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legte, auf dem, trotz aller Sturmwirrcn der Zeit, Gottes Segen sichtbarlich ruht.Der gottbeseelte Kunstfreund findet darin eine glückliche Vorbedeutung für den Welter-bau, daß sich durch Versetzung der Zahlen 1842 merkwürdiger Weise das Jahr derersten Grundsteinlegung 1248 wieder findet, diese Zahlen sich in geometrischer Ord-nung folgen und dabei gerade die wichtigsten sind, deren sich die altdeutschen Bau-meister bei ihren Entwürfen bedienten, nämlich das 4 und 3 Ort; addirt man dieZahle» 1 und 2, so erhält man 3, so wie diese zu 4 addirt die Zahl 7 gibt.
Bamberg , 13. Nov. Wir theilen den weitern Verlauf und Schluß derhiesigen überaus großen und glänzenden Mission mit. Am Freitag der zweiten Mis-stonSwoche handelte die erste Predigt von dem Meßopfer l?P. Ottiger), die zweitevon der äußern GotteSvcrehruug (H. Anderledy), die dritte von den Tugeudbünd-nisscn (P. Roder), die vierte von dem Leiden Christi (P. Fruzzini); am Samstagdie erste von der Sonntagsseier (P. Anderledy), die zweite von der Vernachlässigungder Rückkehr zu Gott (P. Ottiger), die dritte vom Ablaß (P. Roder), die viertevon der Erneuerung des Taufgclübdes (P. Rover). Die letzte endigte mit einerentflammenden Ermahnung an die weibliche Schuljugend, welche in großer Anzahlmit weißen Kleidern angethan und mit brennenden Kerzen in den Händen den Hoch-altar umgab. Am Sonntage als dem 15. und Schlußtage der Mission handelte dieerste Rede von der Dankbarkeit deS zu Gott Bekehrten , welche sich in der wahrenchristlichen LebenSordnung auSsprechen soll (P. Fruzzini), die zweite von der Beharr-lichkeit im Guten (P. Anderledy); die dritte als die Schlußrede von der Schönheitder Kirche (P. Roder). Am Tage des Schlusses hielten Se. Excellenz der hvchwür-digste Herr Erzbischof daS Hochamt. Nach der Schlußrede fand die Weihe des inder St. MartinSkirche auf dem Kreuzaltar aufgestellten MissionSkreuzcS durch HerrnP. Roder statt. Während dieses heiligen Actes sangen die Alumnen deS Klerikal-seminars den erhabenen HymnuS: „0 crux, avv speg um'oa!" Darnach intonirteSe. erzbischöfliche Ercellenz, umgeben von dem hochw. Domkapitel, das ?o veum.Das andächtige Volk sang in wahrer Begeisterung drei Strophen des AmbrosianischenLobgcsanges, worauf der Segen mit dem Allerheiligsten gegeben wurde. Nun sprachunser hochwürdigstcr Obcrhirt mit Worten der tiefsten Gemüthsbewegung, der Kraftnnd der Liebe, welche die Umgebung zu Thränen rührte, den ehrwürdigen Väternfür ihr wahrhaft apostolisches, begeistertes Wirken in der bisherigen Mission seinenDank auS. So wie die Stadt und das BiSthum Bamberg der Missionäre stetsgedenken werden, so möchten auch sie für die Stadt und das BiSthum Bamberg immerdar beten, damit der von ihnen ausgestreute Same deS Guten bleibende Früchtetrage. Endlich ertheilte der hochwürdigste Herr Erzbischof den vor ihm kniecndenVätern den obcrhirtlichen Segen. Alles war tief ergriffen und Freudenthränen strahl-ten in den Augen Aller. Mehrere der Pfarrgeistlichkeit hiesiger Stadt geleiteten inder Kirchenkleidnng die Väter zu ihrer Wohnung in das Klerikalseminar. EineMenge Volkes schloß sich ihnen an, den Vätern ihren Dank ausdrückend. DerSchlußfeier wohnte eine solche Menschenmenge bei. daß in den untern Räumen derSt. MartinSkirche nicht nur Mann an Mann stand, sondern auch alle Emporen,Tribunen und Fensternischen von Andächtigen angefüllt waren, und Tausende dieKirche von Außen umgaben, um wenigstens in der Nähe des Hauses Gottes wäh-rend der großartigsten Feier zu seyn. Eine Schaar weißgekleideter Mädchen umgabdie Stufen des HauptaltarS, Blumensträuße und Kränze in den Händen tragend,welche sie am Schlüsse den geliebten Vätern überreichten.
Abends sechs Uhr brachte eine Deputation von Bürgern denselben ihren Dankdar. Herr MagistratSrath Kauschinger sprach das Wort in schöner ergreifenderRede und überreichte dem Supcrior P. Roder zum Andenken ein prächtiges Diplom.