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Himmel hinaufsteigen. Meine Geliebten! Die Zeit ist ernst und schwer. Krieg undKriegsgeschrei tönen aus der Ferne, die Cholera erhebt von Neuem ihr drohendesHaupt, die Verhältnisse ringS um uns her gestalten sich in einer Weise, deren gewal-tige Entwickelungen jeder menschlichen Berechnung spotten. Und in diesen Verhält-nissen — kommen Wir aus einem Hungerjahre her und sehen wag der Noth wehre»sollte, von unerwarteten Schickungen zerstört. Wann mehr als bei solchen Mahnungenvon Oben fühlt der gläubige Christ sich gedrängt: sein Haupt zu erheben und zubedenken, waS zu seinem Frieden dient, und zu schaffen und zu wirken, waS Gott gefällt und den Brüdern frommt. Bei solchem Sinne aber wird auch denen geholfenseyn, die Gott in ihrer Armuth und Verlassenheit an Euer Herz gewiesen hat und eswird Euch aus der zeitlichen Trübsal erwachsen eine friedfertige Frucht der Gerechtig-keit zum ewigen Leben. Dazu helfe Gott in seiner Gnade und sein Segen sey undbleibe mit Euch!
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Prag . Ein erfahrener Schnlmann empfiehlt in der „Prager Zeitnng" dieErrichtung von Schulfonden: Wären diese Fonde beim Entstehen auch noch so kleinund unansehnlich, unter der zweckmäßigen Verwaltung zweier Schulfreunde, denen derNatur der Sache nach der Ortsschulausseher als drittes Verwaltuugsglied beizugebeuwäre, und unter der Aufsicht des OrtSvorstchers und der Oberleitung des Seelsorgersals Directors jeder Volksschule würden die kleinen Anfänge bald an Bedeutunggewinnen. Sammlungen in der Gemeinde bei Verlöbnissen, bei Hochzeitsmählern, beiTaufessen, bei Aufnahmen in den Gemeindeverband, bei Käufen und Verkäufen vonHäusern und Grundstücken, bei Testamenten, bei feierlichen Ereignissen und Festlich-keiten, als am feierlichen Eröffnungstage jedes neuen Schuljahres nach dem hierzuabgehaltenen Gottesdienste in der Pfarrkirche, bei feierlichen Kinder-Communionen, amErnteseste und bei ähnlichen Veranlassungen mehr würden in Verbindung mit denZinsen deS StammcapitalS dem Gemeindeschulfonde, wenn auch kleine, so doch öftereZuflüsse zuwenden und dessen Gedeihen befördern. Mit den Jahren dürfte so mancherAnfangs kleine Schulfond selbst zur Erweiterung mancher Schula»?stalt durch Hinzu-gabe einer neuen Classe, sicher aber zur Ausbesserung der Dotation deS neuen Lehrersdienen können, und somit reichlich die Mühe vergelten, welche dessen Verwaltungeinigen Ehrenmännern der Gemeinde vernrsachte,
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Das Gebetbuch, welches die k. k, Akademie der bildenden Künste zu Wie» sürIhre Majestät die Kaiserin Elisabeth anfertigen läßt, dürfte an Schönheit und Kunst-werlb allcS bisher in diesem Genre Gelieferte übertreffen und vielleicht das einzigeEremplar von solchem Werthe bilden. Der Tert der Gebete ist mittelst der Federäußerst kunstvoll auf Pergament geschrieben, jedes Blatt hat eine eigens entworfeneneue Randzcichnuug, an deren Ausführung sich die vorzüglichsten Künstler der Residenzbetheiligten. Für die äußere Ausstattung wurde ebenfalls das Schönste und Geschmack-vollste besorgt. Der Einband enthält massive Beschläge von Gold und Silber, dienach eigens gemachten Zeichnungen und Matrizen geprägt und gravirt werden,
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In der Türkei haben die sranzösischen Soldaten sich in der Krankenpflege ihrervon der Cholera befallenen Kameraden so wacker bewieseil, daß der MarschallS. Arnand sie mit barmherzigen Schwestern verglich. Es muß doch waS Absonder-liches seyn um den Muth einer barmherzigen Schwester, wenn man sogar einem Sol-daten, bei dem doch Courage zum Handwerk gehört, ein Kompliment damit macht,ihn einer barmherzigen Schwester zu vergleichen.
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, Nerautwortlicher Redacteur: L, Schvuchen.
Verlags-Inhaber: F. C. Kremer.