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würdigen»eise wurden eben diese beiden Herren noch weit vor Ablauf der achtzehnMonate in den Schooß der katholischen Kirche aufgenommen und bald nachher zuPriestern geweiht.
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In Konstantinopel ist seit 400 Jahren am 4. October zum ersten Male öffentlich
ein Kreuz errichtet worden, und zwar auf dem französischen Militär-Kirchhof.
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Nordamerika . Msgr. Hughes, Erzbischof von New-Uork, hat die Bischöfeseiner Kirchenprovinz nebst ihren Theologen und den Ordensobern auf den erstenSonntag im October zu einer Provincialsynode eingeladen. — Auch der Erzbischof vonBaltimore hat die Bischöfe seiner Kirchenprovinz auf den 5. November in seine Metro-politankirche berufen.
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Ein amerikanisches Blatt berichtet von einer neuen, in den vereinigten Staatenentstandenen religiösen Secte -„die Zillerer". Der Ort, in welchem sie sich versammeln,ist ein großes, 80 Fuß langes und 6l) breites Gebände ohne Säulen und Gallcrien.Man siehr durchaus kein Mobiliar, ausgenommen einige Stühle für Fremde, die ander Pforte ausgestellt sind, und einige plumpe Bänke, die an die Wände stoßen.Der Gottesdienst (?) wird in folgender Weise abgehalten: Die Frauen treten durchdie eine Pforte ein und setzen sich auf die an der einen Seile stehenden Bänke, dieMänner machen eS auf der andern Seite eben so. Alle sind gleich gekleidet; dieMänner trage» weite Beinkleider und lange blaue Jacken und sind in Hemdärmeln;die Frauen weile weiße Kleider nnd Spitzenmützen. Ost fitzen sie langer als einehalbe Stunde in tiefem Schweigen, die Arme auf die Brust gekreuzt; das leisesteFlüstern ist untersagt. Äus ein gegebenes Zeichen erheben sich Alle, häufen die Bänkein den Ecken auf und stellen sich einander gegenüber. Daraus tritt der Redner desTageS hervor und improvisirt eine Rede. Dann beginnt Gesang ohne Orgelbegleitung.Einige starke Stimmen leiten den Chor. Darauf tanzen sie vor- und rückwärts undgehen zu Drei und Drei die Mauern entlang, wobei die Männer von den Frauen stetsgetrennt sind. Den Beschluß macht ein anderer Tanz, welcher lebhafter als der ersteist, und bei dem sie zur großen Belustigung derer, die es zum ersten Male sehen,groteske Sprünge machen. UebrigenS säüt die ungcmcine Reinlichkeit in ihren Ansied-lungen auf. Ihre Felder sind sehr gut bebaut und die Secte nimmt rasch zn. (Esgibt also keinen Unsinn, der nicht Anhänger fände.)
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China. Wie jetzt selbst Protestanten über den gerübmten „chinesischen Apostel"urtheilen, zeigt uns ein Stultgarlcr UnterhalluugSblalt, welches über Gützlaff berichtet:„Während Gützlaff für andere Missionäre möglichst geringe Einlünsle empfahl, lebtecr selbst wie ein kleiner Fürst, gab seiner Frau sür den Hanshalt 30t) Thlr. monatlich,eine Summe, über deren Unzulänglichkeit sie sich seibst noch bei den Missionärenbeschwerte, halte einen Schwärm von Dienern, wie einen Hofstaat hierarchisch organi-firt, vom Haushosmeister herab bis zum Senftenträger, dabei einen gefüllten Keller,den er gern und fleißig benntzie, und wenn er seinen Chinesen Kanzelvorträge hielt,so brachten sie solche Beredlsamkeit gleich in Verbindung mit dem Weinkeller, undwenn er ihnen bei Strafe der Ercommunication den Genuß des Opiums untersagte,so meinten sie, cS sey doch im Grunde kein anderer Unterschied zwischen Opiumrauschund Wcinrausch, als daß den einen die Chinesen liebten, den andern die Europäer .Eine Folge solcher Kasteinngcn war sein colossaler Bauch und seine Leiden an Gichtund Podagra, und ein Hauptbeweggrund seiner Reise nach Europa , so wie die physischeUrsache seines Todes.
Verantwortlicher Redacteur: L, Schönchen.
Verlags-Inhaber: F. C. Äremer.