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nisft geschmückt. Auch daS Jnnungssiegel zeigt sei» Bildniß, und in der JnnungS-stube war sonst stets seine Abbildung zu finde». Ans solche Weise wollte» die ciltenInnungen ihrem Handwerke eine religiöse Weihe geben, sie wollten dadurch zeigen,daß die Jnnnng ein Verein katholischer Christen sey. Sie wollten damit ihren Glau-ben zu erkennen geben an die Gemeinschaft der Heiligen, und an die Wirklichkeit nndNützlichkeit ihrer Fürbitte bei Gott . Zugleich sollte der Handwerkopalron den JnnungS-Mitgliedern zum Beispiele der Tugend dienen, und ihnen den Beweis liefern, daßman auch im Handwerkerstande sein ewiges Ziel erreichen könne.
(Schluß folgt.)
Die Grundsteinlegung zur neuen Pfarrkirche in Haidhause»».
München , 17. Oct. Ein feierliches, ein Herz und Gemüth erhebendes Festwnrde heute in unserer braven Nachbargemcindc Haichausen begangen: das Fest oerGrundsteinlegnng zu der neuen Pfarrkirche, deren Bedürfniß längst so dringend gefühltwnrde, und deren Bau nun die Genehmigung Sr. Majestät deS Königs erhalten hat.DaS Wetter zeigte sich der ganzen Feierlichkeit ausnehmend günstig. Die ganze Ban-stätte war eben so sinnig als schön geschmückt. Von drei hohen Mastbäumen, dieda, wo das künftige EingangSportale und die beiden Scitenaufgänge sich befindenwerden, in der Mitte von grünem Buschwerk aufgepflanzt waren, wehten eben soviele mächtige Flaggen in den freundlichen Nationalfarben; drei andere befanden sichda, wo künftig Chor und Hochaltar zu stehen kommen werden. Für daS heute abzu-haltende Hochamt war ein provisorischer Hochaltar errichtet unter einer Reihe daskünftige Chor darstellender Bögen in gothischer Form, zu denen ein auö dem Gebälkegebildetes durchbrochenes Giebelfeld mit hohem Kreuze darüber führte. Alles dabeiverwendete Gebälke war mit frischem Grün umwunden. Im künftigen MittelgangcdeS Kirchenschiffs in einiger Entfernung vom Haupteingange war der Grundstein auf-gestellt, darauf lagen grüne Kränze mit blauweißcn Bändern und Schleifen verziert.Auf einem andern Postamente dabei lagen die sämmtlichen bayerischen GeschichtSthaler,Münzen und die goldene Uhr, welche mit in den Grundstein eingemauert werdensollten. Endlich war dort auch die Steinplatte aufgestellt, auf welcher der GrundrißdeS vom Herrn Civilarchitecten Berger entworfenen und nun von ihm auszuführen-den Neubaues zu sehen war. ES mochte etwa 9'/4 Uhr seyn, als daö Glockengeläutevon der alten Pfarrkirche her den Ausgang der feierlichen Proccssion von dort nachder Baustätte verkündete. Die Schuljugend eröffnete dieselbe, ihr folgten die Zög-linge verschiedener Wohlthätigkcitsinstitnte, die Bruderschaften und Gcwerke mit ihrenFahnen, und dann die bei dem feierlichen Acte selbst betheiligten Werkleute mit ihrenInstrumenten, sämmtlich in der Kleidung ihreö GewerkcS mit Hut und Schurzfellund in Hemdärmeln; dann folgte die zahlreiche hohe Geistlichkeil, in deren Reihenwir auch den für das Zustandekommen des nenen Kirchcubaucs, im Zusammenwirkenmit der Gemeinde- unv Kirchcnverwaltung so unermüdlich thäligen und darum sohochverdienten, würdigen Pfarrer der Gemeinde Haidhause », Herrn Walser bemerkten.Als Se. Erc. der hochwürdigste Herr Erzbischof Graf v. Reisach, assistirt vo» denHerren Domprobst v. Deutinger, Dompfarrcr und Domcapitular Schmid und nocheinigen andern Herren Capitularcn, und gefolgt von den Mitgliedern der Gemeinvc-und Kirchenvcrwaltung, so wie deS BauauSschusseS, herankamen, ertönte Musik undTrommelschall von Seite der um die Kirchenfuudamente her aufgestellten Landwehr-vataillonc; segnend hielt der hohe Kirchenprälat im erzbischöflichen Ornate mit Jufulund Stab seinen Einzug. An der Schwelle deS Neubaues angelangt empfing ihnder von Sr. Majestät dem Könige allergnädigst mit Vornahme deS CivilacteS beauf-tragte Herr Regierungspräsident Graf v. Neigersberg, an der Spitze der sämmtlichenBeamten, mit einer kurzen Anrede nnd der daran geknüpften Einladung, sofort zurVornahme der kirchlichen Einweihnng zu schreiten. Diese erfolgte denn auch sogleich