Ausgabe 
14 (24.12.1854) 52
Seite
413
URN (Seite)
  
 
Einzelbild herunterladen

413

melten Väter schickten ihre Beschlüsse an den Papst DionysiuS nach Rom und an alleandere Bischöfe und theilten ihnen die Absetzung Pauls von Samosata und die Er-nennung deö DomnuS mit. Paul von Samosata weigerte sich zwar, seine Stelle demDomnuS einzuräumen, bis sich auch Kaiser Aurelian inS Mittel legte und befahl, daßderjenige den bischöflichen Stuhl inne haben sollte, welchen die Bischöfe von Italien ,besonders der Bischof von Rom desselben für würdig erklärt hätten, und so mußte derKetzer weichen.

»

Concilien des vierten christlichen Jahrhunderts.

Concil von Atuiinum in Afrika i. I. 304.Auf demselben wurden diejenigen, welche die heiligen Bücher den Ungläubigenauslieferten (Irsclitores), von ver Kirche ausgeschlossen.

Concil von Cirtha in Numidien i> I. 305.Dieses Concil hielten die Bischöse NumibienS, welche selbst meist Irsclitoregwaren und heilige Bücher und Gerüche den Heiden übergeben halten, und wähltenan die Stelle des verstorbenen Bischofs von Cirtha einen gewissen Paulus, ebenfallsTraditor, und suchten sich hier wegen ihres Verbrechens zu rechtfertigen. Diese Tra-diloren, besonders der Primas von Numidien , trugen später sehr viel bei, das Schismader Donatisten, welches der afrikanischen Kirche so großes Unheil gebracht hat, zubefördern.

Concil von Elvira i. I. 303 (305)*)Dieses Concil ist besonders wichtig wegen der verschiedenen Urtheile, welche so-wohl über die Zeit der Abhaltung desselben, als über die daselbst verfaßten Ccmonen,welche oft falsch verstanden wurden, gefällt worden ist. Die Strenge der Disciplinar-vorschriften veranlaßte Viele, die Väter dieses Concils für Novalianer auszugeben undselbst der gelehrte Bcllarmin wirft dem Concil Irrthümer vor; dagegen erhoben sichVertheidiger des Concils wie Mendoza, Anbespinc (Albaspina) , de Aguire undVaroninS, welche die Schmach des NovalianiömuS zurückweisen und darthun, wie daSConcil den Abtrünnigen, Traditvren und großen Sündern nur das Abendmahl, durch-aus nicht die Buße und Aussöhnung auf dem Todbette verweigere, zu welcher Strengesich die Väter durch die damaligen Verhältnisse veranlaß? sahen, dieses liegt auch inden verschiedenen Graden der Ercommnnication selbst. Cs ist dieses das erste spanischeConcil, welches wir kennen und bestand aus 19 Bischöfen, unter denen der berühmte^osins von C^rdova, die Bischöfe von Sevilla, Eivira, Merida, Saragossa , Toledou. s. w>; bei den Bischöfen saßen 26 Priester und daneben standen die Diaconen unddas anwesende Volk. Tic 8t dem Concil zugeschriebenen Äußcanones sind ein ehr-würdiges Zeugniß der strengen Disciplin des christlichen Alterthums.

t. Wer nach Empfang der heiligen Taufe noch heidnische Tempel besucht und daopfert, sey, wenn e>r bei reifem Verstände ist, selbst auf dem Todbette ercommunicirt. **)

2. Heidnische Priester, welche sich tanfen ließen, darnach aber wieder demGötzendienst sich zuwenden und die Opfer besorgen, verfallen derselben Strafe.

3. Wenn dieselben nicht geopfert, svndern nur Feierlichkeiten veranstaltet haben,so sey ihnen die Communion in der Todesgefahr gestattet, wenn sie cauvnische Bußegethan und darnach sich nicht fleischlich versündigt haben.

4. Dieselben können nach dreijährigem Mtechnmenat zur heiligen Taufe gelassenwerden, wenn sie sich während dieser Zeit von den Opfern enthielten.

Bis hichcr sind die Nachrichten über die Concilien höchst mangelhaft uns unvollständig, esrostet oft Mühe, nur den Ort und die Zeit herauözufinvcn, wo und wann einzelne Sunoven gehaltenwurden.

Das Wort communio wurde in vielfacher Bedeutung genommen. 1. Antheil am Gebeteder Gläubigen. L. Die Gemeinschaft der einzelnen christlichen Kirchcn. 3. Aussöhnung mit Gott undder Kirche durch die sacramentale LoSsprcchung. 4. Der Empfang der Eucharistie.