Ausgabe 
14 (9.7.1854) 28
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stoßen: den Einen wird daS Antlitz der Madonna zu breit seyn, den Andern wirdAdam nicht genügen; Manche werden mit dieser originellen Auffassung des Jsm'aSsich nicht zurecht finden. Dagegen wird die Menge mit Erstaunen diese nicht erwar-tete Farbenpracht schauen und dieses grelle Kolorit, welches der Künstler nur ausRücksicht auf die Wirkung der GlaSgemälde nothwendig erachtete, an sich für dasRechte und Vollendete halten. Mißlich ist hierbei nur der Umstand, daß dieses Bild,welches für einen Altar des Kölner DomeS bestellt, und so ganz in dieser Bestim-mung ausgeführt worden, vielleicht nicht einmal eine Stelle im Dom finden wird.Die gothischen Puritaner finden außer den Glasgemälden jedes Gemälde unvereinbarmit dem Charakter des gothischen Gotteshauses; dem Vernehmen nach wird derberühmte Altar des Wilhelm von Köln in eine Capelle verlegt und die FreskenSteinle'S werden ausgekölgt. Overbecks bewunderungswürdiges Altarbild bekommtvielleicht im Dämmer der Sacristei eine Gnadenwohnung. (Salzb. Kbl.)

Burghausen .

Vurghausen, 28. Juni. Die Jubiläumsfeier in Maria Ach ist von nahenund fernen Andächtigen auS Oesterreich und Bayern sehr zahlreich besucht und dieseTage über sind verschiedene Krenzzüge angelangt. Wegen des hohen Alters dieserGnadenkirche dürfte Näheres über ihren Ursprung von allgemeinem Interesse seyn.Nach uralten noch vorhandenen Schriften ist das schöne und reiche Altar-Marienbildauf der Salzach vom Hochwasser hergetragen und nicht ferne vom jetzt neu und sehrhübsch wieder hergestellten Schlosse der Hofmark Ach verblieben. Heinrich Acher,Hofmarksherr, ließ das Bild in sein Schloß bringen, aber des andern Morgens wardaS Bild wieder dort, wo es der Strom auSgetragen hatte. Der Versuch, dasBildniß inö Schloß zu übertragen, blieb dreimal ohne Erfolg. Nuu ließ Herr Hein-rich Acher, vom heiligen Antriebe bewogen, diesem wunderbaren Marienbilde an ebendem Orte, wo eS immer gefunden wurde, als an einem auserkorenen LieblingSortezur Verehrung Marias im Jahre 135^i ein Kirchlein bauen und stiftete im nämlichenJahre auch noch ein Beneficium dazu. Mehrere Päpste verliehen den Pilgern zurWallfahrtskirche in Ach viele und große Ablässe, so z. B. Paulus II., SirtuS XI.,Junoceuz XIII., Clemens XIII. :c>, dann Benevict XIV. und neuestenS PiuS IX. DaS Vreve PiuS IX. enthält auch folgenden Satz: . . .Wir befehlen aber auch,daß, wenn für Erlangung, Fertigung und Zulassung oder Veröffentlichung diesesAblaßbriefes daS Mindeste gegeben oder auch nur eine freiwillige Gabe angenommenwerden möchte, dieser selbe Brief keine Giltigkeit haben soll" sehr geeignet, in dieserZeit, wo die Feinde der Kirche insbesondere dieftn Punct stets zn Verdächtigungen derKirche auszubeuten bereit sind, solchem unredlichen Bemühen die Spitze abzubrechen.(LandSh. Ztg.)

Nordamerika .

Am 16. Mai l- I. feierten in St. Louis am Flusse Missouri die dort wohnen-den Böhmen katholischen Glaubens den Stiftnngötag ihrer kirchlichen Gemeinde undzugleich daö Fest ihreö Landespatrons, des heiligen Johann von Nepomnk. DiePredigt hielt der hochwürdige Herr Lipowsky. Zum ersten Male ertönte in der neuenWell das Wort GottcS in böhmischer Sprache von der Kanzel. Tief ergriffenzeigte sich die zahlreiche Versammlung, die in den lieben Klängen ihrer Muttersprachedas Wort GotteS verkünden hörte. Der hochwürdigste Herr Erzbischof von St. Louisertheilte bei dieser Feier 15l1 Personen das hl. Sacrament der Firmung.

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