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heiligen Lande vorbereiten, einzurichten. Die Zahl dieser Novizen, die vorläufig zuAranjuez untergebracht sind, mehrt sich rasch. — Spanien verlangt ein gewisses ihmzustehendes Protektorat über die heiligen Orte, wo sich zwei unter dem Schutze Ihrerkatholischen Majestät stehende kaiholische Institute befinden, zurück. ES ist bereitseine Commission ernannt, um den Ursprung und den Umfang dieser Rechte, welcheseilher außer Gebrauch gekommen waren, festzustellen. Auch ist ein General-Consulfür Jerusalem ernannt worden, um die Prärogative der spanischen Krone zu über-wachen. — Andere Consulate sollen zu Jerusalem, Jaffa, Ramla und Aleppo errichtetwerden. Zur Deckung der Kosten hiefür sollen ein Drittlheil der Zinsen der FondSCarl III. und der Rest für den Cultus verwendet werden. Freilich werden durch denAuSbruch deö Krieges im Oriente, so wie durch die neue Revolution in Spanien dieselöblichen Entwürfe für jetzt größtentheilS unausführbar werden.
Kirchliche Notizen.
Die „D. Vhl." entnimmt der „Civiliu cattolica" folgende Notiz auS Italien :Der 8. August war der fünfte Jahrestag von einigen kleinen Heldenthaten derjenigenRepublikaner, die 1849 noch in Rom waren. Da sie vernommen, daß die rechtmä-ßigen Besitzer dcS „Collegio Romaiw" vermöge allerhöchster Willensäußerung schonvom 2. ab wieder in ihr Eigenthum zurückkehren dursien und wollten, so beeilten siesich, den Eigenthümern das Gebäude in seinem vornehmsten Theile verbranntzurückzugeben. Nun war aber das Feueranlegen an einem Orte, wo die Brandwächteroder PompierS ihr Quartier haben, nämlich dicht am Eingange des CollegiumS, kaummöglich. Was thaten denn nun unsere erfindungsreichen Volksbeglücker? Sie riefeneine Weile vor dem beabsichtigten Bubenstück die PompierS dieses Sanct JgnazviertelSherbei, um einen von ihnen selbst angelegten Brand eines Heubodens vor der „Portadi San Lvrenzo" auf dem Wege von Tivoli zu löschen; auch wußten sie unter andernVorwänden die Vrandwächter der übrigen Viertel auS Rom zu entfernen. Und alsnun das Feuer im „Collegio Romo.no" auSbrach, da waren entweder gar keine Pom-pierS zum Löschen bei der Hand, oder die von Tivoli Zurückgekehrten waren so ver-einzelt und so ermüdet, daß sie nicht helfen konnten. Dank also diesen neuen „Auf-klärern" gingen in Flammen aus: die sogenannte „Congregazione della ScaKtta";das reiche physikalische Cabinet mit allen seinen zur Nalurwissenschast dienenden Ma-schinen und Instrumenten, woran die Väter der Gesellschaft 25 Jahre gesammelthallen, nebst der nicht weniger reichhaltigen Zugabe, einem Geschenk dcS „römischenSeminar"; die Aula Marima, vielleicht einer der größten Säle, worauf Rom stolzseyn kann; die Volircapelle oeS heiligen Ludwig von Gonzaga; ferner, wenn auchglücklicherweise nicht ganz, der schöne Saal vor dem Zimmer (5tan?g) deS heiligenLudwig, Wir wollen hoffen, daß so große Tapferkeit und so viel guter Wille in denAnnalen jenes goldenen Zeitalters der Republik von 1849, die nicht volle fünf Monatedauerte, mit dem gebührenden Lobe verzeichnet ist oder wird. Jetzt h.iben die Vätermit großem Kostenauswande die „Congregazione della Scaletta" wieder hergestellt, undzu unserer Freude, gewiß auch zur Freude der guten Republikaner, weisen wir aufden Umstand hin, daß der frühere Hängeboden durch ein Gewölbe ersetzt ist, das die„Scaletta" um vier Meter erhöht, woraus denn folgt, daß, trotz deö Sprüchworts,nicht jedes Uebel zum Schaden ausschlägt. Wir zweifeln nicht, daß mit der Zeitunter GotteS Beistande auch die übrigen Spuren der 1849er „Ausklärung" allmäligverschwinden werden, obschon wir, wie'gesagt, nicht wünschen, daß die Erinnerungdaran zugleich mit verloren gehe.
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AIS Beweis, wie sehr verschieden die Gesinnung der badischcn Regierung von derder untergeordneten Beamten ist, gelte folgende Correspondenz deS „Schw. Merk." vom22. Aug. „Heute firmt im Auftrage deö Herrn ErzbischofS zu Freiburg der Bischof