Ausgabe 
12 (31.10.1852) 44
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amtskandidaten, welche ihr vierzigstes Jahr jetzt erreichen, bevor sie einen Pfarrdienstbekommen, auf welchem sie dann heirathen können. ^,6 2. Daß die Ehe daS Mit-tel sey, sich rein zu halten von der Sünde contra sextum und eS nicht vielmehr dieGottesfurcht mit der moralischen Willenskraft eines Joseph bleibe, läugne ich unbe.dingt. Denn warum lehrte doch sonst die Erfahrung, daß Tausende, ja leider auchunter uns Deutschen jetzt Hunderttausende, die Ehe nicht vor Unkeuschheit schützt, auchnicht einmal protestantische Geistliche" u. s. w.

AuS dem oben Angeführten ist zum Theil schon ersichtlich, welche Ansicht derVerfasser vom Fegfeuer habe: eS sey uns vergönnt, auf diese Anschauung genauereinzugehen, um die Katholicität deS Verfassers auch hierin kennen zu lernen. Könnenwir nicht so genau in seine Entwickelung eingehen als wir eS wünschen, so mögendie engen Räume dieses Blattes zur Entschuldigung dienen; Alles, waS der Verfassersagt, ist Hörens- und wissenswerth.

Wie die Katholiken bekennen auch die Protestanten im apostolischen Symbolum:vesosnclit inkerc>8. Was wird nun unter intsri verstanden. Inkeri ist die Unter-welt, und diese kann nach einem dreifachen Sinne genommen werden: s) als Aufent-haltsort der vor Christus abgeschiedenen Seelen der Gerechten, als Paradies in derUnterwelt, zu welchem die abgeschiedene Seele Christi niedergegangen ist, und zwarin der Absicht, diesen Gerechten in limbc» patrum, in Abrahams Schooße, die voll-brachte Erlösung anzukündigen und sie auS dem Zustande der Gefangenschaft (deSHarrens) in den frohen Besitz der übernatürlichen Seligkeit einzuführen, deren siebis dahin noch entbehrt hatten; b) Interi ist weiter der Aufenthalt der noch nichtgeläuterten Seelen der Gerechten, also die Hel, oder Hölle, auch im altnordischen und germanischen Sinne: o) weil die Substanz der Flamme, in welcher die dort zurLäuterung Befindlichen Pein leiden, auS dem Tartarus stammt, auS der absolutenHölle, in welche Christus nimmermehr niedergegangen ist, nennt die Kirche nichtfalsch diesen Ort der Qual in der Unterwelt auch wohl Hölle, wie schon die Altenso Tartarus und EreboS anwenden."

Die Unterwelt besteht also, ganz conform der katholischen Lehre (vergl. Lato-vkigrn. komsn.) i) aus dem limbus pstrurn, 2) dem Fegfeuer-----HadeSScheol,3) der absoluten Hölle Tartarus ErebuS Gehenna. Den limbus pstr. unddaS Pvrgatorium faßt der Verfasser in dem HadeS zusammen, sagt, der HadeS habezwei Abtheilungen a) limb. pstr. als Vorhalle des Himmels, Paradies; b) den Ortder Qual als Vorhalle der Hölle, und stellt folgende Sätze auf:

1) ES gibt einen HadeS, den Ort eines Mittelzustandes von dem Tode biszur Auferstehung. Er ist von dem Grabe zunächst, dann aber auch von Himmel undHölle verschieden.

- 2) Dieser HadeS besteht aus zwei Abtheilungen, auS dem Paradiese, welchesdie Vorhalle deS Himmels ist, und aus dem Gefängnisse, welches eine Vorhalle derHölle ist.

3) WaS lehrt die Schrift über den Zustand der Seelen in beiden Abtheilungen?

4) ES gibt für unS eine Gemeinschaft mit den Heiligen deS Himmels und deSParadieses, und welche?

5) ES gibt für uns eine Verpflichtung in Betreff derjenigen, welche in demGefängnisse deS HadeS sind.

(Schluß folgt.)

Nordamerika .

Die auf dem ersten Nationalconcil der vereinigten Staaten zu Baltimore ver-sammelten Prälaten, sechs Erzbischöfe und sechsundzwanzig Bischöfe, haben unterdem 20. Mai ein Schreiben an die Präsidenten und Direktoren der Gesellschaft zurVerbreitung des Glaubens zu Lyon und Paris erlassen. Sie berichten, daß sie