Ausgabe 
12 (10.10.1852) 41
Seite
321
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Zwölfter Jahrgang.

Sonntags-Beiblatt

zur

Augsburger PostLeitung.

10. October ^ 185s.

Dieses Blatt erscheint regelmäßig alle ESountage. Der halbjährige Abouuementsprei»kr.» wofür e« durch alle königl. bayer. Postämter uud alle Buchhandlungen bezogen werden kaun.

B r n un»

Hirtenschreibm des hochwürdigften L»nton Ernst,von Gotteö und deS apostolischen Stuhles Gnaden Bischof zu Brunn ic. .c.

Dem ehrwürdigen in Christo geliebten DiöcesankleruS unsern Gruß und Segen

in dem Herrn!

Gewohnt unserm geliebten KleruS die Kunde keines Ereignisses zu entziehen,daS ihn gemeinsam mit uns zur Freude und zum Preis der Erwärmungen GoiteSbestimmen kann, finden wir uns gedrängt, ihm den überaus tröstlichen Ersvlg derheiligen Mission bekannt zu geben, die in den Tagen vom 16. bis zum 23. Augustim hiesigen Provincial-Strafhause abgehallen worden ist.

Der Wunsch, seinen Pflegempfohlencn die Wohlthat einer geistigen Erneuerungdurch die Mission zukommen zu lassen, war in dem Seelsorger der benannten Siraf-anstalt wohl schon früher rege geworden, erhielt aber besondere Nahrung durch diefreudigen Wahrnehmungen, zu denen die in unserer Cathedra!- und in der Minoriten»kirche im Monate März d. I. abgehaltenen MissionSandachten so reiche Gelegenheitboten. Wir konnten diesen Wunsch nur genehmigen, und Se. Ercellenz der HerrStatthalter erklärte sich mit der dankenSwerihesten Bereitwilligkeit für die Verwirk-lichung desselben. So fiel eS nickt schwer, noch während der Mission im Frühjahredie Zusicherung der ehrwindigen Väter anS der Congregation deS allerheiligsien Er-löierS zu erhalten, daß sie zu den großen apostolischen Mühen, tie im Laufe deSSommerS ihrer harrten, auch die der Abhaltung der Mission im hiesigen ProvinciaUStrafbause fügen würden.

Wahrlich, nur Gott kann die Opfer lohnen, welche die Söhne deS heiligenAlphonS von Liguori immer und überall gleich freudig bringen, wo eS gilt, für daSHeil der unsterblichen Seelen zn wirken, Seelen zu retten, die durch daö Blut deSeingebornen Sohnes GolteS erkauft sind!"

Die Mission begann am 16. August Vormittags, und wurde in beiden Landes-sprachen durch den hochwürdigen Superior, P. Anton Mastalir, in Gegenwart derHerren Hausvorsteher, deren Mitwirkung zum guten Werke wir rühmlichst anerkennenmüssen, eröffnet und in beiden Sprachen durch acht Tage fortgesetzt. Die hochwür-digen Väter: Michälek, Richter, Hrebacka theilten die Mühen deS vorgenann-ten Missionsobern.

War eS von günstiger Vorbedeutung, daß schon zur Zeit der JubiläumSandacht763 Sträflinge freiwillig zur Haltung eines Fasttages sich erboten, um den Betrag,der so an ihrer Kost erspart würde, als JubilSumSalmosen für di« Armen und für