Ausgabe 
14 (3.12.1854) 49
Seite
388
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Wir wollen aber auch beten für unsern König und unser Vaterland. Wissenwir denn, waS auf unS wartet? Wenn der Herr sagt:Ich will den Hirten schlagenund die Heerde," können wir den Arm des Herrn anders aufhalten, als durch Gebet?Bereits hat vom Mittelpunct der Welt auö der heilige Vater seine Stimme erhobenund ermahnet alle Völker zur Buße und zum Gebet denn, wie ich Eingangsgesagt: wir gehen einer ernsten Zukunft entgegen! Der Heiland sagt in gewohntergöttlicher Präcision:Wo das AaS ist» da sammeln sich die Adler!" Und läugnenwir eS nicht: viel AaS, viel sittlicher Unrath, viel verderbliches MiaSma hat sichaufgehäuft seit mehr denn dreißig Jahren. Kunst und Wissenschaft haben zwar denherrlichsten Aufschwung genommen, aber ihr Streben ging vielfach dahin, sich vonGott zn emancipiren. Der menschliche Geist will seine Apotheose seiern, sich an dieStelle Jesu Christi selber sehen, sein eigener Heiland und Bescliger seyn. Der Mensch,daS ist der Gott deS neunzehnten Jahrhunderts, und der ewige lebendige Gott, sosagt die diabolische Weisheit der Zeit, der ewig lebendige Gott ist als blinde Welt-sccle geboren; in die Bande seiner Schöpfung, seiner Naturgesetze eingewickelt, kommter erst im Menschen zum Selbstbewußtseyn und zur freien Selbstbestimmung sosteht der Mensch auf dem Piedestal der Schöpfung, als der einzige Gott, aber ach,ein Gott mit der Schellenkappe der Thorheit und mit dem Stempel der Erbärmlichkeit!Und dieser Wahufinn uennt sich Wissenschaft, und solcher Unglaube hat bereits dieMassen vielfach durchsäuert, mit frecher Stirne werden die schwersten Sünden begangen,der Eiv zum Allerhöchsten ist fast zur leeren Ceremonie geworden, der letzte Anker derGesellschaft: das Gewissen im Volke beginnt haltlos hin- und herzuschwanken, dieVerbrechen häufen sich, die Kerker füllen sich ach, TodcSwunden überall! Wennnun der Herr sagt: Ich will mich erheben, die Völker zu schlagen, ich will meineTenne säubern, ich will meine Ehre fordern, die Köpfe der Drachen will ich zer-malme» und die Cedern Libanons zerschmettern, ich will die Völker durcheinanderrütteln wie man den Waizcn siebt, und ein Feuer will ich in meinem Eifer entzünden groß uud furchtbar, um die Spreu zu vernichten und ein frommeres Geschlecht zuerziehen müssen wir dann nicht kniefällig anbeten die Gerichte deS Ewigen?Beugen wir unS jetzt schon unter seine heilige Hand, umklammern wir Hilfe suchenddie Füße unseres gekreuzigten Erlösers und bekennen wir unS durch Wort und Wandelzn Dem, der die Wahrheit und das Leben ist! Amen.

Die Concilien des ersten christlichen Jahrhunderts.

Die apostolische» Constitutionen.

Fünftes Duch.

Von den Märtyrern.

Wer denen, welche um deS NamenF Jesu willen von den Ungläubigen verfolgt undgemartert werden, irgend eine Erleichterung gewährt, zu dem wird der ewige Richtereinst sagen: kommet, ihr Gesegneten meines Vaters und nehmet daS Reich in Besitz,welches euch seit Gründung der Welt bereitet war(1); und wie man sich beflecketdurch den Umgang mit Mördern und Ehebrechern, so nimmt man dadurch Theil ander Krone deS Martyriums, wenn ihr auch von den Tyrannen eures Umgangs mitden heiligen Märtyrern wegen Züchtigung zu dulden habet (2). Leistet ihnen somit allemögliche Hilfe und sollte euch selbst Gefahr drohen (3). Etwas Schreckliches aberwürde seyn, wenn Einer Christum verläugnete aus Furcht vor den Menschen (4);während Christus JesuS alle Güter der Erde, selbst das Leben verschmähte, aus Liebezum Vater und zu den Menschen; glückselig sind ja diejenigen, welche er der Theil-nahme an seinem Leihen würdigt. Indessen sollen wir keineswegs absichtlich der Ver-folgung und Marter unS entgegenstürzen (5); haben wir aber unseres Glaubens wegen