Ausgabe 
14 (23.4.1854) 17
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Endlich, ist Maria nicht für Alle der Erbtheil des Himmels, die Arche desBundes, der MeereSstcrn, die Zuflucht der Sünder, die Trösterin der Betrübten?Tief durchdrungen von den Gefühlen des Vertrauens, die alle christlichen Jahrhundertemit so viel Recht für die Mutter Gottes gehegt, hat der Kaiser im Hinblick auf dieEreignisse, die die Zukunft noch in ihrem Schooße birgt, die sich aber ahnen lassen,dem Geschwader dieses geweihte Bild geschickt. Indem er euch dieses geheiligte Geschenkübergibt, richtet er die Worte an ench, die Constantin der Große in den Himmelnlas: in uoc 8igno vinees, in diesem Zeichen werdet ihr siegen, ihr, die ihr für dieGerechtigkeit kämpft: Das Bildniß Mariens sey für euch ein neucö Labarum, einundurchdringlicher Schild, eine Standarte des Sieges.

Tapfere Mariner, erfasset den Gedanken unseres Kaisers; stellet euren Muth,eure militärischen Kenntnisse unter den Schutz derjenigen, die stark ist wie eine zurSchlacht gerüstete Armee, und Frankreich , unftr schönes Vaterlanv, wird sich einst derThaten rühmen, die ihr vollbracht. Dieses heilige Bildniß nehme ans derStadtParis " für gewöhnlich seinen Platz bei den Kraulen ein, die daraus Kraft und Trostschöpfen werden, und Sonntags wird es den Opferaltar zieren, um den ihr euch,Soldaten derStadt Paris " nach dem Beispiel eures edlen Chef zu versammelnbeeifern werdet, eure Herzen zu den Füßen Jesn Christi auszuschütten und Schutzund Hilfe von Marien zu erflehen.

Ich weiß euch cm GebirgeUnd einen blauen See,

Am Fuß der Berge Blumen,Auf ihrem Scheitel Schnce.

Pofsenhvsen und München .I.

Auf meiner Wcmd'rung kam Ich

Zu einem schönen Schloß,Das heißet Possen Höfen,Ist Herzog Mcircns Schloß.

Und an des Sce's Ufern

Manch schmuckes Dörflcin ruht,Und manches Schloß auch spiegelt

Sich in des Sce's Fluth,

Bin still vergnügt gewandertDen ganzen See entlang.

Vom Morgen bis zum Abend,Nicht müd' macht' mich der Gang,

Ich weiß in Münchens MitteEin Kirchlcin still und klein.

Viel fromme Beter wallenDen ganzen Tag hinein.

Ein Bild der Mutter Gottes,

Das machet wohl bekanntDas Herzogspitaltirchlein,

Im ganzen Baycrlanc,

Ich laun's ench nicht beschreiben,Wie's in dem Kirchlein gnt,

So heimisch und so wonnigDem Beter wird zu Muth.

Drauß geht die Welt mit Lärmen,

Drin "ist's so andachtöstill,Drauß quält man sich mit Sorgen,

Drin spricht man:Wie Gott will"

l!.

Das Herz mir freudig pochte,Wie ich das Schloß geschaut,

Denn wißt, hier stand die WiegeDer holden Kaiserbraut.

Denn wißt, hier hat Franz Joseph Bei seiner Braut geweilt,

Hier sind ihm frohe TageMinuten kurz enteilt.

Drin' hab' ich oft geknieet,

Wenn drauß man mich gekränkt, «Und hab' mit Himmelsthaue

Mein wundes Herz getränkt,

D'rin steht die Mutter Gottes

In ihrem Schmerzcnsbild,Ein Trost in unserm Kummer,

Im Leiden unser Schild.

Anch heut ging ich zum Kirchlein,

Wen hab' ich da geschaut?In tiefster Anoacht knicend

Die fromme Kaiserbraut.

Ja, vor dem Gnadenbildc,

Da lag sie im Gebet,Sie hat wohl für Franz Joseph

Maria angefleht.

Frz. Lav. Schumacher.

Verantwortlicher Redacteur: L Schönchen

Verlags-Inhaber: F. E. Kremer,