Ausgabe 
14 (9.4.1854) 15
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Zum Schlüsse stehe hier ein Zug, der auch ül unserer Heimat die seelsorgerlichcWirksamkeit erheben und begeistern mag.Mehrere Deutsche auö Bayern, die erstankamen, waren in der Charwvchc in unserer Kirche; eine Frau erzählte mir, wieihre zwei Buben voller Freude nach Hause liefen mit den Worten:Mutter, indieser Kirche ist Alles so, wie bei uns in Deutschland!"" Ein Mann von der Berg-straße bei Speyer , Namens NicolauS Madel, brachte seine ganze Familie und erzähltemit sichtbarer Rührung, was ihm der hochwürdigste Herr Bischof von Speyer und derHerr Pfarrer beim Abschied ans Herz gelegt, und wie er der Jesuiten -Mission inSpeyer beigewohnt habe. O wüßten die hochwürdigen Herren Pfarrer in Deutschland ,mit welcher Dankbarkeit jedes Wort wiederholt wird von den armen Deutschen hierim kanadischen Busch und wie oft sie ausrufen:Ja, der Herr Pfarrer hat Rechtgehabt! Wie hat er doch AlleS so wissen können; er hat unS so gute Lehren mit-gegeben, als wenn er zwanzig Jahre in Amerika gewesen wäre."" O, die AbschiedS-lchren, die die hochwürdigen Herren Pfarrer den Auswanderern mitgeben, fallen aufgutes Erdreich; denn daS Elend und die Trübsale, die sie oftmals in Amerika finden,öffnen ihnen die Augen und führen sie zu Gott, und wie Kinder von ihrem Vaterreden, so reden die armen Katholiken von ihren Seelsorgern, die sie so und so vieleJahre gehabt und in deren Kirchen Alles so schön gehalten wurde."

III

Indianer-Stämme.

Ihre Gesammtlage schildert ein Brief des Herrn Belcourt, Missionärs, an

Herrn Cretin, Bischof von Sanct Paul.--Ich sehe voraus; daß man einige

Jahre hindurch mit ihnen unter dem Zelte sich lagern muß, um immer bei ihnen zuseyn und ihnen steten Unterricht angedeihen zu lassen, Haben sie einmal die religiösenLehren angenommen, so gibt ihnen auch die Gnade das Vertrauen, daS sie ihrenHirten schuldig sind, und eS wird dann viel leichter seyn, sie an feste Wohnsitze undsomit nach und nach an den Ackerbau zu gewöhnen. Der Stamm der AssyniboineS,einer der beträchtlichsten, breitet sich bis zu den Quellen deS Missouri aus, wo dieseIndianer mit den Wilden der Felsenberge, vorzüglich mit den Schwarzfüßen, inFehde leben. Da sie mit den Mandanes und den Dickbäuchcn in Einverständnis^sind, so würde ein Missiouär, der bei Letzteren seinen festen Wohnsitz hätte, denersten Ring einer apostolischen Kette bilden, welche bald mit GotteS Hilfe eine großeAnzahl Ungläubiger unter daS süße Joch deS Evangeliums beugen würde. DiePani'S (Pananiyak), welche sich eine Tagreise von Selle, etwas weiter unten, alsdie Manvanes, mit denen sie verbunden sind, niedergelassen haben, würven baldihrem Beispiele folgen, und dann, und zwar nur dann könnte man hoffen, in denSchafstall deS Erlösers den zahlreichen und mächtigen Stamm der Siour eintretenzu sehen."

Von demselben Stamme sagt indessen einen Monat später der apostolische Mis-sionär Herr Fayolle:Diese armen Wilden sind wohl recht sehr zu beklagen; derDämon hält sie unter seiner Herrschaft und verdummt sie, und um sie zu bekehren,bedarf es eines speciellen Schutzes GotteS ; dennoch hoffen wir sie durch unsere Kin-der zu gewinnen. Schulen werden so eben errichtet; die nöihigen Mittel werden vondem Gelde genommen, das ihnen die amerikanische Regierung für die verkauftenLändereien auszahlt. Sie haben selbst für ihre Kinder um einen katholischen Unier-richt nachgesucht; andere Wilde stellten unter gleichen Umständen die gleiche Bitte;beirüglich schickte man ihnen protestantische Lehrer, die aber keinen Erfolg hatten.Schon besitzen die Missionäre unier Leitung deS Herrn v, Vivalde zu Longue-Prairiedie Schule der Winnebcigos.« (Kath. Wockenschnft.)