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aus den Wegen des Heiles umgürten überall straffer ihre Lenden und nehmen bren-nende Lichter in die Hand, damit sie den Ihrigen vorleuchtcn und so Alle den Valerim Himmel preisen. So erhebend eS ist, in allen Diöcesen Priestererercitien zu sehen,eben so erhebend ist cS, zu bemerken, wie bereits in allen Orden ein eifrigeres Lebensich zu regen beginnt, unv wie die meisten schon ihren erhabenen Beruf mit einemErnst erfaßten, der an die Zeiten erin«ert. als das von der Schmach der Ketzereiund der Empörung tief gebeugte und in seinem eigenen Blule fast ertränkte Böhmenaufstand, unv die Siegesfahne deS Glaubens binnen fünfzehn Jahren an allen Ortenaufpflanzte. Erst unlängst stand ich hart an der sächsischen Gränze an einem altenhalvverwitterten Eichenstamm; eS ist der Rest eines Kreuzes, welches aufgerichtetwurde, als dort die ewige Wahrheit einen der großen Siege feierte. Die D'öceseBudweiS schien am schwersten sich aufraffen zu können, aber man muß auch bedenken,daß dort einer der Koryphäen deS> JosephiniSmuS bis in die letzten Zeiten lenkendan der Spitze stand und sein Nachfolger eine so kurze Zeit lebte, daß er nur Wenigeszu Stande bringen konnte. Wie aber der gute Geist mächtig unter der Pricsterschaftwaltet, ist dieses ein erfreulicher Beweis, daß sich auf den ersten Ruf ihres gegen-wärtigen apostolischen Bischofs hundert vier und dreißig Priester zu den Exer-citien sammelten, und überdieß die wenigen PaireS «Zisterzienser , auS Hohensnrth,welche als Professoren in der Stadt wohnten, diesem kleinen Hause die Verfassungeines strenggeregelten Klosters zu geben beschlossen. WaS die Benedictiner, Cister-zienser und Prämonstratenser rühmlichst anstreben, ist allbekannt, und der mächtigeStamm der Kreuzherrn will sich durch eigene Erercitien stärken und dann gemein-schaftlich berathen, wie auch er am Besten zur Ehre der Kirche mitwirken könne!Seine Aufgabe scheint eine große zu seyn, man erwäge dieses, wie ihn die Vorsehungin der letzten Zeit von Schlacken gereinigt hat, wie kaum einen zweiten Orten, undwie er die herrlichsten Kräfte in sich vereint, welche sich allseitig Achtung verschaffen.— Der biedere P. Provincial der Capucincr bereiset eben seine Häuser und überallkömmt man ihm mit kaum geahnter Bereitwilligkeit entgegen, die alte ernste Zucht,unter der daS Herz so frei und freudig schlägt, in Aufnahme zu bringen. Wenn ichder andern ehrwürdigen Orden nicht erwähne, so geschieht eS nur, weil ich darüberkeine näheren Kenntnisse habe. In neuester Zeit haben sich die Societät Jesu unddie Congregation des allerheiligsten Erlösers niedergelassen; die erste übernahm dieLeitung deS KnabenseminarS in der Leitmerizer, die andern eröffneten ein Missions-haus in der Budweiser Diöcese. DaS Knabenseminar erwarb sich den Beifall selbstder Jesuitenfeindlichsten, und nachdem sich das dazu verwendete Schloß Politz alsungeeignet erweist, um die nöthigen Erweiterungen zu erzwecken, so wird Fürsorgegetroffen werden, damit man aiidere Räumlichkeiten gewinnt. Die Missionen beginnenwieder den 15. d. M. Mit lobenswerthem GlaubenSmuth beginnt auch "'BudweiSHeuer noch ein Knabenseminar, und die namhaften Gaben, welche seit der erst kürz-lich geschehenen Anregung deS Gegenstandes eingeflossen sind, sind ein« sprechenderBeweis, daß der Budweiser KlcruS zu dem opferwilligsten Böhmens gehört. Die«rneuerte Lebensfrische macht sich auch in den Frauenorven überall bemerkbar. DieElisabeihinen gründeten ein Waisenhaus, die Ursulinen nahmen sich der Zierde armerKirchen an, die barmherzigen Schwestern bauen bereits das zweite Jahr an einemgroßartigen Noviziate, um größere Kräfte, die sich allseitig herbeirrängen, cm stch zuziehen, und dadurch den vielen Arbeiten genügen zu können, die sich ihrem wohlthä-tigen Wirken allerorts darbieten, und neben dem Noviziate bauen sie zugleich einKrankenhaus, welches für die Kleinseite Prags von größter Wichtigkeit seyn wird.Die Schulschwestern werden hoffentlich nicht mehr lange auf Hirschau beschränkt seyn,sondern sie werden bald in einem bedeutenden Institute nicht nur Gelegenheit zueinem umfangreicheren Wirken, sondern auch zur Erziehung ihrer eigenen Gliederfinden. Und eS will uns gedünken, daß selbst die einstige leidige Bureaukratie min-der störend in das segensreiche Wirken der Kirche eingreift. So sind die Zeiten, woman Juden die Lieferungen von Hostien und Meßwein amtlich zuwies« wir hoffen «S