Ausgabe 
14 (14.5.1854) 20
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welche zunächst zur Erziehung und zum Unterrichte bestimm! sind: Schulbrüder, Schul-schwestern, barmherzige Bruder, barmherzige Schwestern müßten die größtmöglicheVerbreitung erhalten. Jene vielen Verwahrlosten, die Alles besorgen und AlleSbefürchten lassen, und irotz der Errichtung von Häusern noch nicht verwahrt sind;jene zwei Hanpinrsachcn der Verkommenheit, Unkenntniß der Mittel zur Begründungeiner besseren Existenz und Flachheit des Glaubens, würden ohne viel Aufsehen undNachdenken verschwinden.

3. Die bisherige Armenpflege muß durch eine bessere, sachgemäße ersetzt wer-den. Man Hai bereits gefühlt, daß diese nicht ausreicht, und dadurch Obsorge zutreffen gesucht, daß man ihr außerordentliche Mitglieder beigab, die persönlich um denNothstand in geistiger und leiblicher Beziehung sich zu interessiren und Abhilfe zubeschaffen habe». Wenn die ganze Organisation dieser Pflegen fehlerhaft, so ist eSdieses Projekt nicht weniger. Wir wissen es aus eigener Anschauung, wie wenig mitallen diesen Anordnungen gethan ist, bei denen deS Gegensätzlichen so viel influirt,daß man gewöhnlich über den Anfang nicht hinauskommt. Der eigene Beruf, derauch abgewartet seyn will, die Apathie gegen Vieles, das solcherlei Lente nicht über«winden tonnen, und das nicht eher entdeckt wird, bis eS zu spät ist, die Bande derVerwandtschaft und Freundschaft, welche den Almosenier schon in das Parteigetriebehinabziehen, oft das Unvermögen, auch beim besten Willen der sittlichen Noth dierichtige Heilung entgegen zu setzen (denn mit einer matten und natürlichen Moral istnichts gethan), endlich das Begnügen mit der tabellarischen Ausfertigung, so daß eSnur eine schreibselige Abhilfe mehr wird das sind die Gebrechen, an denen dieseProjene scheitern müssen. Hier ist es wieder allein die Kirche, die in sich die richtigeMethode birgl. Es gehört zu Allem, so auch zur Armenpflege, nicht bloß eine all-gemeine Befähigung, sondern ein besonderer Beruf; ohue diesen kein Heil.Den Beruf der Armenpflege hat nur die Kirche; ihre Vorsteher sind somit die gebor-nen Pfleger der Armen. Der Kirche überlasse man ihre Armen, die für sie schon soGroßartiges in ihrer volleren Freiheit geleistet; eS werden bald neu organisirte Pfle-gen, ganz dem Geiste der Kirche und der Natur der Sache gemäß, sich erhebe».Nach allen Seiten hin ist der Erfolg gesichert; steht ja Niemand dem Einzelnen sonahe, als der Seelsorger, vertraut mit seiner Noth, die ihn bei ihren verschie-denen Mannigfalligkeiten in Anspruch nimmt, als der Seelsorger, der mit der Heilig-keit seines Berufes und Würde seines Amtes umgeben jetzt die verlassenen Kleineilcimr sicheren Zufluchtsstätte zuführt, jetzt mit der Liebe des gute» Hirten denVerirrten umfäugt und nach der Aussöhnung mit Gott als nützliches Glied derGesellschaft zurückgibt, jetzt mit christlichem Almosen und nicht mit zugesicherte« Pfründe-mäßigen Reichnissen die Noth lindert uud zugleich den Balsam christlicher Liebe inseine Wunden gießt, jetzt der unbekannten Noth nachgeht und den Keim deS Uebelserstickt, der unberechenbar um sich gegriffen haben würde.

Man tragt sich herum mit den Hoffnungen auf die sogenannteinnere Mis-sion". Abgesehen davon, daß es schwer ist, zu ergründen, waS dieser baroke, vonder katholische» Kirche ungc,chickt entlehnte Ausdruck sagen will, so ist kein Mensch sosehr der berufsmäßige innere Missionär, in der wahren Bedeutung deS Wortes, alsder Priester. Dieinnere Mission", so viel nämlich dem Worte abgewonneil werdenkann, wird Niemand so lren und erfolgreich üben können, als der Priester; er, derdas geistige und leibliche Element in dem einen Almosen unter Gottes Hut, der seineDiener lenkt, dem Dürftigen mittheilt; er, der ein specifisch gnädig begabtes Gliedder Kirche ist, die für sich den Beistand des heiligen Geistes ha>, im Blute desLammes, das am Altare geopfert wird, die Schuld der Welt sühnt, und auf dasihm vertraute Opfer die Fülle deS Segens herabfleht; er, der nach dem Worte undBeispiele seines Herrn und Meisters der Diener Aller geworden, alle Noth der Sei-nigen mitfühlt, und wie ein Vater auch mir Hintansetzung seines eigenen Lebensihnen beizuspringen bereit ist.

4. Je mehr die christliche Association begünstigt wird, desto mehr muß dievom Hauche der Sünde vergiftete beschränkt werden. Dahin gehört vor Allem das