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verwendet. West-Tongking ist auch in dieser Beziehung allen andern Missionen voraus.ES zählte im Jahre 1852 über 200 Katechisten und 800 Katechisten-Zöglinge in38 Häusern.
So ausgestattet, hat die Kirche von China gewiß sichere Aussicht, sich nichtnur erhalten, sondern immer tiefere Wurzeln fassen zu können Mögen auch neueStürme über sie hereinbrechen, sie wird nicht fallen, daS sehen wir in Coreci. Biszum Jahre 1836 hatte dieses Land nie einen Bischof gesehen und nur ein oder einpaar Mal einen chinesischen Priester, ein Laie (Mandarin) war der Apostel diesesLandes. Und doch fand Bischof Jmbert (1836) bei 9000 Gläubige, ja selbst, nach-dem dieser Bischof mit 250 seiner Gläubigen und 2 Priestern für seinen Glauben denMartertod gelitten hatte, nachdem im Jahre 1847 der erste und bisher einzige corea-nische Priester, Andreas Kim-Hai-Kim, der letzte Sprößling einer heldenmüthigenMärtyrer-Familie, die lange Reihe koreanischer Märtyrer (über 800!) beschlossen Halle,zählle man um 1850 schon bei 15,000 Christen, obgleich das Henkerschwert nochimmer über ihren Häuptern schwebt und schon das bloße Eindringen eines Europäersihm und seinen Helfern das Leben kostet, sobald es ruchbar wird. Es möchte nichtschaden, wenn man unserm verweichlichten Geschlechte öfter einen solchen Spiegelvorhielte.
Wer kann, ohne von tiefer Wehmuth ergriffen zu werden, an die Millionenund Millionen unserer Brüder denken, die auf Asiens schönen Gefilden umherstreifendnoch immer in der Finsterniß und im Schatten des TodeS wandeln. Von der Wolga bis zur Mündung deö Hoangho schaut man zum Dhalai-Lama in H'Lassa auf, vonden Ufern deö Aral -SeeS wie deS Saghalien kommen Schaaren von Pilgern (5—600Stunden weit mit Weib und Kindern) nach Karakorum an der Tula, um dem großenLama ihre Ehrfurcht zu bezeigen. WaS könnte aus diesen Völkern werden, wenn dasLicht deS Glaubens ihnen leuchten würde! Doch bis jetzt gleicht dieser Welttheil einerwohl verwahrten Festung: im Westen halten der Islam und daS SchiSma strengeWache; im Süden ragen die Bergketten deS Himalaya als Grä'nzschcioe bis über dieWolken hinan; im Osten sucht der „Sohn des Himmels" der Kirche den Zugang zuverwehren; den ohnehin schon durch den Altai abgesperrten Norden hat daS Schismarollständig in Beschlag genommen. Da müssen die Vorwerke erst genommen werden,und daS wichtigste derselben ist eben China", Ist das erobert, so steht der Weg nachdem Herzen Asiens offen, die Thore von H'Lassa und Karakorum werden dann baldzusammenbrechen, und die Macht des Satans ist vernichtet.
(Schluß folgt,)
Concilren des dritten christlichen Jahrhunderts.
Concil zu Carthago i. I. 252.
Nochmals vertheidigte FclicissimuS seine Ansicht, daß alle Gefallenen ohne Bußeausgenommen werden sollten; Novatian aber die entgegengesetzte, daß kein Gefallenermehr zur katholischen Kirche zurückkehren könne. Die 52 anwesenden Bischöfe unterdem Vorsitze CyprianS verwarfen beide Maximen und bestimmten, daß erst »ach bestan-dener Buße die Gefallenen aufzunehmen seyen, die Zeit der Noth und Verfolgungausgenommen. Der Häretiker PrivatuS wurde vom Concil abgewiesen, sammeltedarauf einen Anhang uud wählte einen gewissen FortunatuS zu CyprianS Gegenbischof;da er sich aber mit seinen Anhängern, um über Cyprian zu klagen, an den Papstnach Rom wandte, wurde er ebenfalls abgewiesen.
Der Beschluß deS Concils von Carthago (25l) wurde bestätigt, und besondersauf den Kleruö angewendet, daß die Gefallenen aus dem Klerus zwar wieder auf-genommen, aber in den Laienstand versetzt und ihres geistlichen Amtes entkleidetwerden sollten.