Ausgabe 
12 (5.12.1852) 49
Seite
386
URN (Seite)
  
 
Einzelbild herunterladen

386

richtet die mystische Naturgeschichte, daß sie aus ihrer Asche neu auserstehen, und somag denn die Palme auch Symbol der Wiederauferstehung nach den, Tode gewor-den seyn.

Die weiße Lilie ist das Symbol der Jungfräulichkeit.

Das Buch, welches fast immer ausgeschlagen ist, scheint Hch auf daS Evange-lium zu beziehen. Sonst deutet eS den Kirchenlehrer an.

Die Delphine, als Symbol eine Nebenform von Fisch, bezeichnen die Christen.

Der Drache ist das Symbol deS Bösen. Der Satan wird der große Drache,die alte Schlange genannt (Apoc. 12, 9; 13, 2). Vor Allem ist der Drache daSSymbol der Abgötterei. Die christliche Kirche ist in einem beständigen Kriege mit demDrachen, der als der Widersacher des Lammes auftritt.

Edelsteine finden sich in reichem Maße als Verzierungen an den Gewändernder Märtyrer angebracht, und die Gläubigen pflegten in solchen Edelsteinen daS kost-bare Blut der Märtyrer anzudeuten. Bei den Engeln sind sie Symbole der Tugenden.

Das Einhorn ist das Symbol deS Kreuzes, wahrscheinlich weil die fabelhafteNaturgeschichte von dem Horn dieses ThiereS berichtet, daß jegliches Gift durch das-selbe unschädlich gemacht werde. Auch wurde das Einhorn als Symbol der Reinheit,der Jungfräulichkeit betrachtet. Die alte Fabel wurde vorgebracht, das Thier könnenur eingefangen werden, wenn eine reine Jungfrau ihm den Schooß öffne, woraussodann entsprang, daß das Einhorn Symbol der unbefleckten Empfängniß wurde. Diedem Thiere beigelegte Schüchternheit und Liebe zur Einsamkeit machte eS nach einerandern Seite hin zum Ausdruck deS klösterlichen Lebens, der klösterlichen Zucht undder beschauliche» Einsamkeit. Daher kommt es an Bischofsstäben, u. a. auch amStäbe deS heil. Sturmius, der in Fulda aufbewahrt wird, vor. Die Einsamkeit wirdübrigens auch durch Löwe und Schwan ausgedrückt.

Fahnen bezeichnen zunächst den Triumph Christi . Die alten heidnisch-römischenFahnen führten theilweise einen Drachen, der in der christlichen Zeit durch daS Kreuzverdrängt wurde.

Der Fisch ist im Allgemeinen Symbol des Christen, wozu vielleicht die Stellen:Mtth. 4, 19 und Mark. 1, 17 die nächste Veranlassung gaben. Nach einem sybilli-schen Werke lassen sich die fünf Buchstaben deS griechischen Wortes für Fisch, I. Ch.Th(cou) Y(ios) S(oter) Jesus Christus, Gottes Sohn, Erlöser auf Christusdeuten.

Vier Flüsse, die sich unter andern symbolischen Bildern auf Kunstwerken derältesten christlichen Zeit sehr hänfig finden zumal iu den Wandgemälden alter Kir-chen zu Rom und Ravenna bedeuten im weitern Sinne das Evangelium von derVersöhnung, im engern die vier Evangelisten. Als geschichtliches Attribut kommenFlüsse und Wasser insbesondere bei Einsiedlern häufig vor.

Die Geisel ist meist ein geschichtliches Zeichen, dann auch ein symbolischer all-gemeiner Ausdruck sür Buße.

Die Musik, als die Kunst der Töne, wird in der Sculptur zuweilen als weib-liche Figur dargestellt, die mit einem Hämmerchen an eine Glocke schlägt. DasGlöckchen beim heiligen Antonius erinnert vielleicht an das von seinen Schülern be-folgte Nachtwachen und Frühaufstehen.

Der Hahn ist ein Attribut des heiligen PetruS (mit Beziehung auf Mark. 1-4,68), dann daS Symbol der Wachsamkeit überhaupt, der christlichen Wachsamkeit ins-besondere (1. Cor. 10, 12). Der Hahn über dem Kreuze auf den Kirchthürmenscheint sich mehr auf den Apostel Petrus zu beziehen, oder auf die Kirche, deren Haupter ist, als auf jene allgemeine Aufforderung zur Wachsamkeit; eS sey denn, daß manspeciell die Wachsamkeit im Glauben (Orthodoxie) unterlege, wo es dann wieder mitObigem zusammenfällt. Die römische Kirche ist der Wächter der Rechtgläubigkeit, undsomit wäre der Hahn auf dem Kreuze der Kirchthürme ein Trinmphzeichen der katho-lischen Kirche .

Eine Hand, die aus den Wolken hervorreicht, bedeutet die Allmacht Gotteö