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Sende uns deinen Geist und sie werden erschaffen werden, und du wirst erneuemdie Gestalt der Erde.
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Glaub-nstöne aus der Mark.
(Fortsetzung.)
So nenne ich kirchlich revolutionär, oder entschieden afterreformatousch, daßman im löten Jahrhundert — die Unterwelt freilich keineswegs, — aber wenig-stens die Lehre von derselben mir Stumpf und Stiel bei seiner Partei schnöderWeise ausrottete, um dafür unter dem Rufe: FreiheitI Freiheit! seinem gläubigenVolke, wahrhastig, mit der absoluten Hölle auf den Nacken zu rücken! — Ein vor-trefflicher Tausch in der That, welchen die sich selbst Täuschenden und durch sie Ge-täuschten gemacht haben! — Die Unterwelt hat aufgehört zu seyn,---weil
es ungnädigen Herrn des löten Jahrhunderts der Christenheit beliebt, also zudecretiren." „Sehen wir also unbefangen, dann kann uns nicht entgehen, daß derSturm des löten Jahrhunderts eigentlich, wie gegen eine Bastille, gegen den Ker-ker GotteS , gegen daS Gefängniß, darein man geworfen wird, bis daß manden letzten Heller bezahle, mit Einem Worte, gegen das Fegfeuer, diesen Ort derQual in der Unterwelt, gerichtet ist. Denn erst mit dem Aufhören dieses eigen-thümlichen Theils der Kirche Gottes kann ein Dualismus in der Kirche durchdringen,wie ihn die reformirte Kirchengesellschaft in sich consequenter als daS Lutherthumdurchgebildet hat; erst damit können nun auch die heilsamen Gnadenmittel Christi inSeiner Heilsanstalt, der Kirche, welche sich bis auf diesen Theil derselben erstrecken,namentlich das Meßopfer, mit besserem Erfolge bestritten werden. Nur so kann damiteine weitere, beliebige Verstümmelung der Gnadenmittel der Kirche Jesu Christi über-haupt erfolgen. Also um so zu zerstören, siedelt man die Seinigen, wahrlich allzu-hastig, sofort in den Himmel über I Dort sollen sie seyn, weil man eS in Oppositiongegen die katholische Kirche so will! — Aber ist diese Illusion wohl zuträglich?Heißt daS Fortentwickelung nach der Ordnung Gottes? — Oder man wirft Andere,z. B. die Katholiken als Götzendiener und Anttchristen, und damit doch, recht gesehen,seine frommen deutschen Vorfahren, Väter und Mütter selbst, unbarmherziger Weise— so wahr eS Gott und der Heiland anders meint — in die ewige Hölle undVerdammniß." —
Wie der Verfasser in seiner Ansicht von der Kirche ganz auf katholischem Stand-puncte steht, so spricht er sich ganz im katholischen Sinne über die wichtigsten Wahr-heiten unseres Glaubens aus, wie z. B. über daS heilige Meßopfer, TranSsubstan-tiation, Beichtanstalt u. s. w. und belegt überall den Glauben der Kirche, der auchsein Glaube ist, durch die schlagendsten Argumente. Wo der Glaube an die Kircheda ist, da folgern sich die einzelnen Wahrheiten dieser Kirche, wie die Folgesätze ausdem Hauptsatz.
Wie aber der Verfasser dem Glauben der katholischen Kirche nicht bloß Gerech-tigkeit widerfahren läßt, sondern ihn selbst vertheidigt und bewahrheitet, so auch dieDisciplin der Kirche. Hören wir, was er unter Anderm in einer längern Anmer-kung in seiner Schrift vom Cölibate sagt: „Man eifert bei uns gegen das Cölibatder Geistlichen: 1) weil die Natur bei dem Manne ihr Recht fordere, 2) weil eSunmöglich sey, daß ein Stand von so viel tausend Männern ohne Ehe rein in Betreffdes sechsten Gebotes leben könne. Die Behauptung sä l hängt mit der protestanti-schen Lehre von der absoluten Sündhaftigkeii zusammen, wogegen sich die Lehre vondem freien Willen geltend machen läßt. Auch beweist ja die Erfahrung, daß sogarvon dem schwächern Geschlechte so viele tausend? von Jungfrauen unter unS, welchekeinen Mann finden, dennoch rein zu leben vermögen. Bilde man sich mehr alsweibisch nur nicht ein, eS kann nicht gehen, sondern erhebe man sich zu dem männ-lichen, moralischen Entschluß: es soll und muß gehen! und beobachte dabei einechristlich weise Disciplin, so geht es. Geht eS doch auch bei evangelischen Predigt-