Ausgabe 
14 (17.9.1854) 38
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An einem andern Orte heißt eS:Der erste König war ein glücklicher Soldat; werseinem Lande gut dient, braucht keine Ahnen." Ferner:Aber den geliebten Sterb-lichen, denen der Himmel sie sendet, floßt sie keine nngUreue Freuden ein: sie bringtGottes Verheißung und Beistand mit, sie ist unerschütterlich und rein, wie er."Starke Empfindungen der Seele gehen in die Sprache über, und wer kräftig denkt,redet ebenso" u, s. w. Unsere Leser werden auch ohne unsere Erinnerung nicht denken,daß wir solche aus dem Ganzen herausgerissene Bruchstücke als Bausteine zu einemTempel des NuhmS, oder als Brennstoff zu einem Scheiterhausen für Voltaire benutzenwollen. DaS litte weder unsere sittlich-religiöse noch unsere ästhetische Bildung, Wennaber diese abgerissenen Lappen über Zeug, Zuschnitt, Dauer :c. deS Kleides schon einnicht haltloses Urlheil gestatten und das thun sie wirklich, wenn man auch zwischenden Zeilen zu lesen versteht, so können sie ihren Pl.itz kraft deSzureichendenGrunveS (ratio suttieiens) mit Recht behaupten, und Horaz hat ihnen auch keinenVorwurf zu machen; denn mag dieser seine Riecher die Stirn in noch so krause Faltenlegen, noch so sarkastisch ausrufen:llinc »tciuo lünc sssuitur nannus" (hin und wie-der ein Lappen augeuäh>), wir achten ihn sehr, fürchten ihn aber nicht, weil wir beiunsern geringen Leistungen stets darauf bedacht wareu und noch sind, daß Ansang,Mitte und Ende zu einander stimmen, unserer Freiheil unbeschadet.

8<zcl non, ut coeant iinmitia ciulcilius, nori ut

8eri)ento8 svibus gemiittüitur, tigrilius glzni."(Äbcr nicht, um Rauhes mit Sanftem zu verbinden, Schlangen mit eln,Tiger mit Lämmern zu paaren.)

(Fortsetzung folgt.)

Spanien .

(Schluß,)

Uebcrdieß ist den Liberalen ein scharfer Dorn im Auge daS rasche Wiedcraus-blühen der Klöster, worin sie mit Recht ein großes Hinderniß für Durchführung ihrerDekatholisirungS. und Revo!utiouirungSpläne erblicken. Die Jesuiten sind, als sie nach25jährigem Eril nach Loyola zurückkehrten, von den frommen Basken und Guipuz-coanern mit hoher Begeisterung empfangen worden, und die spanischen Organe sindvoll von rührenden Mittheilungen über die großen Erfolge, welche die Missionen dieserVäter auf verschiedenen Puncten des Königreichs gehabt haben. Während die auSNeugranada und Ecuabor vertriebenen Jesuncn nach Guatemala und Merico gehen,sind andere nach der Insel Cuba berufen. Am 12. Ociober v. I.. dem GeduriSiageder Königin, legte der Generalcapilän mit großer Feierlichkeit zu Havanna den Grund-stein zu einem Collcg, nachdem der Bischof denselben eingesegnet hatte, und eine zahl-lose Volksmenge wohnte dem Ac>e bei. Eine andere höchst löbliche Maaßregel derRegierung betrifft daö Kloster San Lorenzo vom EScurial ES ist ein Meisterstückder Baukunst, verbunden mit einer königlichen Residenz. König Philipp II. stiflciezur Erinnerung an den Sieg von Saint-Quentin. Die Bewohnnng und ErholungveS GcbäudcS war den Einsiedlern vom heiligen HicronymuS übergeben. Als t836die Mönchsorden aufgehoben wurden, mußten auch die Hieronymuen den ESc malverlassen. Seitdem verfiel das Gebäude von Jahr zu Jahr. Endlich ist man zurEinsicht gekommen, daß eS eine Ehrensache für die Krone und Nation sey, diesesBauwundcr deS alten katholischen Spaniens nicht zu Grunde gehen und den Zweckder Stiftung nicht ganz unerfüllt zu lassen. In den letzten Jahren wurden einigeWellgeistliche bestimmt, den Gottesdienst dort zu besorgen. Jetzt sind die Hicronymitcnzurückberufen worden. DaS königliche Dccret lautet:Zu dem besondern und einzigenZwecke der besseren Bewachung und Erhaltung deS königlichen Klosters San Lorenzovom EScurial nach der Anordnung seines Gründers und zur Erfüllung der religiösenStiftungen soll dort eine OrdenS-Congregation gegründet werden nach der Regel deSOrvenS vom heiligen HieronymuS, aber dem Diöcesaubischof oder meinem Großalmo-