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durch Acclamation beschlossen hätten, daß der Verein zur Verbreitung des Glaubensin allen Diöcesen eingerichtet werden sollte, in Anerkennung dessen, was die katho,lische Kirche der vereinigten Staaten diesem Vereine verdanke. Sie sagen weiter:Die Väter deS Concils erinnern sich noch der Zeit, als sechs Bischöfe die Kirche inden Vereinigten Staaten regierten, und jetzt zählen sie eben so viele erzbischöflicheKirchen. Die Hierarchie besteht jetzt auö dreiunddreißig Prälaten, und bald werdenzwölf neue Mitarbeiter dieser Zahl zugefügt werden. Welche glorreiche Zukunftwartet unser, ich wage zu sagen, oder wir wagen zu sagen, gehört schon unS!DaS Werk unserer Schöpfung entwickelt sich wie in der Vergangenheit, wetteifert anSchnelligkeit mit der Entwicklung des Landes, und erstreckt sich bis zum stillen Ocean.Wir dürfen daher hoffen und glauben, daß in fünfundzwanzig Jahren oder etwaSspäter der amerikanische Theil der katholischen Kirche eben so viele bischöfliche Stühlezählen wird als die ältesten europäischen Königreiche. Ist dieses rasche Wachsthumder wahren Kirche in diesem Theile der neuen Welt, wo die Vorurtheile des Irr-thums so tief wurzelten, wo Reichthum und Einfluß sich feindlich bewiesen, wo diegrößte Armuth unser geringstes Hinderniß war, nicht ein Wunder der Vorsehung?—Aber Gott wußte, daß ein bedeutender Theil der Bevölkerung von Europa nachNordamerika auswandern würde, darum erneuert er die Wunder des ApostolatS undder Missionen, — deßhalb flößte er den Gedanken eurer Gesellschaft ein, und umgabsie mit der Fülle seines Segens, und so bietet sich die in der Kirchengeschichte einzelnstehende Thatsache dar, daß eine kleine Zahl von Laien, welche von der christlichenLüde zuerst die Mission empfingen, unter dem Schutze deS heiligen Stuhles dieNähreltern aller Missionen der katholischen Kirche wurden. Zum Schlüsse empfehlendie Prälaten die vielfachen Bedürfnisse der amerikanischen Kirche, besonders der imOregon , und erinnern daran, daß sie für die geistliche, oft auch für die körperlicheExistenz von wenigstens 200,000 Katholiken zu sorgen haben, welche jährlich vonEuropa ankommen.
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Auch ei» Märtyrer.
DaS „PittSburgh Journal" erzählt folgende wahre Begebenheit aus dendreißiger Jahren. Ein Gutsbesitzer in Kentuckv hatte einen frommen Neger, den erim Ganzen mild und menschlich behandelte; abgleich er selbst nicht zu den Tugend-spiegeln im Lande gehörte, pflegte er die Christlichkeit seines Negers als ein Mirakelherauszustreichen. Eines Sonntags hatte er Besuch; eS wurde hoch gespielt undstark getrunken. DaS Gespräch kam, wie gewöhnlich, auf daS schwarze Gesinde,und der Hausherr prahlte mit seinem Neger, der „die Religion gekriegt," und siefest halte. Sein Gast lachte und rief: „Dummes Zeug! Ich will jedem Schwarzenin einer halben Stunde seinen Gott aus dem Leibe peitschen." Der Hausherr wider-' sprach, und eS kam zu einer Wette! Man rief den armen Neger, und die beidenjovialen Ehrenmänner sagten ihm eine schauerliche und gotteslästerliche AbschwörungS-formel vor, mit dem Bedeuten, er habe kein Recht, den Christen zu spielen, wieseine weißen Herren; er müsse augenblicklich den Glauben an den Heiland ablegen,oder sich darauf gefaßt machen, zu Tode gepeitscht zu werden Der unglückliche alteMann erstarrte vor Schrecken, er kannte den grausamen Ernst von Pflanzer-Späßen,faßte sich aber bald, und rief: „Nein, Massa! Bitte, Massa, kann nicht! Christus,er für mich gestorben seyn! Bitte, Massa!" Seine Bitten blieben fruchtlos und! die Probe begann. Bald fiel der Neger unter den Streichen der Treiber in Ohn-macht. AIS er zu sich kam wurde die erste Aufforderung wiederholt. Blutend,stöhnend und mit flehenden Blicken rief der Schwarze: „Herr sey gepriesen, Massa!Kann nicht, Massa! Christus, er sterben für mich, ich sterben für Christus!" Dader Gast auf der Ausführung deS Experiments bestand und betheuerte, er könne dieWette nicht aufgeben, wurde die Operation fortgesetzt, bis der Gast — verlorenhatte. Der Neger starb unter der Peitsche. Man glaubt eine Geschichte aus den