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Wahrhaft apostolischen Laufbahn vorzüglich der Armen und wohlthätigen Institutegedachte, ohne hierbei die treuen Dienste seiner unmittelbaren Umgebung zu übergehen.
Ein mit so hohen Tugenden reichlichst ausgestatteter, thatenvoller Lebenswandelwendete ihm eine so innige und allgemeine Verehrung zu, wie sie kaum irgend Jemandzuvor in Görz genossen; das unter der Leitung des Domcapitels von der GörzerBevölkerung ohne vorhergegangene Aufforderung am 5. l. M. prunkvoll veranstaltete,Geleite des viel Beweinten zur Ruhestätte hat hiervon den sprechendsten Beweisgegeben. Von den Görzern wird sein Andenken unvergänglich erhalten werden. (W. Z.)
Zur Kirchengeschichte Bosniens.
II.
Aus Slavonien. Nach der Zerstreuung des katholischen Volkes und seinerPriester, von welchen ein großer Theil schon früher durch die Schärfe des Schwertesgefallen war, wurden die öden Klöster dem Erdboden gleich gemacht; dennoch kehrtendie Väicr, um wenigstens die drei Klöster SutinSka, Foinica und Krcshevo zuerneuern, wieder zurück; aber alsbald vertilgte die kannibalische Wuth der Feindeabermals die nur im Wesentlichsten hergestellten ärmlichen Bauten; sie blieben fastdreißig Jahre im Schütte, bis sie dann wieder hergestellt wurden und bis auf denheutigen Tag den Arbeitern im Weinberge des Herrn zum Aufenthalte dienen. Indiesen heiligen aber ärmlichen Mauern widmen sich die Franciscaner-Väter der Jugend-bildung, nehmen Knaben von zehn bis dreizehn Jahren auf, leiten ihre Erziehung biszum Priesterthum und übe» die Scelsorge über eine Anzahl von 120—130,000 katho-lische Christen in Bosnien (früher auch in Erzegowina über 37,000). Die Kloster-zucht wirv strenge gehandhabt und man kann behaupten, daß eine ähnliche Disciplinvielleicht in wenigen der übrigen Klöster anzutreffen ist. Im Kloster zu SutinSkabesteht seit undenklichen Zeiten der Gebrauch der Glocke; und trotz aller Bestrebungenund gehässigen Bemühungen der Türken zur Beseitigung derselben blieb ihre Absichtohne Erfolg, Obbenannte drei Klöster haben jedoch kaum die Form oder Aehnlichkeitder Klöster in andern Provinzen; sie sind niedrig, enge, finster, daS Baumctterialcmehr hölzern als aus Stein, mehr Höhlen als Klöstern ähnlich; weil es aber inganz Bosnien wenig bessere Gebäude gibt, so haben sie im Verhältnisse zu diesen daSAnsehen von Palästen. SutinSka allein hatte das große Glück, durch einen Fcrmanvon 1847 ein neues Gebäude von vier Zimmern dem bestehenden Kloster angebautzu scheu. So bilden diese drei Klöster und noch sechs Residenzen, welche sämmtlichzugleich Pfarrhäuser sind, den ganzen Bestand der bosnisch -argentinischen Provinz,welche schon Papst Eugen IV. „murum inexpuAngbilem pro äomo vei" nannte;Pray aber, ein ungarischer Hisioriograph, in 8psc. nier. Ilnng. psrt. 2. pag. 237von ihr sagt: „Ouoium (I'rimeiseanorum) merita in eam re^ionem nemo umczusmsstis vraedicaverit, cum servawm istln'0 religionein catuolieam sore unis clenea-mus." Cardinal Sacripantiö aber clcl. 12. Sept. 1712 sagt: ,,^tt«-nt!s bonis reis-t,ioniliu8 »6 nanv saersm Longieggtionem (cke vrop»g. licls) a O. Lsräinalo I>iäx?a,nuntio »postolico Viennse, cle liinorivus ZÜinorum Kosnensiurn ins» s. Longre-gstio reinanet seciilicaw in islis bonis Keli^iosis." Uebergehend viele andere Zeug-nisse aus lang entschwundenen Jahren wollen wir noch anführen den berühmten Car-dinal Mai, der im Bewußtseyn des edlen Strebens dieser Väter sich ausdrückte:„lollere provincism o Kosn» est tollere Lnristuin." Wir wollen auch nicht weit-läufig seyn in den Lobreden für die unermüdete Thätigkeit, edle Aufopferung und denFeuereifer der bosnischen Väter; wer sich hiervon überzeugende Gewißheit und klareBegriffe verschaffen wollte und nach Bosnien käme, der müßte sich wundern, waseine klare Schaar religiöser Männer vermag; staunen müßte er über den himmlischenSegen, womit die Arbeiten dieser katholischen Pflanzer begleitet sind, da sie unauf-
«) Salzb. Kbl.