Ausgabe 
12 (19.12.1852) 51
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machen, welche ein über sie gestelltes Meer trugen, und zu je drei nach den vierHimmelsgegenden schauten; was steht denn im Wege, die Apostel so zu sagen durchein lebendiges Gemälde vor den Augen Aller darzustellen?" Gregor II. ließ die Apostelauf den Wänden des Petrusaltars abbilden und Konstantin der Große stellte ihreStatuen in der Kirche des Laterans auf.

Dem Kaiser Konstantin erschienen einst die Apostel Petrus und Paulus ; erließ sich vom Papste Sylvester die Gemälde derselben überschicken und fand, daß dieseeine auffallende Aehnlichkeit mit den beiden Aposteln hatten, wie sie ihm erschienen waren.

Der heilige HieronymuS, und schon vor ihm der heilige Clemens, schreibt: daßder heilige Petrus einen Kahlkopf gehabt habe. Der Petruskopf ist überhaupt vonkonstantem eigenthümlichem Typus. Auf den allerältesten Bildern steht man PetruS mit einem Schlüssel in der Hand, den er meistens an die Brust drückt. Später wur-den zwei Schlüssel, üblich, Schlüssel deS Himmels und der Erde, in der Farbe durchGold und Silber unterschieden. Auch findet sich je zuweilen noch ein dritter, Schlüsselder Hölle; Alles Anspielungen aus die Schlüsselgewall deS Heiligen (Matth . 16).Auch trägt derselbe manchmal eine Krone auf dem Haupte, und zwar, wie Beda be-merkt, zur Erinnerung an das Leiden deS Herrn. Gewiß ist, daß Petrus nichtmit Stricken an das Kreuz gebunden, sondern mir vier Nägeln an dasselbe geheftetworden ist.

Hegesippus schreibt auch, daß Petrus auf seine Bitte kopfunter gekreuzigt wurde,da er sich nicht für würdig hielt, wie der Erlöser gekreuzigt zu werden. Daher siehtman ihn auch auf einem umgekehrten Kreuze kopfunter angehestet.

Neben dem heiligen Paulus sieht man eine Quelle, welche auf sein Gebet ent-standen seyn soll. Gewöhnlich sieht man ihn mit einem oder zwei Schwertern, oftmit einem Buche abgebilder. DaS Eine Schwert ist ein historisches Zeichen, dennPaulus ist mit dem Schwerte hingerichtet worden. Die zwei (jungem) Schwertersind symbolische Zeichen und zwar als Parallele zu St. Petri Symbol (was Anfangsauch nur Ein Schlüssel war). DaS Paulus-Symbol (das Schwert) bezieht sich wohlauf Lucas 22, 38. Auch mag in den zwei Schwertern des heiligen PauluS eineAnspielung auf die geistliche und weltliche Macht liegen. UebrigenS ist die KopfformdeS Heiligen auS alter Zeit als tradioneller TypuS fortgeerbt: Ein leichter Kopf miteinem langen Barte. Bei Zusammenstellung mit dem Apostel Petrus ist die Positionso, daß Petrus links steht. Woher dies? War Paulus größer als PetruS? Eswar ein altrömischer Gebrauch) dem Vornehmern die linke Seite zu überlassen. Ben-jamin bezeichnet den Sohn der Rechten; Paulus war aber nicht nur aus dem StammeBenjamin; sondern der Sohn Jacobs, Benjamin, war auch ein Vorbild des heiligenPauluS. PetruS war besonders der Apostel der Beschneidung, PauluS der der Hei-den, welche mit Hintansetzung der Synagoge zur Rechten Gottes zu stellen sind.PetruS , zur Linken des PauluS, soll den Päpsten ein Muster der Demuth seyn.PetruS Damianus führt noch vier andere Gründe an, die wir aber übergehen wollen,um nicht zu weitläufig zu werden. Auf solchen Bildern aber, auf welchen PetruSzur Linken des Paulus steht, führt dieser oft auch eine Lanze.

Der heilige Andreas hat ein schräges Kreuz (Andreas- oder Burgunderkreuz)unterm Arm oder zur Seite. Aber das Kreuz deS Heiligen bei St. Victor in Mar-seille hat dieselbe Gestalt, wie das, worauf Christus starb.

Der heilige BarnabaS hat als historisches Symbol Steine bei sich, weil ergesteinigt wurde.

Der heilige Bartholomäus (Nathauael) hält ein Messer, mit dem er geschundenwurde, und trägt seine Haut auf dem Arme. Der Statthalter von AlbanopoliS hatteihn zum Kreuzestod verurtheilt, wobei ihm zugleich die Haut zerschnitten und abge-gezogen wurde. Auf einem Gemälde des Michael Angelo in der Sirlinischen Kapelle,welches das letzte Gericht vorstellt, steht man gleichfalls den heiligen Bartholomäus mit seiner Haut auf dem Arme. Doch soll er nicht am ganzen Leibe geschundenworden seyn, und Viele tadeln auch die vorerwähnte Darstellung, wie er seine Haut