Ausgabe 
12 (26.12.1852) 52
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416
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Der heilige FideliS von Sigmaringen, ein Kapuciner, früher ein Rechtsgelehrter,hat einen Streitkolben (Stachelkeule) in der Hand. Er wurde 1622 von den Calvi -nisten, gegen die er gepredigt hatte, in Graubünden grausam erschlagen.

Der heilige Florens von Straßburg, als Bischof oder Einsiedler, hat wildeThiere um sich. Er war ein Schottländer, der als Einsiedler im Elsaß lebte, Umseine kleine Hütte zog sich friedlich alles Wild der Umgegend zusammen. König Dago-bert ließ ihn zu sich bescheiden. Er war der Nachfolger des heiligen Arbogast. Mansieht ihn auch als Schäfer, und ein Bär hütet ihm die Schafe.

Der heilige Franz von Borgia erscheint als Jesuit und Cardinal und hat einenFürstenhut neben sich. Er war Herzog von Gandia, Grand von Spanien , ange-sehen am Hofe Carls V. Beauftragt, den Leichnam der Kaiserin Jsabella nachGranada zu führen, wurde er durch den Anblick der sonst so reizenden Fürstin der-maßen erschüttert, daß er allem Zeitlichen entsagte, in den Jesuitenorden trat, späterdessen General, zuletzt Cardinal wurde.

Der heilige Franz de Paula wird dargestellt im Kleide des von ihm gestiftetenOrdens der Minimen. Er steht auf seinem ausgebreiteten Mantel im Meere, vorsich in einer Glorie daS Wort CharitaS. Er setzte auf seinem Mantel über daS Meer.

Der heilige Franz von Sales , als Bischof in bischöflicher Kleidung, ein durch-bohrtes, mit einer Dornenkrone umwundenes Herz sammt einem Kreuz in einer Glorieüber ihm.

Der Jndierapostel, der heilige Franz XaveriuS , wird in der Jesuitenkleivung,mit Kreuz oder Crucifix in der Hand, dargestellt.

Der Stifter der berühmlen Abtei St. Gallen , der heilige Gallus, wird alsEinkiedler mit einem Wanderstabc dargestellt. Er hat auch einen Bären zur Seite,weil ihn ein solcher in seiner Einsiedelei bediente.

Der heilige Goar, als Einsiedler, hat drei Hirschkühe um sich und einen Hmoder eine Mütze an einem Sonnenstrahl hängend. Oft hat er auch einen Topf beisich oder in der Hand, und einen Teufel auf der Schulter (wahrscheinlich eine An-spielung auf die boshaften Verleumdungen, wovon gleich die Rede seyn wird; er sollauch viele Teufel ausgetrieben haben). Er predigte das Christenthum im Tricrischenund am Rhein . Einige Verleumder klagten ihn beim Bischöfe Rusticus an, der ihnzu sich beschied. Die Boten überfällt, als sie mit dem Heiligen nach Trier reisen, eingroßer Hunger; alle Nahrung fehlt und die Quellen sind vertrocknet. Drei Hirschkühekommen und lassen sich von dem Heiligen melken, die Boten erquicken sich und zu der-. selben Zeit füllen sich ihre Reiselaschen mit Speisen. Der Bischof Rusticus hält dießAlles für Zauberei und will Goar prüfen. Dieser läßt ein dreitägiges Kind aussagen,wer sein Vater sey. EZ nennt den Bischof -Rusticus von Trier . Der heilige Goarschlug die ihm vom Volk und König Siegbert angebotene bischöfliche Würde aus. Erist der Patron der Töpfer.

Die heilige Hedwig, in Nonnenkleidung. Sie hat Krone und Hermelinmantel(Zeichen ihres fürstlichen Standes) zur Seite. Sie trägt Schuhe in der Hand, weilsie meistens so zu gehen pflegte und nur bei Annäherung Fremder die Schuhe anlegte;auch hat sie das Modell einer Kirche oder ein Bildniß der Mutter Gottes mit demChristuskiuvchen; man sieht sie auch vordem Gekreuzigten knieen, der sie segnet.

Der heilige Kaiser Heinrich II. hvird gewöhnlich in voller Rüstung mit der Kroneauf dem Haupte, dem Sceptcr ! i der Hand uud mit dem Modell der Kirche vonBamberg dargestellt. Seine Gemahlin, die heilige Kunigunde , hat ebenfalls dasModell der Kirche von Bambcrg in der Hand, oder eine glühende Pflugschaar (siebewies durch ein Oldal ihre Unschuld), und eine Kaiserkrone auf ihrem Haupte.

Dem heiligen Hermenegild, einem Sohn des Westgothenkönigs Leovigild, wurdeauf deS VaterS Befehl der Kopf gespalten. Den Heiligen sieht man mit einem Beile,die Königskrone auf dem Haupte oder zur Seite.

Die Ketten und Kugeln, welche der heilige HieronymuS AemilianuS bei sich hat,deuten auf seine Leiden im Gesängnisse, in welchem er in sich ging.