s
S26
Der Blitze durchkreuzend GefuukelHinschleudernd durch's nächtliche Dunkel?Horch' fernher rollt mit Getös' und MachtDer Donner dumpf und erbebt und kracht,Und rings sein Tosen wiederhallt,Wo Blitze schlürft der Eichenwald, —Und Frösteln zittert durch die Glieder,Und Stürme brausen hin und wieder,
Die Gegend zu verheeren.Und hell aufflammt des Feuers Wuth,Auf gliih'ndem Sammt' die Wolke ruht,
Den Regen zu gebären.Der Beter Schaar befällt Entsetzen,Und Angstschweiß ob des Sturmes Hetzen,
Und Furcht für Haus und Feld und Kind. —Sie fleh'n zur Jungfrau: „Hilf uns Armen,„Wend' Deine Augen, voll Erbarmen,„Auf uns, die wir hier hilflos sind.„Gebiet' dem Sturme, daß er weiche,„Der FeuerSgluth, daß sie erbleiche,
„Von mildem Regen cibgekühkt.„Beschirme HauS und Feld und Kinder,„Du Schutz der Unschuld und der Sünder,„Und sey vor Unglück uns ein Schild!"Da träufelt der Rege» plätschernd hernieder
Und strömet in wachsendem Fluß'.ES zischen die Flammen im Strauch' und im Flieder
Und weichen im Wald dem Erguß'.Es schweigen die Donner, der Blitze GefuukelVerliert sich, erschreckt, im enteilenden Dunkel,Es spaltet das düstre Gewölk'.Die Nebel, sie fliehen,Die Wolken, sie ziehenHinab an des Himmels Gewölb'.Und plötzlich glänzt,Von Duft umkränzt,Die Sonne auf den Höhen —Und steigt in'S ThalMit ihrem Strahl'Und tilgt des Wetters Wehen.
Mit neuer LustE Schlägt Aller Brust,Befreit von ihren Sorgen;Sch'n sich ja barDer Todsgefahr,Seh'n Haus und Kind geborgen —Maria, Jungfrau, Königin!Sey Aller Hort, so zu Dir flieh'«,Sey huldvoll stets dcu Deinen. —Erhör' mein Fleh'n, das Liebe spricht,Verlasse Deine Kinder nicht,Die hilflos vor Dir weine»! —
0<7