Ausgabe 
14 (7.5.1854) 19
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Hörnern erschien. Am Fuße des jähen Felsen zeigt man die Höhle, in welche sichder heilige Benedict zurückzog, als er, auS Rom entfliehend, das Einsiedlerlebenbegann. Denn erst etwas später begab er sich von hier in die berühmte Grotte beiSubiaco, wo er drei Jahre verborgen blieb, und dann die ersten Klöster seinesOrdens baute. In einem kleinen Dorfe, nicht weil von jener Capelle deS heiligenEustachiuS gelegen, befindet sich ein Bild der schmerzhaften Mutter, das in derjüngsten Zeit Gegenstand ganz besonderer Verehrung geworden ist. Nicht blos diearmen Bergbewohner, sondern viele in der Umgegend wohnende Gläubige, welchesich jener Andacht empfahlen, oder sie auch veranlaßten, während mehrere Tagebesondere Gebete zu Ehren der Mutter des Herrn zu verrichten, erhielten von Gott die Gnaden, die sie begehrten, und nicht selten auf eine Weise, die an'S Wunderbaregränzte. Indem sich also die Andacht zur schmerzhaften Mutter immer vermehrte,regle sich in den Bewohnern jenes Dorfes der Wunsch, eine Kirche zu erbauen, inwelcher sowohl sie selbst, als auch fromme Pilger ihre Andacht verrichten könnten.Das Dörflein hat zwar eine Kirche, aber eine solche, die kaum diesen Namen ver-dient. Indeß eine neue zu erbauen war ein gar kühner Gedanke. Um den Bodenfür den Bau zu gewinnen, mußten die starren Felsen, zwischen denen die Hütten derarmen Landleute gebaut sind, der Erde gleichgemacht werben, nnd mit welchen Kostenmüßte dann erst die Ausführung des Gebäudes auf dieser Höhe, wohin keine Straße,sondern nur enge Pfade führen, verbunden seyn! Ein Priester, der sich von Zeit zuZeit aus Rom in jene Berggegend begibt, ermunterte nichts desto weniger die gute»Leute, Hand an's Werk zn legen. Er suchte und fand wenigstens so viel Unter-stützung, daß jene, die an der Abtragung der Felsen arbeiteten, für die Zeit, die sieihren sonstigen Beschäftigungen entzogen, schadlos gehalten wurden. Nun entstandaber, wie die Arbeit sorlschrilt, der Gedanke, nicht sowohl eine kleine Psarrkirche znbanen, als vielmehr einen Wallfahrtsort, an dem das Leiden deS Herrn und seinerMutter verehrt würde, zu gründen. Zu dem Ende sollte nicht nur die Kirche geräu-miger, sondern auch ein an dem Berge sich hinziehender Kreuzweg mit den vierzehnStationen angelegt werden. Diese Unternehmung ist nun freilich bis jetzt nur einPlan, der aber so große Theilnahme gefunden hat, daß man an feiner Ausführungkeiuesweges verzweifelt. Es ist eiu erhebender Gebanke, in der Nähe der Hauptstadtder Christenheit ein Denkmal der Geheimnisse des Leidens, durch das die Welt erlöstwurde, und an einem One zu besitzen, der schon in mehrfacher Hinsicht den Christ-glänbigen ehrwürdig ist. Die armen Bergleute haben ihre Arbeit vollendet, und mitunsäglicher Anstrengung die Felsen geebnet. Es sind noch ehe Ausforderungenergingen ziemlich bedeutende Summen geschenkt, und vermittelst derselben die zumBau nöthigen Materialien zum Theile schon angeschafft worden. Der heilige Vaterbegünstigt das Unternehmen, und der verehrte Cardinal Fransoni hat sich an dieSpitze desselben gestellt. Man wird nun eine allgemeine Collecte, auch außerhalbItaliens, anstellen: möge Gott das begonnene Werk durch seinen Segen fördern!(Münst. Sbl.)

Die katholische Kirche auf den Tandwichinseln.

Münster . In den letzten Tagen des März besuchte uns ein Mitglied derPicpus-Cvngregation, Bernhard Hermann Köckemann , um von seinen Elternin Ostbevern Abschied zu nehmen und dann als Missionär nach den Sandwich-inseln sich zu begeben. ES ist höchst erfreulich, daß die Deutschen wieder anfangen, thatsächlich zu widerlegen, als seyen sie nicht sür die auswärtigen Missionengeeignet. Hat doch Deutschland in früheren Jahrhunderten ausgezeichnete Missionäregeliefert, warum sollte es jetzt die Fähigkeit dazu verloren haben? Gort geleite denjungen Missionär auf seiner Reise, die bei der ungeheuren Entfernung nach seinerAussage wohl über ein halbes Jahr dauern wird! Wir fügen einige Worte über