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keit GottcS wegen seiner Sündhaftigkeit; denn da der Mensch sich der Sündhaf,tigkeit ohne die Gnade nicht erwehren könnte, jedoch zu Grunde gehen müßte, wenner sich ihrer nicht erwehrte, so verleiht dem Menschen, welcher freien Willen hatund weil er ihn hat, die Gerechtigkeit Gottes die nothwendige Gnade, sichder Sündhaftigkeit zu erwehren; benützt er diese ihm gegebene nothwendige und hin-reichende Gnade nicht, so verfällt er dem Gerichte, und Gott ist dann nicht unge-recht, wenn Er ihn verurtheilt.
12.
Von Job soll man lernen, daß wir im Elend nicht das Elend vor Augenhaben sollen, sondern daß es von Gottes allerhöchster Hand komme, daß wir daherdas Glück mit Dank und Mäßigung, das Unglück aber mit Dank nnd Erge-bung aus Gottes Hand annehmen sollen,
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Und wenn uns auch noch so viel Unglück träfe, und wenn wir uns auch fürnoch so rein hielten, — wer ist rein vor Gott? Und kann Gott je dem Men-schen etwas Böses zufügen? Alles, was Gott über uns verhängt, ist gut undBarmherzigkeit, selbst die schweren Strafen für unsere Sünden, da wir gewißnoch weit schwerere verdient hätten.
Ueber die Freskomalereien in genanntem Dome sagt ein Bericht in der N. M. Z.:„Die Gemälde sind in dem Stiftschore, in der Kuppel, in den Seitenchören und indem Mittelschiffe angebracht; in den beiden Seitenschiffen ist der Ornamentik Raumgegeben. Der Gegenstand der FreScogemälde des Mittelschiffes ist das Leben M a«rias, welcher der altehrwürdige Kaiserdom als erster Patronin geweiht ist. DieserGegenstand setzt sich im Stiftschore fort und vollendet sich in den Gemälden seinesGewölbes. Der nördliche Seitenchor ist dagegen zur Aufnahme von Darstellungenaus dem Leben deö heiligen Bernhard, der südliche solchen aus dem Leben desheiligen Stephan verwendet; diese beiden werden als Schutzheilige des Domes ver-ehrt. Die Kuppel endlich, welche sich über dem Hochaltare wölbt, enthält in ihrenGewölbefeldern die Vorbilder des Opfers, nämlich im Felde gegen Norden ist daSOpfer AbelS abgebildet; Abel in kräftiger Jugendschöne opfert ein Lamm. ImFelde gegen Westen erblicken wir das Opfer Abrahams ; im Felde gegen OstendaS Opfer MelchisedechS, und das Feld gegen Süden endlich zeigt daS vierteVorbild: das Manna in der Wüste. In der Mitte des Kuppelgewölbes erscheintdann von einer Glorie und den vier apokalyptischen Gestalten umgeben, das mystischeLamm, ruhend über dem Siebensiegelbuche aus dem Throne."
Im Reiche der Birmanen, welches man auch daö Königreich Ava, Arrakan undPegu nennt, befindet sich in der Stadt Rangun eine römisch-katholische Kirche , auf derenThurm von Holz mitten unter den Pagoden des Buddhismus sich das Kreuz erhebt. DerPfarrer Domingo stammt aus der Stadt Trient in Tyrol, ist etwas über 50 Jahre alt,und befindet sich seit 1830 im Reiche der Birmanen. Er spricht viele Sprachen und hatsich auch durch seine anderweitigen Kenntnisse in Ansehen gesetzt. Er versteht etwas vonder Arzneikunst und bereitet die Arzneien selbst, spricht und schreibt die birmanische Volks-sprache ganz richtig. Auch besitzt er eine kleine Druckerei, und hat die birmanischen Buch-staben selbst gegossen, und einen Katechismus in der Landessprache gedruckt. Wegen seinerausgezeichneten Eigenschaften steht er bei den Armeniern, Mohammedanern und Birmanenin großem Ansehen.
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