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und zwar späte Rückgabe von Eigenthum, welches lange seiner rechtmäßigenBestimmung entfremdet war. Und was unsere Zukunft — daS tägliche Brod deskatholischen KlcruS — angeht, so wird der sich ausschließlich auf jene reiche Quelle,die bisher niemals versiegte, auf die freiwilligen Beisteuern eines dankbaren Volkesverlassen. Und dieses wird mit zunehmender Begeisterung seinen religiösen Pflichtengeniigen, wenn es erst durch schützende Maaßregeln die Früchte seines Fleißes genie-ßen kann. Was die protestantische Kirche angeht, so dente man doch nicht längermehr an deren Aufrechthaltung in Irland . Man behandelte sie vielmehr wie dieFreihandelsfrage und stelle der unvermeidlich nothwendigen Fortentwickelung anheim,was ein Staatsmann nicht hemmen kann. DaS katholische Volk dieser Gegend wirdnicht eher ruhen, bis eS ihre gesetzliche Aufhebung erlangt hat. — Die Art liegtbereits an der Wurzel deö BaumeS, und da die Zeit daS fluchwürdige Verderbenseiner Früchte nur zu gut dargethan hat, so wird man vergebens seinen unvermeid-lichen Fall aufzuhalten suchen. Ich habe die Ehre zu verharren
Ew. Excellenz gehorsamer Diener
-j- John, Erzbischof von Tuam .
(Schi. K. Bl.)
Bamberg , 6. Nov. Um in der Darstellung der dermalen dahier stattfinden-den überaus großartigen Mission fortzufahren, so handelte am letzten Samstag dieerste Predigt vom Geize (P. Fruzzini), die zweite vom Mißbrauch der Rede (P.Ottiger), die dritte abermals von den Pflichten deS Ehestandes (P. Roder), dievierte vom Glauben (P. Anderledy); am Sonntag als dem Anfange der zweitenMissionSwoche die erste von Christus als unserm Beispiel (P. Ottiger), die zweitevon der Bekehrung deS Sünders (P. Fruzzini), die dritte von der Verehrung Maria,außerordentlicher Weise in der Pfarrkirche zu U. L. Fr. gehalten (P. Roder), die viertevon der Gottheit Christi (P. Anderledy); am Montag die erste von der Genugthuung(P. Fruzzini), die zweite von der Verehrung der Heiligen (P. Roder), die drittevon der Gleichgiltigkeit in Betreff des Glaubens (P. Anderledy), die vierte von denMerkmalen der wahren Kirche (P. Roder); am Dienstag die erste vom Gebet (P.Ottiger), die zweite vom Gebet für die Verstorbenen (P. Fruzzini), die dritte von demLehr-, Priester- und Regierungsamte in der Kirche (P. Anderledy), die vierte von derHabsucht (P. Roder); am Mittwoch die erste von der Menschenfurcht (P. Ottiger),die zweite vom Oberhaupte der Kirche (P. Anderledy), die dritte von den Pflichtender Dienstboten (P. Roder), die vierte von der Versöhnung der Feinde (P. Roder);am Donnerstag die erste von der rechten Beicht und Communion (P. Fruzzini), diezweite von der unwürdigen Beicht und Communion (P. Ottiger), die dritte von derGegenwart Christi im heiligen Altarssakrament (P. Anderledy), die vierte von denaus dieser Gegenwart sich ergebenden Pflichten (P. Roder). Am Schlüsse der letztenfand die feierliche Abbitte vor dem Allerheiligsten in Anwesenheit Sr. erzbischöflichenErcellenz und eines zahlreichen Klerus statt.
Am letzten Sonntage so wie am Feste aller Heiligen und dem Gedächtniß-tage aller Seelen war daS Zuströmen von auswärtigen Andächtigen ein außerordent-liches und bot ein dahier vielleicht noch nie gesehenes Schauspiel. In der großenMifsionSkirche fand man während der Predigten kaum mehr ein freies Plätzchen vonden Stufen des Hauptallars bis zur großen Pforte, welche offen stand, um auchden außerhalb Stehenden nach Möglichkeit Gelegenheit zum Hören deS göttlichen- Wortes zu geben. Wer einmal in der Kirche einen Raum zum Stehen erlangt hatte,mußte unbeweglich stehen bleiben. Außerdem waren die übrigen Pfarrkirchen so wiedie Kirche zu St. Jakob gedrängt voll von Beichtenden. Das Volk auS allen Stän-den und mitunter von weiter Ferne wogte in der Art durch die Straßen zu denKirchen, daß die ganze Stadt das Bild einer großartigen, wohl geordneten, bedeu-