Ausgabe 
14 (26.11.1854) 48
Seite
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schen Prediger in Bremen ist in diesen Tagen ein Buch herausgegeben, in dessen

Vorrede aus die Zusammenkunft der Bischöfe in Rom als auf ein heilloses Attentat

gegen den Thron Jesu Christi und gegen das Christenthum hingewiesen wird. Man

wolle nämlich in Rom erklären und festsetzen, Maria sey auf übernatürliche

Weise (so wird das Wortunbefleckt" mißdeutet) erzeugt!! Demnach sey sie daS

gehe daraus hervor als Göttin anzubeten und als die Mutter GotteS in dem

Sinne, daßJesuS ihr seine Gottheit verdanke." Gegen solche Abgötterei, heißt eS

dann, müsse man mit allen Kräften auftreten; und der Verfasser warnt wirklich mit

naiver Gutmüthigkeit die katholischen Christen vor solchen Ucbergriffen RomS. Welch

eine Unwissenheit! Und dieser Unsinn wird der katholischen Kirche zur Last gelegt!

Und wird von einem Prediger im I. 1354 in der freien Hansestadt Bremen verkündigt!

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Nach der Turincr Campanone sollen in Piguerol und Genua protestantischeKirchen gebaut werden; die Regierung habe bereits die Erlaubniß dazu gegeben. DaSEcho von Montblanc berichtet mehrere Fälle, wo sich die Propaganda durch Ankaufvon Gruuvstückcn in Savoyen sestzus.tzeu sucht.

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In Neapel begnadigt der König alljährlich am Charsreitag mehrere Verbrecherauf folgende rührende Weise: Der Monarch wohnt mit seiner Familie und dem Hof-staate dem Gottesdienste bei, und nachdem daö Kreuz Christi enthüllt und zum Küssenans den Boden hingelegt wird, da tritt, wenn der Erzbischof daö Crucifix zuerst geküßthat, der oberste königliche Haushofmeister herbei, um eS im Namen dcS Königs anchzu küssen, und legt am Fuße dcS KreuzeS in eine silberne Schüssel ein Packet königlicherDecrete, worin die Begnadigung mehrerer Verbrecher enthalte» ist. Hierauf nähertsich der Generol-Procurator deS obersten Gerichtshofes und nimmt nach dem Kusse desCrucifixes die Decrete hinweg und die in denselben bezeichneten Gefangenen erhaltendie Freiheit.

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Belgien. Aus Brüssel wird an die zu Brügge erscheinende Zeitung I.» k>»triegeschrieben: Am Sonnabend den 2l. October versammelte sich der große Orient vonBelgien um 7 Uhr Abends in seinem gewöhnlichen Local. Der Hauptgcgenstanddieser Sitzung war die Abschaffung deS Artikels deS Reglements deS großen Orients,welcher den ihm untergebenen Logen untersagt, sich mit politischen und religiösenGegenständen zu beschäftigen. Der Antrag dazu war, beim großen Freimaurcrsestden 24. Juni am Johannistage von Vcrhaegen und Boulard gestellt. Die Sachefand gar keine Schwierigkeit; von den 24 anwesenden Mitgliedern wurde die Abschaf-fuug des genannten Artikels einstimmig beschlossen. Bei dieser Gelegenheit brach abereine Spaltung im großen Orient aus, mehrere der angesehensten Mitglieder betheiligtensich nicht nn der eben erwähnten Versammlung, und begnügten sich, durch ihr Nicht-erscheinen zu protestiren.

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Dublin , 2. Nov. Am Freitag den 13. v. Mts. trat die Gattin deS ehe-maligen protestantischen Geistlichen G. BraSnell zur katholischen Kirche zurück; sie legtedas Glaubcnöbekeiinlniß ab vor dem hochwürdigcn Herrn Collier zu PatheimeS. IhrGatte war schon vor zwei oder drei Jahren katholisch geworden und zwar unterfolgendem sonderbaren Umstände. Bevor er dem Protestantismus entsagte, begab ersich zu seinen College» Anderson und Beciff zu Leicester, und theilte denselben seineAbsicht mit, welche aber erschreckt durch eine solche ihnen unangenehme Neuigkeit vonihm daS Versprechen erlangten, wenigstens noch achtzehn Monate mit diesem wichtigenSchritte zu warte», iudem sie beifügten, daß sie, falls er bis zum Ende dieser Zeitbei seinem Einschlüsse beharre, ihm nicht weiter hinderlich seyn wollte». Und merk-