Ausgabe 
14 (17.9.1854) 38
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Weis von Speyer in Wiesenthal, morgen in Vhilippsburg, übermorgen in Bruchsal .Die Ortsvorständc hatten mit ihren Gemeinden beabsichtigt (MerkuriuS prüft Herzenund Nieren), an diesem Acte nicht in ihrer politischen Eigenschaft und korporativ,sondern nur einzeln als Katholiken Antheil zu nehmen, so daß man also außer derKirche von der Anwesenheit deS Herrn Bischofs wenig oder nichts bemerkt hätte.Dieser Absicht entgegengesetzt erhielten die betreffenden A»mtSvor-stände von Karlsruhe die Weisung, dahin zu wirken, daß der Bischofvon Speyer seinem Stande und seiner Würde gemäß auch von denGcineinden, als solchen, auch außer der Kirche empfangen werde.

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Wien . Einem Schreiben in den Rheinischen Volksblättern entnehmen wir fol-gende Notiz: »In einem StrafhauS bei Wien , worin an 15» Criminalsträflingeweiblichen Geschlechts sich befinden, die ans ein, zwei, fünf bis zehn Jahre, diemeisten in Eisen, vcrnrtheilt sind, haben sechs Nonnen und zwei Laienschwestern auSdem Orden der Frauen zum gnten Hirten die alleinige Aufsicht, Leitung und Ver-sorgung der ganzen Anstalt. Keine Mannsperson ist im Hause, auch keine Wache;unter Gebet und Arbeit wechselt das Tagwerk, Zur Osterzeit dieses JahreS warallgemeine Beichte; die Theilnahme war Jedem frei gestellt. Ein paar Tage vor derbestimmten Zeit waren von den 150 Sträflingen nur drei, die sich weigerten, zurheiligen Beichte zu gehen; sie schimpften über die Dummheit, daß man Gott seineSünden hersagen solle. Alle Zureden von Seiten der Ordensfrauen und deS Geist-lichen wollten nicht anschlagen. Endlich kamen am vorletzten Tage von diesen Dreiennoch zwei zur Oberin und baten um den Beichtvater. Darüber gerielh die dritte fastin Wuth, besonders gegen die zwei, und geberdete sich so arg, daß man schon darandachte, sie wegen ihrer gotteslästerlichen, wahrhaft teuflischen Reden auS der Anstaltzu emsernen. Alle Hoffnung, durch Zureden in Ernst und Güte auf sie einzuwirken,war verschwunden. Nur noch ein Mittel, von dem man sich Erfolg versprach, warübrig: das Gebet. ES wurde nun eifrig für dieses arme Geschöpf gebetet, undiiihe da, am folgenden Morgen kam diese Person gan; verstört zur Oberin, erklärte,daß sie zwar mit allen Kräften gegen Gott sich gewehrt habe, daß nun aber alle ihreKraft aufgezehrt sey und daß sie nicht mehr widerstehen könne; sie bitte daher, ihrden Beichtvater zu schicken, sie wolle sich mit Gott ernstlich versöhnen. Sie hat darausgebeichtet, mit den Andern communicirt und darf von demselben Tage an zuden Bessern in der Anstalt gerechnet werden. Mehrere, welche ihreStrafzeit überstanden haben, haben die Oberin gebeten, in der Anstalt bleiben zudürfen. Sie wollten gern jeden Gehorsam leisten und mit der schlecht-stcn SlräflingS-kost zufrieden seyn nur solle man sie in der Anstalt lassen; denn seiidem sie dasBessere kennen gelernt hätten, wollten sie von der Welt nichlS mehr wissen, in dersie nur neuen Gefahren entgegengingen. Wahrlich, wenn man dieses Wiener StrashanS betrachtet und daneben unsere Strafanstalten stellt, prachtvolle Gebäude,mit militärischen Wachen, mit einer Schaar von Directvren, Inspektoren, Rendantenund Aufsehern, mit ihren ungeheuern Ausgaben und wenigem Erfolge, sokommen Einem eigene Gedanken."

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Bern . Berner Blätter melden, der heilige Vater habe für den projectirtenBau einer katholischen Kirche in der VundcSstadt 21,500 Franken gezeichnet. Gewißein großmüthiger Act der Wohlthätigkeit, besonders wenn man bedenkt, daß der heiligeVater für so viele Bedürfnisse auf der ganzen katholischen Welt oder nur in Europa zu sorgen hat und. auch wirklich auf väterliche Weise sorgt. Erstaunlich ist eS, vonso vielen und so großen Spenden nach allen Richtungen zu hören. Gott segne underhalte noch lange unsern heiligen Vater PinS IX.

Verantwortlicher Redacteur : L. Schönchen.

Verlag»-Inhaber: F. E. Kremer.