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zu erhalten, oder, wenn eS durch die Ungunst der Zeiten geschwächt worden war,von Neuem zu beleben und zu befestigen. Aus verschiedenen Gründen sind diese Ver-sammlungen der Bischöfe mit ihren Priestern seit längerer Zeit unterblieben, obwohlihre Nützlichkeit stets erkannt wurde und die früher in der Lombarvie nach dem Geistedes heiligen Carl BorromäuS abgehaltenen Synoden eine Berühmtheit erlangten.Der Senior deS lombardischen Episkopates, Cajetan, Bischof von Lodi , ist nun dererste, welcher den übrigen hochwürdigsten Bischöfen mit der Einberufung der Synodevorangeht, indem er bereits in einem Hirtenschreiben vom 28. Juni den Klerus derDiöcese zu einer Ende August abzuhaltenden Synode eingeladen hat. (Salzb. Kbl.)
Berlin , 27. Jul. Gewiß kann es als ein glücklicher Gedanke bezeichnetwerden, daß hier ein katholischer Verein unter den Studirenden ins Lebengetreten ist. Derselbe hat sich die schöne Aufgabe gestellt, das religiöse Leben aufGrundlage der katholischen Wissenschaft und christlichen Kunst zunächst in den VereinS-Mitgliedern selbst zu fördern. Die Wichtigkeit dieses Bestrebens springt um so mehrin die Augen, als die meisten der hiesigen Studirenden schon dem Ende der akademi-schen Laufbahn nahe sind nnd bald selbst ins Leben eintreten müssen. Wiewohl derVerein erst seit einem Jahr besteht, so hat er doch schon einer erfreulichen Theilnahmesich zu erfreuen in allen Facultälen, besonders liefert die medicinische ein nicht unbe-deutendes Couligent. Den kirchlichen Sinn hat der Verein schon bei der Frohnleich-namSprocession bewiesen, in welcher er korporativ auftrat. Gestern feierte der Vereindas Fest seines Patrones, des heiligen Augustin. Um halb acht Uhr celebrirle derCuratpriester, canli. pb.il. Herr GroSfeld, in der St. Hedwigskirche eine heilige Messefür den Verein, dem die Mitglieder beiwohnten. Am Abende war Versammlung,verbunden mit einem Souper, an welchem außer den Siudirenden mehrere hochgestellteEhrengäste Theil nahmen. Von den letztern nenne ich nur den Hrn. Probst Pelldrammit dem Pfarrklerus, den geheimen Ober-RcgierungSrath Hr. Ür. Brüggemann undden geheimen Ober-Negieruugsrath Hr. v. Ellerts. Nachdem der Vorsteher Hr. Or.meä. v. Soist die Sitzung mit einer kleinen Ansprache eröffnet hatte, hielt Hr. eanchplul. Dieckhcff die Festrede, in welcher er den Satz: „Omnis sei msMem äöi ^loriam"im Leben deS HI. Augnstin nachwies. An dieselbe anknüpfend schenkte Hr. Dr. Brügge-mann, dessen unermüdlicher Eifer, die jungen Leute für wahre christliche Wissenschaftzu begeistern, längst bekannt ist, uns die Ehre, in einer längern kräftigen lateinischenRede die Bedeutung und die hohe Aufgabe des Vereins uns anS Herz zu legen.Rührend und ergreisend waren seine trefflichen Worte und haben, weil sie auS einemtief-religiösen Herzen hervorgingen, gewiß ihre Wirkung nicht verfehlt. Beider Tafelbrachte der Herr Probst einen Toast ans die schöne Idee deS Vereins, der Religionund Wissenschaft wieder, wie in den guten Zeiten, geschwisterlich zu vereinigen suche.Es folgten darauf verschiedene Toaste auf den heiligen Vater, unter Hinweisung aufdaö Bestreben deS Vereins, auf die Verdienste deS apostolischen Stuhles um Kunstuns Wissenschaft, auf unsern vielgeliebten König. Ein österreichischer Historikerbrachte ein Hoch dem Kaiser Franz Joseph, Andere auf den deutschen Episkopat,auf Hrn. Dr. Brüggcmann, auf die deutschen Hochschulen, auf Hrn. Freiherrn vonEichendorff, auf den Vorsteher deS Vereins u. s. w. In heiterer Unterhaliung ver-gingen schnell die Abendstunden. Möchten ähnliche Vereine an allen deutsche» Hoch-schulen sich bilden, wie wir neulich schon die Freude hatten, einem Bruderverein inBreSlau unsere Grüße übersenden zu können. (Münst. Sbl.)
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