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seni'er untergeben und mit den nöthigen Modifikationen, worüber sich meine Regierungmit der geistlichen Behörde, nach dem Concordate, verständigen wird. Zu dem ange-gebenen Zwecke und zur Unterhaltung der Kongregation überweiseich, um dem Staatekeine neuen Lasten aufzulegen, von der Veröffentlichung dieses Debets an den reinenErtrag deS Theils der früher denselben Kloster gehörenden Güter, welcher an meinkönigliches HauS gefallen ist und als mein Privat-Eigenthum verwaltet wird."
Auch die Fiauenklöster beginnen sich wieder zu füllen und fast jeden Tag hörtman von Einkleidung reicher und vornehmer junger Damen. Bis jetzt bestehen nursolche Nonnenklöster, welche sich dem Unterrichte und den Werken der thätigen Näch-stenliebe widmen, und die Regierung hielt eö bei Gelegenheit der Wiedereinführungder Hieronymiten in den EScnrial für nöthig, den Liberalen gegenüber zu erklären,daß sie nicht daran denke, die unterdrückten, dem beschaulichen Leben gewidmeten Ordenwieder herzustellen; indessen wird auch in diesem Stücke die Zeit Rosen bringen.
Die religiösen Bruderschaften gewinnen neues Leben, die feierlichen Trituen,Novenen und andere Andachten mehren sich, der Besuch der Kirchen anch an Werk-tagen nimmt in erfreulicher Weise zu, kurz Alles weise darauf hin, daß die Revolu-tion in Spanien ihre Rolle ausgespielt hat, und daS Land wieder auf den rechtenWeg zum wahren VolkSglücke einlenkt. Ilino illsg laei^mae! Uine illae teneursrumirao! *)
Besondere Anerkennung verdient der Eifer, welchen die spanische Regierung inneuester Zeit entwickelt, um wieder einigen Einfluß im heiligen Lande zu gewinnen,welches den früheren Königen so vieles verdankt. Es gab eine Zeit, in der fast allekatholische Fürsten mit einander wetteiferten, die religiösen Anstalten deS heiligenLandes reichlich zu beschenken; und es gibt in ganz Palästina keine Kirche oder keineSakristei, welche nicht einige Beweise davon aufzuweisen hat. Die beträchtlichstenSpenden hat jedoch daS heilige Grab aus Spanien empfangen. Jsabella, Königinvon Castilien , wicS außer den werlhollen Kleinodien, deren sie sich zu Gunsten deSheiligen GrabcS beraubte, den Geistlichen ein jährliches Geschenk von tausend Gold-thalcrn an. Kaiser Carl V. ließ die Kirche, welche einzustürzen drohte, auf seineKosten wieder herstellen. — Philipp II. sendete einen außerordentlich reichen Kirchen-schmuck von schwarzem Sammt, auf dem mit ächten Perlen berrliche DarstellungendeS Leidens unseres Herrn und der vorzüglichsten Heiligen deS seraphischen Ordensgestickt waren. — Philipp III. und seine Gemahlin Margareiha setzten den Möncheneine Rente von 30,000 Ducaten fest, schenkten Kelche, Meßgewänder, eine silberneLampe, die größte, die eS damals gab, und vermehrten ihre Wohlthaten so sehr, daßman im Kloster gewöhnlich sagte: „Se. katholische Majestät erwählte sich daS heiligeGrab znr Residenz, und die Königin Margarethe, machte sich zur Sacristanin desselben."Vor allen diesen zeichnete sich Philipp IV. auS; er allein hat für die Unterhaltungder heiligen Orte während der Dauer seiner Regierung mehr gethan, als die übrigenFürsten in drei Jahrhunderlen. Im Jahre 1628 schickte er 30,000 Ducaten zur Aus-besserung deS Klosters zn Bclh'ehem, und vom Jahre 1640 bis 1652 sendete er denlateinischen Vätern, den Wächtern deS heiligen Grabes, sc> bedeutende Geschenke, daßman von ihm sprüchwörilich sagte: „er verwahre seiue Schätze im Grabe deS Herrn."— Carl III vermachte den religiösen Stiftungen im Oriente, wo die meisten lateini-schen Priester Spanier waren, Fondö von 15 Millionen Realen, welche durch die seit20 Jahren capilalisirten Zinsen jetzt auf 30 Millionen gewachsen sind. — Nun solldaS neu errichtete FranciScaner-Kloster San PaSqual wieder daö Contingent für daSgelobte Land stellen. Zugleich ist der Gmeralcomuiissär der Olira pis (»er Mission inPalästina), Herr Golfanqnez, von der Regierung nach Pnego geschickt worden, umdas dortige große Kloster San Francisco für Novizen, die sich für die Mission im