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tember 1849 bis Ende 1850, haben nach und nach auch die Städte Besanyon, An-gerS, Bordeaux, Rouen und Nancy ähnliche Zufluchtsstätten für daS hilflose Altereröffnet, und den Schwestern der Armen die Pflege in denselben übertragen.
Alle diese Anstalten sind gegründet und bestehen, wie die zu Saint-Servan,daS heißt, ohne zuvor vorhandene Hilfsmittel, ohne feste und sichere Einkünfte, bloßdurch Hilfe der Privalwohlthäligkeit und des täglichen Almosens. Jene Liebe hat siegegründet und erhält sie, die, entströmt dem göttlichen Herzen Jesu Christi , ihre Freudedarin findet, an diesem unscheinbaren Werke sich zu betheiligen, um armen Leuten,unsern Brüdern und Schwestern in Christo dem Herrn, die leibliche Pflege zugewähren, deren sie am Ende ihres Erdenlebens so sehr bedürfen, hauptsächlich aber,um ihnen jenen geistlichen Beistand zu verschaffen, mittelst dessen ihre Seelen wvhl-vorbcreilet und sündenrein zu ihrem Schöpfer zurückkehren. Der Umstand aber, daßalle diese Häuser ohne vorherige Beschaffung von Geldmitteln gegrünvet sind, undohne alle sichere uud feste Einnahme fortbestehen und gedeihen, ist eine neue Verherr-lichung und laute Offenbarung der göttlichen Vorsehung für unsere Zeit. Die gläu-bigen Christen sehen sich dadnrch gedrungen, die Vorsehung zu preisen, jene Christenaber, die nicht an sie denken oder nicht an sie glauben, werden durch jenen Um-stand fortwährend an das Vorhandenseyn derselben erinnert uud wider Willen davonüberführt.
DaS Mutierhaus der Genossenschaft befindet sich gegenwärtig zu TourS. DerErzbischvs beweiset dem Werke eine große Theilnahme und väterliche Fürsorge. DieGesammlzahl der Schwestern beträgt schon über hundert. Die Genossenschast hat ihreeigenen Regeln und Constitutionen, welche dem Berufe der Mitglieder uud der Auf-gabe, welche diese verfolgen, ganz entsprechen. Das eigentliche und unterscheidendeMerkmal dieser Regel ist das der Einfalt und, wenn man den Ausdruck gebrauchenkann, das der Kleinheit; nennen ja auch die Schwestern sich beständig die kleinenSchwestern der Armen (^etites-Lovurs cls p-wpres). Sie stellen sich — und darinspricht sich der eigentliche Geist dieser neuen religiösen Familie aus — in jederBeziehung völlig ihren lieben Armen gleich, schlafen wie diese auf S>rohs.icken undernähren sich wie diese von den geschenkten Speiseresten. Ein solcher Ge st der De-muth und sich veriäugnendcn Liebe aber har noch immer Großes gewirkt, und wirdnicht bloß dem hilflosen Alter nützlich werden, sondern auch unserer selbstsüchtigen,hochmüthigen und genußsüchtigen Zeit einen Spiegel entgegenhalten und einen neuenBeweis liefern, wie besorgt die katholische Kirche für die Armen uud Leidenden ist.(Salzb. Kirchenbl.)
Am 23. Mai wurve zu Quebec das zweite Provincialconcilium der Kirchen-provinz Canada eröffnet. Es waren anwesend: Msg. P. F. Tourgeon, Erzbischofvon Quebec, Msg. I. B. Bourget, Bischos von Montreal , Msg. C. Larocque,Bischof von Cybonia i. p. i., Coavjutor des Bischofes von Montreal , Msg. P. Phe-lan, Bischos von Carrha i. p. i., Administrcuor des Bisrhums Kingstown , Msg.Amand, Graf von Charbonnel, Bischof von Toronto , Msg. B. Guigne, Bischof vonBytown, Msg. P. Cooke, Bischof von TroiS-RiviereS , Msg. T. C. Prince, Bischofvon Saint-Hyacinlhe, Msg. P. Baillargeon, Bischof von Tloa, Coavjutor des Erz-bischofes v.'ii Qnebcc. Auch R. P. Äiuomn, Provincial der Oblaten, R. R, gelirMartin, Superior der Jesuiten , und der Superior von Sr. Sulpice wohnten demConcil bei. — Die Fragen über die Erziehung und besonders über die kcttholis^eUniversität werden wohl besonders das Concilium beschäftigen. Die Vorbereitungenzur baldigen Eröffnung der katholischen Universität zn Quebec werden in einem groß-artigen Maaßstabe betrieben.
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