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Vorkehrungen zu treffen, daß die fraglichen Religionsbücher in allen evangelischen Schulen, wo sie vorkommen, außer Gebranch gesetzt, und durch solche, die demBekenntnisse der evangelischen Kirche entsprechen, ersetzt werden, — Ueber den Erfolgist bis Ende d. M. zu berichten, — Wien , am 20, September 185-4,"
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Kirchliche Notizen.
Prag , 7. Oct. Gestern Vormittags verschied im hiesigen erzbischöflichen Alum-nate der Priester im deutschen Ritlerorden, P. Joseph Holzapfel. Derselbe hattebekanntlich die heurigen Priester-Exercitien in Prag geleitet. Er war mit einem chro-nischen Brustleiven behaftet und fühlte sich bereits während der Exercitien unwohl.Gleich nach Schluß dcrse!ben legte er sich zu Bette, um nicht mehr aufzustehen. Eineigenthümlich rührender Zufall ist es, daß der Verstorbene, als er die Exercitienschloß, die versammelten Priester zu einem Gebete für denjenigen aufforderte, der vonihnen der erste sterben würde — er war es, für den das Gebet verrichtet ward.P. Holzapfel war erst 38 Jahre alt und ein geborner Wiener . Die irdische Hüllewird aus dem Gottesacker zu Wolschan zur Erde bestattet, das Oslicium cletunctorumund das heilige Meßopfer für den Verblichenen iu der Kreuzherrnkirche verrichtet.
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London. In Irland gedenken die HH. John O'Counell (Daniels dritter Sohn)und Raynolds einen neuen großartigen Verein zu Stande zu bringen, der die För-derung deö liberalen Princips in Staat, Kirche und Gemeinde zum Zweck haben,und von dem altcii. Repeal - Verein sich dadurch unterscheiden soll, daß er nicht einbestimmtes politisches Einzeljiel anstrebe. Die ordentlichen Mitglieder dieses Vereinshaben 1 Pf, St., die bloßen „Genossen" 1 Shilling als Jahresbeitrag zu entrichten.In Dublin soll eine neue katholische Zeitung gegründet werden.
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Linz (in Rheinpreußen), 5, Oct. Äm nächstfolgenden Sonntag findet zu Niever-brcisig in der dortigen katholischen Pfarrkirche eine Ercommnnication statt. Eindortiges katholisches Mädchen, welches seit langen Jahren in unerlaubtem Umgangemit Juden lebte und bereits Mutter ist, hat, allen Ermahnungen und Warnungendes Pfarramts zum Trotz, sich auf dortigem Bürgermeisteramte mit letzterem civilrechtlichtrauen lassen. Der AuSspruch des großen Kirchenbannes über die Getraute und deSklcincn über drci Betheiligte soll, auf bischöfliche Anordnung, am künftigen Sonntagstattfinden, wenn bis dahin die Beiheiligte das Verhältniß nicht ausgegeben hat.Während in der katholis^ cn Pfarrgemeinde täglich Gebete um Aufhören deS Aerger-nisses zum Himmel gerichtet werden, hält auch die jüdische Synagoge Billveisamm-lnngen und droht ihrerseiiS ihre Glaubensgenossen auS der Synagoge zu verstoßen.Die biSbl-ngen Predigten haben indessen einen sittlichen Eindruck auf die Pfarrgenossenwie auf die von außen zahlreich hcrbeigeströmten Zuhörer hervorgerufen.
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Agram , Der Herr Erzbischof von Agram hat zum Andenken der VermählungSr. Majestät eine fromme Stiftung für immerwährende Zeiten gemacht, Sie bestehtdarin, daß aus jedem der sechs Gränzregimenter, welche ganz oder theilweise zurgeistlichen Verwaltung deS Agramer ErzbiSthumS gehören, jährlich drei, mithin imGanzen jährlich achtzehn arme und unbescholtene katholische Gränzmädchen, die imBegriffe stehen, eine Ehe einzugehen, je mir 3V fl. in klingender Münze betheilt werden.Se. Majestät hat diese Stiftung genehmigt nnd erlaubt, daß sie den Namen Elisabeth-Stiftung führen dürfe. Der Herr Erzbischof hat das StiftungScapital mit 10,800 fl.dem Agramer Militär-Gouvernement übergeben.
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