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Volke hinweggerafft, aber die Kirchen in Connemara waren doch immer gedrängt voll,und namentlich bildete die Jugend einen beträchtlichen Theil.. ES zeigte fich auchkeine Spur von dem sogenannten JumperiSmuS. Die Zahlverminderung in Folge deSHungers und der Ausweisung wurde durch den erhöhten Eifer der Bevölkerung ersetzt,die sich ernstlich bemühte, dem nachtheiligen Einfluß derjenigen, welche sich gleichgiltiggegen die heilige Religion benahmen, entgegenzuwirken.
Weiter schließt man auch auf den Fortschritt der Reformation von der Zahl derBibelleser, welche auf der Küste zerstreut wohnen! Welch schlagender Beweis für c>ieUebertritte der Eingebornen! — Diese sehen mit Verachtung und Hohn aus die Be-trüger. Wo das Aas ist, da sammeln sich die Adler, und eS hat gewiß niemals einWasserrabe mit einem sichereren Instinkt seine Wohnung gefunden, als diese reisendenKirchendiener und unberufenen Prediger die Stellen treffen, wo englische Gutherzig-keit für die irländischen Recruten reichlich fließt. Nun, sie bauen doch Kirchen! DieSteine müßten sprechen, und könnten, wenn sie in den kalten Mauern der Versamm-lungSplätze in der Einsamkeit zu Menschen würden, zum Zeugnisse über die Zahl derVersammlungen aufgefordert werden.^
Man sollte meinen, eS wären bei der Zählung von 1641 (glaub' ich) so vieleprotestantische Pfarreien mit sehr ausgedehnten Kirchenländern und Kirchen mit ragen-den Thürmen in Irland ohne einen einzigen Protestanten vorhanden gewe-sen, daß man auf immer die Wiederholung der höhnenden Bemerkung, der Prote-stantiöm folge den protestantischen Kirchen nach, verhütet hätte. Ew. Excellenzwerden meine Behauptung besser verstehen, wenn ich mich auf die Pfründe des Pfar-rers Marly zu Annadown berufe. Dieser mußte mehrere Jahre lang — er erreichteein schönes hohes Alter — geduldig die Rückkehr seines katholischen Küsters aus derheiligen Messe abwarten, damit ihm derselbe bei seinem einsamen Gottesdienste dasAmen antwortete, denn er hatte sonst Niemand bei sich. Obgleich diese Abhaltungseines SonntagsgotteödiensteS traurig genug war, so konnte er sich doch nach einerlängern Abwesenheit von Wochen, Monaten, ja von einer ganzen Reihe vonJahren rühmen, daß kein einziges Schäflein seiner Heerde ohne seine Gegenwartgestorben sey.
Solche Vorfälle, mögen sie nun spaßhaft oder traurig seyn, müssen selbst inder ernsthaftesten Stimmung ein Lächeln hervorrufen. Aber selbst der roheste undverworfenste Mensch hat doch ein Gefühl für Recht und Gerechtigkeit, welches fichgegen die Fortsetzung eines solchen Unwesens sträubt. So gut wie Connaught könntejede Provinz in Irland und vorzüglich Munster noch manchen solchen Marly auf-weisen, abgesehen davon, daß die protestantischen Polizei- und Zollbeamten kürzlichin der Nähe einer solchen Kirche eines Pfarrers ohne Pfarrkinder angestellt und somanche künstliche Gemeinden gebildet werden. Und zur Verewigung solchen Possen-spielS, welches der katholischen Bevölkerung so lästig und für die Regierung so unan-genehm ist, will man die Errichtung von kleinen Kammern — den Namen Kircheverdienen sie nicht — noch weiter treiben? Solche unsinnige und unnütze Plänesollten doch endlich einmal aufgegeben werden. Diese so lange mißbrauchten kirch-lichen Fonds sollten nach Abzug der Leibrenten ihrer jetzigen Inhaber ihrer ursprüng-lichen Bestimmung gemäß für fromme Zwecke der Nächstenliebe und Erziehung fürKatholiken verwandt werden. Zu lange sind diese Einkünfte verschleudert worden,ohne andern Erfolg als die Fortpflanzung von Mißstimmung und die Aufrechthal-tung eines unseligen Einflusses. Es würde ersprießlich seyn, wenn diese Gelder zurErbauung und Fundirung katholischer Schulen und zur Erbauung katholischer Kirchen,und so weit die Ueberschüsse reichen, zum Ankauf katholischer Ländereien verwendetwürden, alle frei und unabhängig von einer mißtrauischen Einmischung von Seiteder weltlichen Macht, wie eS zuerst war, ehe diese Fonds ihren frommen Zweckenentzogen wurden. Nur unter diesen Bedingungen werden sie zurückgefordert, undunter keinen andern werden sie angenommen. Unter diesen Umständen würde eS eingroßer Fehlgriff seyn, sie vorenthalten zu wollen. Es ist dieß nur eine gerechte