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Zwölfter Jahrgang. -

Sonntags-Beiblatt

zur

Augsburger Poffzeitung.

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Die Heiligen und Heiligenbilder der katholischen Kirche .

(Fortsetzung.)

Nach diesen Vorbemerkungen über die Heiligenbilder gehen wir zur Beschreibung derselben im Einzelnen über und beginnen mit den Bildern deS Herrn der Heiligen.

Auf Bildern, welche die Geburt Christi darstellen, sieht man neben der Krippe einen Ochsen und einen Esel. Dazu bemerkt ErasmuS:Von alten Zeiten her ist uns ein Gemälde zugekommen, welches zur Krippe einen Ochsen und Esel hinzufügt." Doch steht hiervon nichts deutlich in der heiligen Schrift; die Veranlassung hierzu mag entweder jene Stelle auS Jsaias 1, 3:Der Ochs kennt seinen Herrn und der Esel die Krippe deS Herrn"' oder aus Habaknk 3: Inmitten zweier Thiere wirst du erkannt werden," gegeben haben.

Ueber die ans daö Fest der Erscheinung deS Herrn bezüglichen Bilder bemerken wir Folgendes:

Nach Petrus (cls. ust. I. 2. Lat. 8 ) soll der eine der drei Weisen, Balthasar, vierzig, der andere, Kaspar, sechzig, und der dritte, Melchior, zwanzig Jahre alt ge­wesen seyn, und gewöhnlich werden sie auch als Manner von diesem Aller abgebildet. Auf älteren Bildern steht man alle drei mit weißen Gesichtern, und so waren sie auch in der kölnischen Kirche dargestellt. Der Gebrauch, einen der Weisen als Mohren zu malen, ist erst in neuerer Zeit erschienen. Mit Recht aber werden sie als Könige abgebildet, denn als solche bezeichnen sie die ältesten Schriftsteller. Der heil Chry- sostomuS nennt sie persische Könige, und ebenso sagen die heiligen AthanasiuS und HieronymuS -, wie nicht minder Tcrtullian, daß sie Könige gewesen seyen, und jene Schriftsteller stützen sich nicht sowohl aus die Geschichte, als auf die heilige Schrift, und namentlich auf jene Stellen Ps. 71:Die Könige von TharseS und die Inseln werden Geschenke bringen; die Könige der Araber unv von Saba werden Geschenke herbeiführen," und Jsaias 6V:Im Glänze deiner Geburt werden Könige einher-- gehen," und diese Stellen sang die christliche Kirche schon in ältester Zeit am Feste der Epiphanie. Tertullian sagt überdies,, daß fast der ganze Orient die Weisen für Könige halte. Nicht minder scheinen die Worte:Und sie öffneten ihre Schätze" anzudeuten, daß sie Könige waren. In einem alten Epigramm, welches man Claudian zuschreibt, werden sie chaldäische Könige genannt, und diese Meinung hatte schon in früheren Zeilen im Volke Wurzel gefaßt. Adam SaSbout schreibt in der Homilie am Feste der drei Könige:Sie waren aber nicht nur Weise, sondern auch Mächtige, ja sogar Könige; so sagt die mündliche Ueberlieferung, welche der Umstand wahrscheinlich macht, daß bei den Persern Niemand König seyn konnte, der nicht vorher die Wissenschaft der Magier erlernt hatte." Den schönsten und gründlichsten Beweis dafür, daß die ' drei Weisen Könige gewesen seyen, führt Cornelius Jansen ; doch da derselbe ziemlich lang ist, so übergehen wir ihn; die bereits angeführten mögen genügen. In Jem-