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Auf einer mit vielen Unterschriften bedeckten Pergamentrolle stehen in herrlicher Schriftfolgende Worte des DankeS: „Ehrwürdige Väter! Wenn es dankbaren Kindern einAugenblick der seligsten Freude ist, ihren guten Eltern den Beweis ihrer Liebe dar-bringen zu können, so ist es uns unterzeichneten Bürgern der Stadt Bamberg einwohlthuendes Gefühl, Euch, hvchwürdige Väter! die Gefühle unserer innigsten Dank-barkeit und Liebe zu offenbaren, und unser einziger Wunsch ist, daß Ihr, gute Väter!solche Darlegung unserer Gefühle gerne genehmigen möget. Ja ewig sind wir Euchin Dankbarkeit verpflichtet für die Umwandlung so vieler sündiger Herzen, sür dieTröstung und Stärkung so vieler bekümmerter Seelen, die durch Euer Wirken beiuns, durch Eure Mühe und Aufopferung für uns mit der Gnade unseres GotteShl wirkt worden ist; und zu einiger Genugthuung dient unS nur daS, was wir alsKinder unserer gemeinsamen Mutter, der katholischen Kirche , mit Euch litten undleiden. Die ruhmwürdige Stelle, welche diese MissionSzeit in den Annalen unsererStadt fortan behaupten wird, sey Euch und unS zur Ehre vor Gott und seiner heili-gen Kirche! In vollkommenster Hochachtung und tiefgefühltester Verehrung untcrzeich»nen die dankbaren Bürger." Diese den Bürgern der Stadt zur großen Ehre gerei-chende Dankadresse ist mit schönen Randverzierungen in Farben und Gold versehen.Oben in der Mitte befindet sich daS heilige Kaiserpaar St. Heinrich und Kunegund,den Bamberger Dom aus den Händen tragend; unmittelbar unter dieser Darstellung diePatrone der vier Missionäre, nämlich der hl. Georg, Leopold, Jgnaz und AntoniuS.An den Seiten ist die Kirche zu St. Martin und zu N. L. Frau, in welchen beidendie Missionäre predigten, und am untern Rande die bürgerliche SodalitätSkirche zuSt. Jakob abgebildet. Dieses schöne Denkmal der religiösen Gesinnung der BürgerBambergs wird im nengegründeten Noviziate der Gesellschaft Jesu zu Sigmaringen aufbewahrt werden, um die jungen Zöglinge des Ordens zu ihrem erhabenen Berufezu ermuthigen. Am darauffolgenden Montage verließen die Väter unsere Stadt.Vor dem Seminargebäude und am Bahnhöfe hatten sich Hunderte von Menschenversammelt, um den Scheidenden ein herzliches Lebewohl zuzurufen. P. Auderledybegab sich in sein Kollegium zu Münster, P. Roder in daö Noviziatenhaus zu Sig-maringen , die beiden Uebrigen in das Missionshaus zu Freiburg in Baden. MehrereGeistliche gaben ihnen daS Geleit bis Schweinfurt und Vorchheim. Am 9. d. M.begab sich eine Deputation von Bürgern zn Sr. Erzbischöflichen Ercellenz, um ihrenDank für die Berufung der Missionäre auSzusprechcn. Wir behalten unS vor, unsermBerichte über die Mission nächstens noch einige Bemerkungen anzufügen. (K. Bl. a.Fr.)
Aus der Diöeese Etchftädt.
*) Freystadt . Am 9. und 10. v. MtS. bot unsere Stadt einen ungewöhnlichen,außerorvcntlich lebhaften Anblick. ES wurde nämlich am 9. gegen Abend der hoch-' würdigste Herr Bischof Georg von Eichstädt hier erwartet, der hier im Pfarrhofeübernachtete und am 10. in oer Wallfahrtskirche das heilige Sacrament der Firmungspendete. Die Stadt war zu dieser Festlichkeit prächtig geschmückt, und theils vor,theils in derselben waren sechs Triumphbogen mit passenden Inschriften errichtet wor-den. Die Geistlichkeit an der Spitze einer großen Proccssion war dem Kirchenfürstenentgegengegangen, der mit Böllerschüssen und Glockengeläute empfangen und feierlichnach der Pfarrkirche geleitet ward. Ein Knabe und zwei Mävchen hatten Gedichtevorgetragen. Der Herr Stadtpfarrer hielt vor der Pfarrkirche eine kurze Ansprachean die große Versammlung über die Kraft des Segens und des Fluches, worauf derhochwürdigste Herr Bischof nach den üblichen Ceremonien in der Kirche sich in denPfarrhof begab. Am nächsten Tage zogen die Tugendbündnisse christlicher Jünglingeund Jungfrauen von AllerSberg, Berngau, Freystadt , Monkenhausen, Morning,MörSborf, ReichertShofen und Sondersfeld an dem Pfarrhofe mit ihren Fahnen undunter Musikbegleitung vorüber, hierauf Seine hochbischöfliche Gnaden selber in Mitte