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Zeiten der römischen Christenhetzen zu lesen; aber die Römer unter den ersten Zmpe,ratoren waren Heiden und nicht selber Christen wie ihre Opfer.
T r e v i f o.
Der hochwürdigste Herr Bischof von Treviso , Giov. Antonio Baron Farina,richtete bei der Visitation seines Kirchensprengels ein Hirtenschreiben an den Klerus,in dem er den Vorwurf „aufstachelnden, übertriebenen Eifers" zurückweiset, denman ihm gemacht, weil er die Zeitschriften „Civilta Cattolica und Bilancia" empfahlals Muster periodischer Journale, welche den Muth haben, die Fahne der Ordnung,der Treue mit Kraft zu entfalten. WuS er bei dieser Gelegenheit über Klugheitund Entschlossenheit sagt, wird mit Nutzen auch in weiteren Kreisen als die seinerDiöcese gehört und beherzigt werden. „Wir wissen, wie das Wort Klugheit sehroft mißbraucht wird, um verwerfliche Furcht zu verhüllen. ES dient als MaSke derFeigheit, als Schminke deS EgoiSmuS. In unserm Falle wäre Schweigen daS Einewie das Andere. Sollen wir etwa, um die häusliche Ruhe nicht zu stören, umnicht zu ermüden, dem Fortkommen nicht zu schaden, die Pflichten deS Standes undGewissens vernachläßigen, die großen Interessen der Kirche und der Religion preis-geben? Schlafend sitzen, während jene Geister, welche die Lichter der Welt seynsollen, verkehrten Meinungen folgen und so die Irrthümer noch ausbreiten? Sollenwir eS einsehen, daß eS gut wäre, die Wahrheit an den Tag zu bringen und den-noch den Mund verschließen? Nein! wir schämen uns der Freiheit deö Evangeliumsnicht. In der Ueberzeugung, daß die Wahrheit Einige enttäuschen werde, oderwenigstens als Zeugniß dienen, daß wir jedes Einverständnisz mit demagogischenRathschlägen zurückweisen, zeigen wir offen unsern Abscheu vor allen Jenen, die daöfreie Wort mißbrauchen, daö Vaterland an den Rand deS Abgrundes bringen,während sie Liebe dafür im Munde führen. Die Verantwortung, welche wir vordem Richterstuhle GotteS, nicht der Liberalen haben, liegt uns auf der Seele. Lobist ein Magnet, der unS nicht zieht; Schimpf ein Stachel, der unS nicht verwundet;elend wäre eS, Drohungen zu beachten. ES wird geschehen, was Gott gefällt.Um jeden Preis wollen wir das Gute thun, und da man unS sagte, daß dieseErklärung nützen könne, leisteten wir sie bereitwillig zur Ehre Gottes. Wäre eöMuth beim Soldaten, wenn er voraus die Wunden bedächte, denen cr sich für diegerechte Sache aussetzt! Wir sind aber Soldaten. Antwortet den Tadlern durchThaten. Solchen Beweisen kann man keine Sylben abstehlen. So war es bis nununser höchster Triumph, daß ihr Alle für die „Civilta Cattolica" einstandet.
Am Feste deS heiligen Rosenkranzes hat in der frühern Dominicanerkirche zuGabel in einem herrlichen Baue die Mission begonnen. Die Missionäre haben meh-rere Kräfte an sich gezogen, um dem größern Andränge genügen zu können. Sehrzweckmäßig halten sie dort auch um eilf Uhr eine Previgt, welche durch ein tieferesEingehen in ControverSpuncte wegen deS häufigen Verkehres mit dem protestantischenNachbarland von Katholiken und Protestanten mit großem Interesse vernommen wer-den. In jenem Winkel Böhmens , wo fast alle Seelen zusammengedrängt sind, und'in der letzten Zeit sich auch Mohamedaner zusammengesellen wollten, flammt der alteHaß hie und da auf. So ist zu Sl.. . unlängst erst Blut geflossen. Ein Fleisch-hauer eegoß sich in die schändlichsten Schmähungen und Verwünschungen der heiligenkatholischen Kirche; ein junger Mensch, der dieses anhören mußte, gab ihm darübereinen Verweis, worüber der Fleischer in eine solche Wuth geriet!), daß er dem armenMenschen das Messer in den Leib stieß. Am zehnten Tage war er noch in Lebens-gefahr. (Kath. Bl. a. T.) __
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