Ausgabe 
14 (21.5.1854) 21
Seite
163
URN (Seite)
  
 
Einzelbild herunterladen

leg

lich aber wollen wir dafür sorge», unser Gewissen von aller Schuld zu reinige» unduns vorbereiten, mit Ergebung in Gottes heiligen Willen die Züchtigungen ainznneh.inen, mit denen er vielleicht nnS heimzusuchen beschlossen hat.

Noch eine andere und eine der schrecklichsten Geißeln des göttlichen AorueSbeginnt jetzt übrr die Nationen Europas herabzukomme», eine Geißel, me der könig-liche Prophet für schlimmer hielt, als Pest und HuugerSnotb. Haft vierzig Jahrehaben wir einen tiefen Frieden genossen; aber jetzt ist uns ein so großes Gut entzogenund wir sind in einen Krieg verwickelt, dessen Wechselfälle und endlichen AusgangNiemand vorherschen kann. ES ist ein Krieg gegen einen sehr mächtige» Monarchen,der stetS ein gefährlicher Feind unserer heilige» Religion gewesen ist, I» dc» seinerMacht unterworfenen Ländern hat er die Scenen der Verfolgung unv EonfiScationenerneuert, deren Schauplatz unser armeS Land iinter Elisabeth und ihren Nachfolgerngewesen ist. Er handelt nach denselben Grundsätze» und ist vo» demselben Geistebeseelt, wie die Fanatiker unseres Reiches gegen unsere klösterlichen Institute; anch erhar Nonnen verfolgt, Klöster zerstört, ihr Eigenthum confiScirt unv auf viele andereWeise die Kirche Ehristi bedrängt. Und als er so handelte, sprachen na Diejenigen,welche jetzt, wie ne heuchlerisch versichern, für die Sicherheit der Freiheit »nd veöEigenthums der Katholiken wirken, gegen seine Verfolgungen und Gewallthaten?Sie schwiegen over gaben ihm Beifall. Eine einzige Stimme wurde laut zur Ver-theidiguug der Uiischiiiv und Gerechtigkeit, die Stimme deS Nachfolgers deö heiligenPetruS, welcher, obwohl ein abgelebter Greis und am Rande des Grabes stehe»!',dem Atiiia unserer Zeit mit apostolischem Muthe entgegentrat »nd ihn an die furchebaien Strafgerichte Gottes über die Verfolger der Kirche erinnerte.

Die von dem Papste vorher verkündete Zeit der Bestrafung ist vielleicht gekom-men. Die ehrgeizigen Absichten dieses Monarchen gegen einen benachbarten Staathaben unsere gnädige Königin und ihren Verbündeten, den Kaiser der Franzosen ,genöthigt, ibm den Krieg zn erklären zur Vertheidigung der Gerechtigkeit und derRechte des angegriffenen Staates. Der Kampf hat begonnen, aber wir können anseinen Verlauf nur mit Schauster» deuten. Wie viele Länder werden während des-selben verwüstet, wie viele Städte geplündert und zerstört, wie viele Uebel verursacht,wie viele Verbrechen verübt, wie viele tausend Menschen niivorbereiler vor GottesRichterstuhl gefordert werden! Wenn wir die Größe dieser Uebel betrachten, so könnenwir sie, auch weun sie uns nicht unmittelbar berühren, nur beklagen und alö Christe»und Jünger deS Gesetzes der Lieoe, den Herrscher über alle Nationen bitten, Sto'zund Ungerechtigkeit zu demüthigen, den Waffe» unseres Reichs den Sieg zu verleihen,den Krieg zu einem schnellen und glücklichen Ende zu führen und unS die Segnungendes Friedens zurückzugeben. Viele unserer tapfern LandSleute sind gegange», dieSchlachten unseres Reiches zu schlagen; wir sollen nicht vergessen, für sie besonderszu beten: inmitten der Gefahr und großer geistiger Verlassenheit ausgesetzt, bedürfensie der liebevollen Hilfe der Gläubigen. Um unsere Gebete für sie und den Siegunserer Waffen wirksamer zu machen, gebieten wir allen Priestern der Diöccse bis aufWeiteres jeden Sonntag nach den andern vorgeschriebenen Collecte» daS Gebet a»sder Messe tempore Iielli beizufügen.

Wir können beifügen, daß cS den Kindern Maria als eine gute Vorbedeutungei»es glückliche» AuSganzS deS Krieges erscheinen muß, daß die Flotten unseres Ver-bündeten, deS Kaisers der Franzose», unter den Schutz der Mutler GotteS gestelltsind, und daß ihr Bild, vom Kaiser übersandt, mit großer religiöser Feierlichkeit anBord deS Admiralschiffs aufgestellt ist. Dieses feierliche Bekenntniß deS katholischen Glaubens und der zarten Andacht zur Mutter unsers Herrn muß die Quelle unschätz-barer Segnungen seyn. Wir dürfen zuversichtlich erwarten, daß es dazu beitragenwird, einigermaßen der gekränkten Ehre der Himmelskönigin Genugthuung zu leistenfür die Schmähungen und Verhöhnungen, welche in den letzten Jahren anderswo ihremNamen und ihreu Bildern zugefügt sind (W. Z)