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umgeben. Eine speciellere Bedeutung ist es, wenn durch die Traube auf das BlutChristi oder der Märtyrer angespielt wird, >
Die Heiligen werden gewöhnlich mit einer Krone aus dem Haupte abgebildet,weil sie die nnverwclkliche Krone des Ruhmes und deS Lebens erhielten, welche GottDenen verheißen hat, welche ihn lieben. Ihr Haupt ist kreisförmig von Strahlennmgeben, weil sie das Licht der Welt sind,
Die Patriarchen und Propheten haben Rädchen in den Händen, weil vor derAnkunft Christi der Glaube nur bildlich, und in Betreff vieler Punkte in sich selbstverwickelt, also dunkel war.
In den Kirchen steht man sehr häufig die Apostel. Gewöhnlich werden sie bar-fuß abgebildet. Der heilige Bouaventura sagt, Christus und seine Apostel und Jungerseyen barfuß gegangen; dasselbe schreibt der heilige Gregor von Nazianz . ConradBrnnus bemerkt, daß sich heilige Männer des Gebrauchs der Schuhe enthalten hätten,wie z. B. der heilige Jacobus, und daß dieß höchst wahrscheinlich auch die übrigenApostel gethan hätten, weil Christus (Mtth. 50, 9. 10) sagt: „Ihr sollt weder Gold,noch Silber, noch Geld in euern Gürteln haben, weder eine Reisetasche, noch zweiRöcke, noch Schuhe^)."
Die Bischöfe werden sitzend abgebildet, wodurch ihre richterliche Gewalt angedeutetwird. Auch sieht man sie init erhobener Hand abgemalt. Die Hand wird aber be-sonders beim Segnen und Predigen in die Höhe gehoben.
Die Kirchenlehrer und Beichtiger werden mit denjenigen Zeichen abgebildet, welchedie heiligen Väter aus der heiligen Schrift auf sie angewendet haben. Die Kirchen-lehrer sieht man mit Sternen abgebildet, denn Licht und Glanz ist ein Symbol ihrerGelehrsamkeit, und Daniel (13, 3) sagt: „Die Gelehrten werden leuchten wie derGlanz deS Firmaments, und die, welche Viele zur Gerechtigkeit heranbilden, wieSterne in alle Ewigkeit."
Die Jungfrauen tragen eine aus Blumen gewundene Krone, denn der Jung-frauen Sache ist es, Blumen zu pflücken und aus ihnen Honig zu bereiten, von demes (Lsrit. 4, 11) heißt: „Flüssiger Honig sind deine Lippen, Geliebte; Milch undHonig sind unter deiner Zunge." Auch nennt der heil. Cyprkan die Jungfrauschafteine Blume.
Die Engel werden gewöhnlich so abgebildet, wie sie früher den Menschen er-schienen sind. Sie werden in menschlicher Gestalt, als Jünglinge mit glänzendemGesichte, mit weißen Kleidern und unbeschuhten Füßen, mit Gürteln um die Lendenund die Brust mit Edelsteinen geziert, mit zwei Flügeln, und von Wolken umgebendargestellt; oft steht man sie mit Symbolen des Zornes oder der Barmherzigkeit Gottes,wie mit einem Schwerte oder einem Kreuze in der Hand. Man bildet sie in mensch-licher Gestalt ab, um dadurch anzudeuten, welche Zuneigung sie zum menschlichen Ge-schlechte haben, wie bereit sie sind zum Dienste des Herrn, denn, „alle sind dienstbarenos T^tv ntoT !m>Z ,'mMH)/,!«lW' m'-zl lkaG'nnlM ?y«/ t6o<tt im tzMum
') Markus (6, 9.) schreibt, daß die Apostel „beschuht" seyn sollten (eslcestos 5-mäsIiis, »7r->6-S-.^>-ov? rra-'Fa^l-r. — ^av-ill^io,', oa-^«^-»>. üoll'sch 5ll^//?«^o-/, war eine Art von Weiberschuh oder einehölzerne Sole, soles, ssnäslig, welche, wie man dieß noch bei den Franciscanern ficht, mit Riemenum den Oberfuß gebunden wurde). Daher bemerkt der heilige Auzustin, daß unter den bei Matth. 10und Luc. 10 den Aposteln verbotenen Schuhen solche zu verstehen seyen, welche den ganzen Fuß be-deckten, daß sie aber Sohlen, Sandalen, tragen durften, welche die Fußsohle vor Ungcmach schützten.Da nun Christus und seine Apostel nach der Sitte der Armen jener Gegend Sandalen trugen, so be-fahl er den Aposteln, sich mit solchen zu begnügen und nicht erst Schuhe zu nehmen, welche den ganzenFuß bedeckten, wie deren sich die Reisenden in dortigen Gegenden bedienten. Von Christus selbst sagtder heilige Johannes der Täufer bei Matth. 3, lt.- „Der nach mir kommt, ist stärker als ich ; ichbin nicht würdig, seine Schuhe zu tragen," und bei Marc. t, 7: „Ich bin nicht würdig, daß ich michbücke, um seine Schühriemen aufzulösen." An beiden Stellen heißt es im Griechischen: ,,^?ro^«r«;"i)?roS^oi (abgeleitet von v?ro3k», unterbinden, darunter binden) heißt das unter den Fuß Gebundene,die Sohle, in welcher Bedeutung es an den gedachten zwei Stellen genommen zu seyn scheint; freilichbedentet es auch im weitern Sinne Schuh. Zu Petrus sprach der Engel (Act. t2, 8): „Thue deineSchuhe (im Griechischen o---^«^») an." Daher ist es wahrscheinlich, daß die Apostel nicht barfuß ge-gangen find, sondern Sandalen, nicht aber Schuhe, getragen haben.