS hatte durch den Einen Glauben die Einheit Deutschlands geschaffen; darum hieß der neu gegründete Verein Bonifaciusvercin. Die Zeithatte sich die Aufgabe gestellt, den Unterschied der Stände gewaltsam im Wege cerRevolution aufzuheben; der katholische Verein betrat den Weg der Kirche: sie läßtdie Stände, die Völker, die Nationalitäten bestehen und verbindet sie durch diekatholische Liebe.

Eine große Aufgabe bleibt noch zu lösen übrig; eS wird darauf ankommen,weitere praktische Resultate, wie die letztgenannten, zu erzielen. Möchte dieGeneralversammlung zu Münster dazu die Veranlassung bieten! Man wolle daherentschuldigen, wenn Schreiber dieses, ein Mitglied deS katholischen Vereins, auf einigePuncte aufmerksam macht, die der Generalversammlung Gegenstand einer ernstlichrnBerathung werden könnten, mit der bestimmten Tendenz zugleich, denselben, so vielmöglich, eine praktische Folge zu geben. Wir setzen auf die erste Stelle:

die katholische Universität,ohne darüber ein Wort hinzuzusetzen.Auf die zweite Stelle:

ein katholisches Missionshauszur Erziehung von Priestern, welche in protestantischen Gegenden wirken, um demBonifaciusvereine eine nachhaltige, dauernde und segensreiche Wirksamkeit zu vermitteln.Dann:

die Knabenseminare,um allseitig darüber die richtigen Ansichten zu vermitteln, ihre Nothwendigkeit für dieZeit zur Heranbildung eines tüchtigen WeltkleruS, worauf im letzten Grunde daSreligiöse Wohl Deutschlands , wie überhaupt aller Länder wird gegründet seyn, zuentwickeln und darzuthun, und zur kräftigen Unterstützung dieser Institute aufzu-fordern.

Auf die vierte Stelle:

die Marianischen Sodali täten und

die Gesellenvereinein ihrem Verhältnisse zu einander.Ferner:

die katholische Presse und

der katholische Preßverein.Endlich:

die christliche Kunst und

die Kunstvereine.Wenn ich den letzten Punct hervorhebe, so brauche ich kaum anzudeuten,