Ausgabe 
14 (17.12.1854) 51
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abzulassen.Wir stehen, schließt der Artikel, vor einer feierlichen Epoche, welche dieMeinung aller Völker vorauSzufühlen scheint. In den großen Staaten Europas zeigtsich allenthalben eine Rückkehr zur katholischen Kirche; folgen Sie diesen edlen Vor-gängen; Sie werden dabei Ehre für Ihren Namen und für unser Vaterland Ruhefinden. Wir verlangen für, daß Sie den Gottesdienst unserer Ahnen, daö Priester-thum, das uns leitet^ die Heiligkeit der Altäre achten."

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Wien. Das Doctoren-Kollegium der philosophischen Facultät an der WienerUniversität hat am 25, Nov. d. I. das Patrocinium in althergebrachter Weise durcheine in der UniversilätSkirche abgehaltene feierliche Segenmesse würdig begangen, undsomit ein katholisches Lebenszeichen der von den HabSburgern als Seelengeräthstiftunggegründeten Universität gegeben. Abends versammelte Hr. Prof. Ur, Ritter v. Holger,bekonnilich eines der eifrigsten Mitglieder dieses, so wie des medicinischen Docioren-CollegiumS, der kein Opfer scheut, um die ehrwürdigen Gebräuche unserer katholischenVorfahren wieder aufleben zu machen, eine auserlesene Schnar von Mitgliedern allerFaculiäten bei sich, um in den festlich geschmückten Räumen seiner Wohnung gelehrteUnterhaltung über philosophische Disciplinen nach Weise der älteren am Katharinataggehalrnieu Colloquicn zu pflegen.

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In Lille ist ein Werk im Beginn, welches den großartigsten UnternehmungendeS MittelalterS auf dem monumentalen Gebiete zur Seite gestellt werden kann.Am 1. Juli dieses Jahres wurde daselbst in feierlichster Weise der Grundsteinzu einer Kirche gelegt, welche der allerseligsten Jungfrau gewidmet werden soll, undzwar gleichsam zur Sühne für die Zerstörung der dortigen Liebfrauenkirche währendder ersten Revolution. Der darauf zu verwendende Betrag von drei Millionen Frankenist bereits zum größten Theile, und zwar meist durch freiwillige Subscriptionen gedeckt,so daß man zuversichtlich glaubt, schon im nächsten Jahrc den Bau beträchtlich fördernzu können.

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Aus Tirol. Man erinnert sich an den schauderhaften Tod König Friedrichsvon Sachsen, dem, aus dem Wagen geworfen und unter das Gespann gerathen, einSchlag deS Pferdefußes die Gehirnschaale sprengte. Die Königiu Wittwe Marie,welche die Nachricht dieses TvdcS Anfangs niederschmetterte, fand in der Frömmigkeitden Trost, den nur allein die Religion gewähren kann. Einer ihrer ersten Gedankenwar, an dem Ort, wo ihr Gemahl den verhängnisvollen Schlag erhielt, ein Kreuzausrichten zu lassen, und sie sandte deßhalb nach Tirol, damit ihr Wunsch vollführtwerden möchte. Allein man hatte ihrem Sehnen vorgegriffen; die Einwohner deSDorfes hatten schon an dieser Stelle deS Unglücks daö Zeichen des Trostes und derHoffnung aufgepflanzt. AIS die Königin von diesem freiwilligen Acte des Glaubensund der Ehrfurcht Kunde erhielt, ließ sie fragen, was sie zu thun vermöge, um dieserEinwohnerschaft ihre Erkenntlichkeit zu bezeigen. Man antwortete, daß die Kirche zuarm sey, um das Oel für die Lampe zu zahlen, welche vor dem allerheiligsten Sacm-mente brennen sollte, und daß man bitte, sie möge es gnädigst liesern. Zur EhreGotteS war eS also, zu welcher die uneigennützige Bitte der Dankbarkeit der Königindie Richtung gab.

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In der Münze zu Rom wird eine goldene Denkmünze auf die unbefleckteEmpfängniß Mariä geprägt, die vom Papst an alle in Rom versammelten Bischöfevertheilt werden soll. Das Gold zu dieser Münze kommt aus Australien , von wo esdem Papst zum Geschenke gemacht wurde.

Verantwortlicher Redacteur: L, Schöuchen.

Verlags-Inhaber: F. C. Kremer.