Vierzehnter Jahrgang.
Sonntags-Beiblatt
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Augslmrger PMeilmlg.
24. December
SS.
1854.
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Das letzte Ave.
Wenn die ernste Dämin'rung schweigendDurch die Abcndfluren schreitet,Und den grauen WolkenschleierUm des Thales Wiege breitet;Zich'n des Avcglöcklcins TöneFeierlich hin in die Weite,Und der Engel Segen dienetSchirmend ihnen zum Geleite,
An des Dörfchens letzter HütteSleh'n die Pilger an der Schwelle;Drinnen in der niedern StubeGlimmt ein Flämmchen ärmlich-helle:Eine Wittwe kniet am Ecktisch,Um sie her die lieben Kleinen;In der Mutter stilles SeufzenMischet sich ihr lautes Weinen,
„Benedeite Gottesmutter,,Mit dem gnadenreiche» Kinde,"Spricht die Wittwe, „denke meiner,„Daß ich scl'ge Ruhe finde„Bei dem Herrn, daß er in Gnaden„Mit des Himmels reichem Mahle„Mich erquicke, wenn ich scheide„Hier aus diesem Thränenthale."
„Daß er die verlassenen Waisen„Schirme mit der Liebe Armen,„Mitleidsvolle Herzen rühre,„Die der Schwachen sich erbarmen,„Die sie voll der zarten Sorge„In der Furcht des Herrn erziehen,„Daß sie in dem Lilicnkleide„Für den Himmel fromm erblühen."
Stille wird es in dem Stübchcn,Und die frommen Pilger ziehenHeimwärts, wo am lichten BogenGold'ncr Stcrnlcin Kränze blühen: —Da des FrührothS erste StrahlenDurch die runde» Scheiben brachen,Feierte die sauft EntschlafneDort ihr freudiges Erwachen.
I. B. Tafrathshofer.
Die katholische Kirche in China.
Man wird nicht in Abrede stellen, daß eS eine auffallende Thatsache sey, daß,während Amerika , die neue Welt — seit Langem der Kultur und dem Christenthumgeöffnet und gewonnen ist, der größte und wichtigste Theil von Asten noch immereinem verschlossenen Garren gleicht. ES unterliegt wohl kaum einem Zweifel, daßHochasien noch eine große providentielle Aufgabe habe, mag diese nun welche immer