Ausgabe 
14 (7.5.1854) 19
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die Sandwich,'ii sein hinzu. Schon im Jahre 1826 reisten die ersten Missionärezu den Sandwickinseln ab; mußten jedoch wegen der von den methodistischen Missio-nären (diese haben schon seit fünfzig Jahre» dort festen Fuß gefaßt) ausgehendenVerfolgungen bald zurückkehren. Indeß durch Geduld und Ausdauer bei unzähligenRänken und Gewaltthätigkeiten ist es ihnen im Jahre 1838 gelungen, diese Missionals apostolisches Vicariat regelmäßig zu organisiren. Die Missionäre haben bereitsmehrere größere Kirchen und viele Capcllen erbaut, Schulen errichtet und besitzen sogarein Pensionat von dreißig Schülern in der Hauptstadt Honolulu . DaS ganzeVicariat besteht ans sieben bewohnten Inseln. Die Einwohnerzahl beträgt ungefähr86,000 bis 90,000, von denen 22,000 Katholiken, 22,000 Protestanten, die übrigennoch Heiden sind. Die Religion ist frei nach den LandeSgcsetze», welche sogar denalten Aberglauben verbieten. Indeß wird das Heideuchum heimlich noch begünstigtdurch die inländischen Häuptlinge und die katholische Religion von dem Ministerium,wclckeS großenlheils aus Protestanten zusammengesetzt ist, unter der Hand verfolgt;vorzüglich in Betreff der Schulen, indem die katholischen Lehrer nur mit der größtenSchwierigkeit zu einer Anstellung gelangen, in der Besoldung sast ganz vernachläßigtwerden und noch unablässig zum Abfalle gereizt werden. Deßungeachtet sind dieMinister unverschämt genug, die ganze Schuld den Häuptlingen aufzubürden, welcheim Grunde nur ihre Werkzeuge sind. Aber die Hand Gottes wird dadurch nur umso sichtbarer. Denn irotz aller Hindernisse macht der Katholicismus sehr bedeutendeFortschritte. Im Jahre 1851 zählte man 1700 Taufe», und nach den letzten Berich-ten neigt sich die ganze Bevölkerung dem katholischen Glauben zu, weil sie in derletzten Zeit bei Gelegenheit einer verheerenden Seuche die aufopfernde Nächstenliebe derkatholischen Missionäre in ihrer ganzen Größe erkannte.

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London, 21. April. Der hochwürdige Episkopat von England hat an denhochwürdigsten Erzbischof von Freiburg eine Collectivadrcsse gerichtet, worin eS heißt:Gott hat Ihnen einen harten Kampf gegeben, damit Sie cineS Tages siegreich seyen,auf daß die Feinde der Kirche erfahren, daß sie trotz aller ihrer Gewandtheit undGewalt nur unmächtig sind der Weisheit gegenüber, welche die Vertheidiger derselbenmit Sanftmuth, Langmuth und Geduld bewaffnet. Mit diesen Waffen haben Sie,ehrwürdiger Bruder, muthvoll gckämpft, durch sie haben Sie die Sache GotteS undseiner Kirche so gut erhöhet. Welchen Trost, welche Ermuthigung und Freude findenwir nicht in dieser unerschütterlichen Treue eines unerschrockenen Kämpfers, der schonlange im Feldlager der Kirche ergraut ist, dessen herrliche Beispiele uns an die erin-nern, welche wir vom heiligen Anselm und vom heiligen Thomas empfangen haben?Alle beiden haben, durch ihre Geduld und der zweite durch seinen Tod, einen soglänzende» Sieg über Feinde davongetragen, welche gerüstet waren, die Kirche mitAllem, was im Bereiche der menschlichen Macht liegt, zu verfolgen, Sie, ehrwür-diger und hochgeliebter Bruder, Sie, in dem das hohe Alter den Muth und dieGluth der Jugend nicht gestört hat, Sie, der sie immer bereit, für Gott und seineKirche zu sterben, sich nicht durch Drohungen und Bande einschüchtern lassen, Siehaben bereits gesiegt."

Beravtwortlicher Redacteur: L. Schönchen

Verlags-Inhaber: F. E. Kremer.