Ausgabe 
12 (17.10.1852) 42
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Abschied von der Gemeinde. Kaum hatte er hievon zu sprechen angefangen, da er»griff cS im heiligen Schmerze die Tausende der Anwesenden. Ein laureS Schluchzenbegleitete die weiteren Worte des hochwürdigen SuperiorS, und helle Thränen schim-mene», ja rannen aus eines Jeden Auge, das den dockwürdigen Paler besah. Ichsah Männer von gewaltiger Natur, die ich nicht für befähigt hielt, eine Zähre zuvergießen. Aber dennoch griffen auch sie zum Tuche, sich die Thränen abzutreiben,welche sie man fühlte eS wohl mit ihren Weibern und greisen Vätern, ihrenKleinen und Ehehalten um die lieben PalrcS vergossen. Diese Thränen waren dasschönste Gebet im Angesichts deS Himmels zum Herrn cmporgesendet für die vielenWohlihaten Seiner Gnade, die Er durch die Hände Seiner frommen Missionäre indie Herzen der Gläubigen ausstreuen ließ: sie waren aber auch der zeugendste Dankden Bemühungen der hvchwüroigen Väter gegenüber, welcher nie erlöschen wird.Hierauf ertheilte der hochwürdige Superior noch den feierlichen Segen der Kirche undinsbesondere deS heiligen VaterS, worauf die heilige Mission für geendigt erklärtwurde. DaS Allerheiligste, welches während der Schlußpredigt auf dem Altare aus-gesetzt war, ward sorann in großartiger und feierlicher Procession wieber in dieKirche zurückgetragen; von Ihm sodann daSTe Deum laudamuS" freudigst ange-stimmt und nach Abhaltung desselben noch der Segen gegeben, womit diese erhabene,mir und Vielen ewig denkwürdige Feier vollends schloß.

Die hochwürdigen Väter verwenden noch einen ganzen Tag auf die Bcsuchungder Kranken, um ihnen in ihren körperlichen Leiden die stärkenden Freuden deS Tro-stes uuv der Beseligung durch die Gnaden der Religion zu gewähren. Sofort reisensie am Freitage den Z4. Früh Morgens ab. An eben diesem Tage beginnt eine heiligeMission in Poiking im sogenannten Rottthal und bald auch andere in Regen, Rinch-nach, und BischofSmaiS , Pfarreien im Wald.

Schließlich noch dieses. Für zwei Stücke danke ich Gott : daß wir einen soeifrigen und frommen Regulär- und SecularkleruS haben und dann auch dafür,daß daS Volk noch einen so guten Willen zeigt. Endlich aber beseelt mich noch derWunsch, eS möchten alle Diejenigen, welche in ihrer Verblendung voll der Vorur-theile gegen die Missionen sind, eS über sich bringen, einmal einer solchen anzu-wohnen. ES würde nicht blos der Nebel, der vor den Augen ihres Geistes undHerzens ist, hinweagenommcn werden, sondern auch ihnen sich die Ueberzeugung bil-den, daß die Missionen, deren sich «die heilige Kirche in unsern Zeiten bedient, einRadikalmittel seyen, die Schäden unsrer Tage gründlich zu heilen, und daß man siemit Recht die Kanäle nennen kann, durch welche mit Zuführung der erfrischendenQuellen der Gnade GollcS Ehrfurcht gegen den Herrn und Sein heiliges Gebot,Gehorsam gegen die Kirche und ihre Vorsteher, Achtung und Anhänglichkeit undTreue gegen König und Vaterland in die Herzen deS Volkes einströmt und hiemitauch Segen, Heil und wahres Glück in jeder Hinsicht. Auf Euch endlich, hoch-würdige Bärer! ergieße sich im reichlichsten Maaße die lohnende Gnade deS Herrn IDaS Volk in dem Bewußtseyn, daß ihr eS wahrhaft beglücken könnet, liebt Euchals seine theuren Väter. In dieser Liebe möge Euer Lohn hier, in der ewigenGlorie aber, wo aller Verfolgung Ende ist, derselbe jenseits bestehen, kmt, Lst!

Die Crefelder Ausstellung mittelalterlicher Kunstgegenstände.

Es ist eine schon oft wiederholte Bemerkung, daß seit 1833 daS kirchlicheLeben in fortwährendem Wachsthum« und immer weiterer Ausbreitung begriffen sey.Wallfahrten, Bruderschaften, Vereine zu den verschiedenartigsten religiösen und kirch-lichen Zwecken, kirchliche Neubauten und Reparaturen, Missionen, Stiftung neuerund Reformation alter Orden und mehrereS Andere beweisen diese Behauptung.Namentlich zeigt sich der erweckte kirchliche Sinn in der Wiederbelebung der mittel-alterlichen Kunst, welche, ein Erzeugniß tiefer Religiosität, aus den Tempeln der