Ausgabe 
14 (9.4.1854) 15
Seite
120
URN (Seite)
  
 
Einzelbild herunterladen

120

DaS Colleg für auswärtige Missionen in Drumcondra bei

Dublin .

Irland hat stets außerordentlichen Eifer für Verbreitung deS Glaubensbewiesen. Der heilige Columban und seine Brüder von Lureuil zeigten ihn vor drei»zehn Jahrhunderten, als in Frankreich jene Missionen begannen, welche unsermNaterlande so viele Apostel und Heilige gaben. Das Frankenreich war nie undank-bar: Karl der Große erwies seine Liebe und seine Dankbarkeit für den heiligen undunerschrockenen Heroismus dcS irischen Glaubens mit ganz energischen Ausdrücken,die uns Suriuö berichtet, und die Nation hat bei vielen Gelegenheiten dieses Zeugnißihres großes Kaisers bestätigt. Der Eifer, den Irland für die auswärtigen Mis-sionen drei Jahrhunderte vor Karl dem Großen entwickelte, ist heut zu Tage nocheben so glühcud, als zu der Zeit, da St. GalluS seinen Namen aus die Felsen derSchweiz drückte, oder Virgilius den Bischofstab von Salzburg führte. Betrachtetman die Resultate der Eroberung Irlands durch England , so kann man nicht umhin,darin einen providcniiellcn Plan zu erkennen. Als England seinen Glauben verlor,erhob sich zwischen ihm und dem eroberten Land ein Krieg ganz neuer Art, in wel-chem Irland mehr als einmal den Siez davon trug, und der noch fortdauert.Indem eS mit England seine Geschicke und seine Sprache theilt, trägt Irland denkatholischen Glauben in alle jene Länder, in welche sein Nivale die Häresie zu ver-pflanzen strebt. Ucberall wo man englisch spricht, oder wo das englische Golderlaufen oder corrumpiren kann: in Schottland, in Indien, in Amerika und Austra-lien , verfolgt die Häresie ihr Werk dcS Umsturzes und der Zerstörung, indem siezugleich den Köder des Geldes oder der Situation und alle Hebel gebraucht, welcheihr die RegierungSgcwalt jener Macht bietet, die man England nennt. Aber Irland erhob sich, um Leib an Leib gegen jene mächtige Verführerin zn kämpfen, die vomGelo und Haß Englands und Amerikas unterstützt wird. ES ist sohin Pflicht allerkatholischen Nationen, Irland bcizustchen und eS durch Gebet und Almosen in seinemmühsamen Kampfe zu unterstützen. In den Vereinigten Staaten zählt man beinahefünf Millionen Katholiken und kaum gibt eS dreizehnhundert Priester für diese fünfMillionen. Nahe an vier Millionen entbehren beinahe ganz deS geistlichen Beistandesder Priester. In Indien, Australien, Canada, Afrika leben Million-n Katholikenin derselben Entbehrung. Irland ermüdet nicht, ihnen beizustehen, und um dießmit mehr Erfolg thun zu können, hat eS in Drnmconora bei Dublin die Anstaltgeschaffen, welche unter dem NamenColleg Allerheiligen" bekannt ist. Dieses Col-legium, welches ganz für die Htranbildung von MissionSpriestern für alle Theile derErde bestimmt ist, wird lediglich durch daS Almosen der irischen Katholiken erhalten,welche inmitten ihres größten Elendes, selbst wenn sie Hunger sterben sollten, nochihren Pfennig für die Unterhaltung dieser Pflauzschule apostolischer Männer hergeben.Im Wettkampfe sür diesen Eifer widmen sich Priester ganz unentgeltlich und lediglichgegen Kost und Wohnung der Erziehung der Studirenden dieses HauscS, daS seit1842 einhundert und dreißig Priester iu die auswärtigen Missionen geschickt hat.Gegenwärtig sind etwa hundert Jünglinge in der Anstalt; aber die Bedürfnisse derMissionen erforderten wobl zehnmal mehr. Die Oberen haben deßhalb auch beschlossen,das Haus zu vergrößern, und sie vertrauen dabei aus die göttliche Hilfe und dieUnterstützung der katholischen Welt. (UniverS.)

Verantwortlicher Redacteur: L, Schönchen

Verlags-Inhaber: F. C. Kreme,,