Zwölfter Jahrgang.
Sonntags-Beiblatt
zur
»k« ZikmT»>i iinlll? M M >Lt .^<s>L> ?L>ik.>iM^Ä M
5. December 185S.
.NlNIUl»' H^lNlUK? tz)<l 7)y)k>M<IKu5 >tt'»Oi>?(t!--^
Dieses Blatt erscheint regelmäßig alle Tonntage. Der halbjährige Abonuementspreiskr., wofür es dnrch alle köuigl. bayer. Postämter und alle Buchhandlungen bezogen werden kauu.
—.-------------------------- , > — -— — ......
Hv6 Ifn9 Hk6 ,iZlMII!t<l v??'!!'!». u?v<^ Nt?<i n?^.' !>I^l)IP^H7IIIl)i'.
Die Heiligen und Heiligenbilder der katholischen Kirche .
(Fortsetzung.)
Wir gehen jetzt zu einer speciellen Besprechung über die Heiligenbilder über.
Wir beginnen mit einigen der am häufigsten vorkommenden Symbole (Sinnbil-der) der Heiligenbilder.
Das Bild des AdlerS, als Sinnbild des heiligen Geistes, findet sich in altenhebräischen Bildern oft. Der heilige Geist wird in solchen philosophirenden Schriftenbald „diö Taube", bald „der Adler" genannt. Viele Völker — in Dentschland nach-weisbar bis in das zwölfte Jahrhundert — stellten sich den Sturmwind als einengroßen mächtigen Adler vor.
Anker bedeutet im Allgemeinen Standhaftigkeit im Leiden, sodann Glaube, Hoff-nung oder Geduld als deren christliche Faktoren.
Als allgemeines Symbol bedeutet der Apfel den Sündenfall, die Erbsünde. Erwurde im Mittelalter häufig bei Christuöbildern angewendet, wo er dann die Erlösungvon der Erbsüude andeutet.
Bäume find zumeist geschichtliche Zeichen, die sich auf die Lebensweise der Hei-ligen oder ihren Martertod beziehen.
Der Kelch dient nur zum heiligen Gebrauch und ist ein allgemeines Zeichen deSpriesterlichen Standes. Auf richterlichen Grabsteinen oder über Burgthoren gehört erzum Wappen der Templer, deren Patron der heilige Johannes der Evangelist war(dieser Heilige hat einen Kelch mit einer Schlange neben sich). Der Becher dientnur zu profanem Gebrauche.
Beile und Aerte sind fast immer geschichtliche Zeichen des Martyrthums.
Beutel, Geldbeutel bildlich für Almvseiigeben, nur in den Darstellungendes ägyptischen Joseph vorbildlich gebraucht (auf deu Verrath Christi durch JudaS bezogen), der Evangelist Matthäus wird mit einem Beutel vorgestellt, weil er Zöll-ner war.
Der Bienenkorb ist das Symbol der Beredsamkeit.
Die Palme ist ein Siegeszeichen. Als erstes christliches Symbol bedeutet diePalme Sieg über den Tod. Sie findet sich daher sehr häufig auf den ersten christ-lichen Grabsteinen, und keineswegs nur allein bei den Märtyrern. Jeder Gläubigewurde als Sieger über den Tod gedacht und war der Palme würdig. Erst die spätereKirche gibt ausschließlich den Blutzeugen die Palme. Eine frühere Zeic pflegte denMartyrtod oft durch Oelzweige anzudeuten. Der Kranz war wiederum schlechtwegSiegeSkranz. Der Oelzweig, den Noah'S Taube gebracht, wurde in Verbindung mitdem Wasser und somit der Tanse gesetzt. Das Martyrthum aber ist die Bluttause.Nicht selten findet sich mit der Palme der Vogel Phöm'r verbunden. Bon beiden be-