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Erste Jahreshälfte.
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Poftzeitnng.
Februar 1845.
Aus dem Hirtenbrief, welcher der Er;bischof Cvadjutor Joh.v. Gcisscl bei Gelegenheit der diesjährigen Fastenzeit erlassen,entnehmen wir nachstehende Schlußstcllen:
Wachet, stehet fest, und seyd stark, geliebte Diöcesa-ncn! — Im Schvosze unsrer hl. Kirche durch die Taufe deinHerrn wiedergeboren, und durch sie zur Wahrheit und zum Lichtedes Evangeliums geführt, seyd Ihr Bckcnner desselben katholischen Glaubens geworden, welchen sie aus allen Verfolgungen und Prü-fungen gerettet hat, damit auch Ihr in diesem Glauben geprüftund bewahrt werdet und als Kinder der streitenden Kirche mit ihrund durch sie im heiligen Streite besteht. Darum seyd standhaftund bewahret die Ueberlieferungen, die sie Euch gelehrt hat. Strei-tet in ihr einen guten Streit und bekennet mit ihr ein gutes Bekenntnißvor allen Zeugen. Wenn auch Einige unter Euch sind, welche Euchverwirren möchten, lasset Euch nicht erschrecken und von Niemandirre führen zu einem andern Evangelium, da cs doch kein andresgibt. — Wer auch könnte uns den reichen Segen gewahren, denunsere hl. Kirche uns spendet, und was immer könnte u»S gebo-ten werden, was wir in ihr nicht schon besaßen? Unsere katholi-sche Kirche ist kein willkürlich ersonnenes Menschcnwerk, sie ist nichtein von Menschen zusammengetragenes, von irdischen Händen erho-benes Gebäude, sondern sie ist, vom Heilande selbst gegründet aufdem Ecksteine Jesus Christus und auf dem Fundamente der Apo-stel und Propheten, ein Bau Gottes zur Vollendung der Heiligen.Unsere katholische Kirche ist das unmittelbarste Werk Gottes. Vonseinem Munde empfing sie alle Wahrheit ihres Glaubens, und ausseinen göttlichen Händen überkam sie den Schatz seiner Erbarmun-gcn in den heiligen Sacramcnten. Von ihm selbst ist sie zurLehrerin und Gnadenspcndcrin bestellt, und darum hat er ihr „Leh-rer und Hirten gesetzt, damit wir alle durch sie zur Einheit desGlaubens gelangen und nicht, wie Kinder, gleich den wogendenMcereSwellen, vom Winde jeder Lehre, wie sie der MenschenAberwitz und trügerische Arglist zur Bestückung im Irrthum erfin-det, umhcrgetriebcn werden." In Einem Glauben und in EinerTauft sollte Ein Hirt und Eine Hecrde seyn; darum hat er unterden seiner Kirche gegebenen Hirten den Einen — Simon, desJonas Sohn —, welcher ihn mehr als alle andern liebte, vor
allen andern berufen, seine Lämmer und seine Schafe zu wcivcn,und ihn zum allgemeinen und obersten Hirten seiner ganzen Hecrdegesetzt, hat ihm die Schlüssel des Himmelreichs verliehen, damitalles, was er aus Erden binden nnd lösen werde, auch im Him-mel gebunden und gelösct sey, hat selbst sür ihn gebetet, daß seinGlaube nicht wanke und er, dermaleinst zurückgekehrt, seine Brü-der bestärke, und hat ihn zum Felsen ausgerüstet und auf diesenFelsen seine Kirche gebaut, damit die Pforten der Hölle sie nichtüberwältigen. Und des Herrn göttliche Anordnung hat sich durchalle Jahrhunderte bewahrt. Wie auch der Zeiten Stürme daherwogten und in scindlichcm Anstreben den Felsen zerschlugen, seinFundament blieb unerschüttert und die von ihm getragene Kircheunüberwältigt gegen alle Höllenpfortcn. Wie der Eine Glaubeund die Eine Taufe, so blieb allwcg auch in der Einen Hecrde dermit der Schlüsselgewalt betraute Eine oberste Hirt, der FelftnmannPetrus, dem der Herr die Hirtenvbsorge für die ganze Weltübertragen hatte, in seinen Nachfolgern, den Bischöfen von Rom.In der ewigen Stadt saßen sie in ununterbrochener Reihenfolgeauf dem Stuhle des Apvstclfürstcn Petrus , weideten die Lämmerund die Schafe, wahrten deö Glaubens heiligen Schatz uud derSacramcntc lebendigen Gnadcnbruuncn, und sandten ihre, durchdie Handauflegung ausgerüsteten Boten in alle Länder, die Lehredes Kreuzes zu verkünden. Die Bischöfe von Rom lenkten dasSchiff der Kirche durch den Zeitstrom der Jahrhunderte, uud inihnen lebte und wirkte Petrus; Petrus steuerte in ihnen, Petrus lehrte in ihnen, PetruS richtete in ihnen, Petrus sprach aus ihnen.Der Fclscnmann blieb in der Kirche von Rom. Von der Kirchezn Rom ging alle christliche Einheit aus, und von ihrem Bischöfe,dem Nachfolger des hl. Petrus, zog sich die ununterbrochene Ketteder apostolischen Weihe in den Bischöfen und Priestern durch alleKirchen zu der einen christkatholischcn Gemeinschaft. Die Kirchevon Rom wurde der christlichen Welt Haupt- und Muttcrkirchc,der gcmciusame Mittclvunct des Glaubens, mit der alle wegenihrer mächtigeren Vorzüglichkcit übereinkommen müssen. Die Kirchevon Rom wurde und blieb die Vorkämpfer!» im hl. Streite derPrüfung nnd Bewährung durch den Glauben, den sie nicht crsand,sondern ihn, wie sie ihn vom Herrn erhalten, als heiliges Erb-thcil überlieferte, und sie wurde und blieb die Spenderin der hl.Sacramcnte, die sie nicht einsetzte, sondern sie, wie sie solche von