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von denen 13,873 die Schule wirklich besuchten; es sind daher nur 212 übrig, welchekeinen Schulunterricht genossen. Unter diesen letzteren befinden sich viele, welche wegenihres AlterS zu den Schulfähigen gezählt wurden, aber wegen körperlicher und geistigerGebrechen keine Bildungsfähigkeit besitzen. Mit den 147 Volksschulen standen noch10 Industrieschulen, 138 Sonntagsschulen, 1 Lehrerseminar, 1 höhere Töchterschuleund 1 Mädchen-Erziehungs-Jnstitut in Verbindung. DaS AussichtS- und Lehrpersonalbestand in 12 SchuldistriktSaufsehern, 120 OrtSseelsorgcrn, zugleich OrtSschul-Jnspectoren,163 Katecheten, 143 Lehrern, 52 Unterlehrern, 19 Mädchen- und 17 Jndustrial-Lehrerinnen, 13 Gehilfinnen und 145 weltlichen OrtSschulaufsehern. LehramtScandioatenwaren 11 geistliche und 13 weltliche. Wird die Zahl der Schulen (147) mir denschulfähigen Kindern (14,085) verglichen, so kommen auf eine Schule 95 schulfähigeKinder. Wird das Lehrpersonale, abgesehen von den Ortsseelsorgern und Katecheten,bestehend in 143 Lehrern, 52 Unterlehrern, 19 Mädchen-Lehrerinnen und 13 Unter-Lehrerinnen mit den schulfähigen Kindern zusammengehalten, so entfallen auf 1 Lehr-Jndividuum 52 schulfähige Kinder. Aus den gepflogenen Erhebungen ergibt sich dieerfreuliche Wahrnehmung, daß das Volksschulwcsen im Herzogrhume Salzburg auchim Jahre 1853 im Allgemeinen wieder neue Fortschritte zum Bessern gemacht habe.(Salzb. Kbl.)
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Briren, 14. Aug. Gestern lief beim Consistorium folgende Trauerpost auSChartum vom 12. Juni vom Herrn Missionär Gostner ein: „Den 10. Juni ist derhochwürdige Herr Missionär AloiS Hallcr ganz unerwartet und schnell einem außer-ordentlich heftigen Fieberanfall unterlegen. Am vorhergehenden Tage Abends verrichteteer seine heilige Beicht, am nämlichen Tage die heilige Messe, ja sogar Nachmittagsunterrichtete er noch seine lieben Kleinen in der heiligen Religion. Ihm war garnicht wohl, wenn er nicht mitten nnter seinen Kleinen war. Er wußte sich bereitsden Kindern recht gut verständlich zu machen. Vor einigen Tagen sagte er zu mir,daß cS ihn jetzt recht freue, hier zu seyn. Sein gutes Beispiel wirkte ungemein vielGutes bei den Knaben. Nach seinem Tode hörte man nichts anderes, alS: „der Heiligeist gestorben!" Selbst Muhamedaner nannten und nennen ihn den „Heiligen ." Wieviel seine stille Thätigkeit ausrichtete, fällt erst jetzt recht auf. Wie schwer unS Allender Verlust dieses frommen Priesters, dieses eifrigen Missionärs fällt, läßt sich garnicht beschreiben." ' (Salzb. Kbl.)
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Linz. Ueber die vom 2. bis 16. Juli in der k. k. Strafanstalt Garsten durchvier Väter der Gesellschaft Jesu abgehaltene Mission schreibt die officielle Linzer Zei-tung: „Wer immer Zeuge der Erbauung gewesen ist, mit welcher die Sträflinge injenen Tagen dem heiligen Meßopfer beiwohnten, der Aufmerksamkeit, womit sie denan sie gerichteten Kanzelvorträgen zuhörten, der Reue und Zerknirschung, welche sichihrer bemächtigte, und sie antrieb, in den heiligen Sacramenten der Buße und deSAltars Entlastung ihrer schuldbewußten Seele, und Trost und Stärkung zu suchen,und wer Gelegenheit gehabt hat, zu beobachten, wie seit der Zeit die Andacht der-selben inbrünstiger, die Rede züchtiger, ihr Gehorsam williger, ihr Umgang verträg-licher und ihre Selbstbeschauuug thätiger geworden ist, der wird mit Achtung aufdiesen Act geistlicher Bußübung und die Väter zurückblicken, unter deren Leitung die-selbe vollbracht wurde, der Regierung aber für die Sorgfalt großen Dank zollen,womit sie die religiöse und sittliche Besserung dieser verirrten und ties gefallenen Men-schen zu bewirken bestrebt ist.
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Mailand , 20. Aug. Die Synoden, hervorgegangen aus dem innerstenBedürfnisse der Kirche, haben als eine Aeußerung der moralischen Kraft derselbenstets wesentlich dazu beigetragen, das Bewußtseyn der kirchlichen Einheit und Ordnung