Ausgabe 
12 (5.12.1852) 49
Seite
387
URN (Seite)
  
 
Einzelbild herunterladen

387

(Apost. 7, 50; Jsai. 66, 2); eine Krone über das Haupt Christi hallend, die demSohne verliehene Macht.

Die Hirsche sind aus Bildern meist durch einen Pseil verwundet. In der gcr--manischcn Mythologie erscheint der Hirsch gerne als Wegweiser. Im Mittelaltcr da-gegen ist er der Hülfsbedürstige, der sich zn dem Frommen flüchtet und Rettung findet.Die altchristliche Symbolik scheint, nach Ps. 4t, die nach Gott verlangende Seeleunter dem Bilde des Hirsches anzudeuten. Späterhin hat man wohl schlechtweg dieFrommen und Gläubigen damit bezeichnet. Von der nach Gott verlangenden Seelelag der Uebergang zum Wasser der Taufe nahe (Ps. 41, 2:Wie der Hirsch nachWasserquellen verlangt, so verlangt meine Seele nach dir, o Gott .") Und so findetsich denn auch in der alten Kirche der Hirsch einigemal als Symbol an Taufbeckenangebracht.

Die Hunde sind auf Grabsteinen das Sinnbild der Treue und dauu gewöhulichzu den Füßen verheiratheter Frauen; der Mann erhält einen Löwen Es gibt auchallegorische Bilder, in welchen die Gläubigen unter der Gestalt von Schafen vorgestelltwerden, die von schwarz und weiß gefleckten Hnnden (um an die Ordenstracht derDominikaner zu erinnern, Ooiriini Lsnss) gegen die einbrechende Ketzerei geschützt werden.

Keule und Schwert sind fast immer historische (Zeichen für den Martertod).Die Keule deutet meistens auf den Tod von der Hand der Heiden; Schwert auf ge-richtliches Versahren. Zuweilen auch wird nnbekannter Martertod durch die Keuleangedeutet.

Die Seele wird sehr häufig unter dem Bilde eines ncugebornen Ki ndes darge-stellt, wie denn der Todestag der MärtyrerGeburtstag" genannt, und gleich demSacrament der Taufe als der Ansang eines neuen Lebens, als der wahre Geburtstagbetrachtet wird. Die Seelen der nach empfangener Taufe gestorbenen Kinder werdenals lebende, die ohne Taufe verstorbenen als todte Kindlein dargestellt. Auf Bildernvom Tode der Mutter Gottes erscheint Christus häufig, wie er die Seele der Mutter,als neugebornes Kind, auf dem Arm trägt. Dasselbe von andern frommen Seelen.Ebenso empfangen die Engel die Seelen der Sterbenden, wo dann die Gerechten alsKindlein vorgestellt sind, die nach Oben schauen und verlangen, die Seelen der Gott-losen sich nach der Erde zurückwenden. Auch aus den gefalteten Händen eines Be-tenden steigt ein kleines Kindlein auf, um die zu Gott sich erhebende Seele anzudeuten.

° Den Fundatoren von Kirchen oder Stiftern wird gewöhnlich eine Kirche alshistorisches Attribut beigegeben.

Simson wird gewöhnlich als ein Bild des heiligen Petrus angesehen. Deralte Lehrstuhl (Lstkeclrg), auf dem dieser in Rom gepredigt haben soll, ist mit kleinenHerkulesbildern verziert. Der christlichen Sinnesart war es augemessen, diesen Bilderneine andere Deutung zu geben und sie geradehin mit dein alten Testamente in Bezie-hung zu setzen (als Simson), wo sie dann als Vorbilder für die Zeit der Erfüllunggalten. Aus diesem Zusammenhang ist es wohl zn erklären, warum die biblische Her-kuleSfigur (der Herkules-Petrus ) noch fortwährend an der Kanzel d. i. am LehrstuhlePetri vorkommt.

Kränze findet man in der ältesten Zeit aus Särgen uud Grabsteinen. Nachder Apokalypse des heiligen Johannes sind sie ein Zeichen des im Herrn ruhendenChristen, der siegreich geendet hat. Später scheint er allein aus Heilige und Märtyrerbezogen. Auch nimmt die Krone die Bedeutung von Sieg uud Lohn auf, und schließtden Begriff des Martyrthums weder ein noch aus; sie symbolisirt die Vollendung,den Preis des Gerechten, des Vollkommenen. Auch bezeichnet sie fürstliche Geburtoder nur Weihgeschenk.

Das Lamm, als Symbol, ist Christus,das Lamm, das der Welt Sündenträgt." Zumeist trägt dann dieses Lamm das Kreuzpanier. Auch die Apostel werdenunter dem Bilde von Lämnurn vorgestellt. In symbolischen Darftellungen alter Decken-gemälde kommen aus zwei Städten je sechs Lämmer aus einer Stadt gezogen, unterwelchen beiden Städten Bethlehem und Jerusalem (als Anfang und Ende der zeitlichen