laugnet ihn, der Irrglaube bekämpft ihn, der Stolz verachtet ihn,die Selbstsucht lehnt sich gegen ihn auf, die Lauheit weiset ihnvon sich ab, die Befangenheit miszkennt ihn, die Unwissenheit ent-stellt ihn, und die Leidenschaft schmäht und lästert ihn; und wieder Glaube angefeindet wird, so auch seine Bewahren», unserehl. katholische Kirche . Aber wenn sie auch leidet, so wird siedennoch nicht zu Schanden; denn sie weiß, an wen sie glaubt,und sie halt fest an der Ueberzeugung, daß der, an den sieglaubt, Macht hat, ihre» Glauben zu wahren bis zu jenen Tagen.So haltet denn auch Ihr fest an dieser Ueberzeugung und streitetund leidet mit ihr, denn auch Ihr wisset ja, an wen Ihr mitihr glaubet. Wenn auch Einige unter Euch sind, welche Euchverwirren mochten und das Evangelium Christi verkehren, lassetEuch von Niemand irre führen. Snt achtzchnhundert Jahren warder Herr bei seiner Kirche, und er ist es auch heute noch, wieimmer, dessen seyd in freudigem Vertrauen gewiß. Wenn auchManche wider sie ankämpfen und mit allerlei Arglist und Kunst-griffen ihren Glauben verhüllen, lasset Euch nicht erschrecken, siebewahret immer noch die ganze Gotteskraft des ungefärbten Glau-bens zum Siege über die Welt. Und sehet Ihr sie auch dieKirche bekämpfen und ihren Felsen anfeinden, lasset Euch das Herznicht bange werden, der Fels steht fest und unerschütterlich dieKirche auf ihm, und nimmermehr sollen die Pforten der Hölle sieüberwältigen. Und höret Ihr auch die Winde brausen und sehetdie Wellen erzürnt sich auflhürmen und ihre schäumenden Wasseran das Schiff der Kirche schlagen, seit getrosten Muthes, derHerr ist im Schiffe, und er schläft nicht. Wenn es auch scheinenmöchte, die Wuth der Winde und Wogen würden das Schiff zer-schellen; der Herr schläft nicht, und er wird den Winden undWogen Stille gebieten, wenn cö ihm gefällt. Wenn er ihnenauch in ohnmächtigem Zorne zu toben erlaubt, so ist ja eben dasfeine große Heilsordnung, daß er auch solches zuläßt, was ihrfeindlich widerstrebt; aber es muß dennoch zuletzt Alles dahin aus-schlagcn, seine göttliche Absicht zu befördern, damit uns darausseine Macht und Größe nur um so deutlicher sichtbar werde. Erläßt es zu, daß sein Glaube und seine Kirche angefochten werden,damit auss Neue ihre Gotteskrast sich offenbare, und damit, wiedie früheren, so auch dieses Geschlecht wiederum erkennen lerne,daß der Herr selbst sie auf dem Felsen behüte und alle Macht derHölle nichts wider sie vermöge. Er läßt seine streitende Kirchegeprüft werden und Euch mit ihr, damit auch Ihr in ihr undmit ihr bestehet. Aus der Prüfung nur erwächst ja die Bewäh-rung; der Streit nur führt zum Siege, und der Sieg allein ge-winnt die Krone.
So gewinnt denn die Krone in und mit der heiligen Kirche,geliebte Diöccsanen; so streitet denn mit ihr in gutemStreite, damit Eure Bewährung offenbar werde. Ziehet an dieRüstung Gottes, damit Ihr am bösen Tage widerstehen uud inAllem unerschütterlich aushalten könnet; denn wir haben nicht bloßzu streiten wider Fleisch nnd Blut, sondern auch Wider die Mächteund Gewalten, die jetzt wirksam sind in den Kindern des Unglau-bens. Darum stehet fest, Eure Lenden umgürtet mit Wahrheitund angethan mit dem Panzer der Gerechtigkeit, strcitesfreudigund leidensmuthig für das Evangelium des Friedens. Ergreifetden Schild des Glaubens, au welchem alle feurigen Pfeile ab-prallen, und nehmet den Helm des Heiles und das Schwert desGeistes, das Wort Gottes in seiner Kirche. — Die heilige Kircherufet Euch i» ihre Kampfcsrcihen, und wenn sie auch mit demPropheten nicht aufhört zu rufen, so hebt sie nun besonders indiesen bevorstehenden Tagen ihre Stimme, gleich der Posaune,
und rufet ihre Getreuen. Die heilige Zeit, die Zeit der vierzig--teigigen Fasten, kehret wieder, und mit ihr kommen die gvttgcwcih-tcn Tage der Sclbstkcnntniß und Abtödtung, der Betrachtung unddes Gebetes, der Buße und Besserung, des erneuerte» Glaubens,der vermehrten Hoffnung und der gesteigerte» Liebe. Die Kircheruft — wohlan denn — so höret ihre Stimme und reibet Euchunter ihre Fahne! Wachet, stehet scst, handelt männlich undseyd stark! — Mit verdoppeltem Eifer verkünden ihre Priester indiesen Tagen vom heiligen Lchrstuhlc den von ihr in allen Jahr-hunderten lauter und unversehrt bewahrten katholischen Glaube»;so kommet denn, kommt und vrrnehmet mit erneuerter Bereitwil-ligkeit die hohen Lehren, die der Herr ihrer unfehlbaren Obhutanvertraut hat. Mit vermehrter Hirtc-isorge öffnen ihre Priesterden Gnavcnbrunnen der Kirche und bieten Euch in den Sacra-mcntcn der Buße und des Altars die Schätze der ErbarmuugcnGottes; so kommet, kommt und schöpfet daraus das ewige Le-ben! — Ihr Furchtsamen und Kleingläubigen, die Ihr bangetfür die Kirche und ihren katholischen Glauben, uud besorgt seyd,sie werde wanken und erliegen unter den Anfeindungen undSchmähungen dieser schlimme» Zeit: kommet, kommt uud schöpfetEuch Muth und Trost in ihrem Gottvcrtrancn, ihrer Strcitcsfrcu-digkeit und ihrem Leidcnsmuthc, und lernet bei ihr, daß ihrGlaube hoch erhaben ist über alle Anfeindung und Schmähung,und daß sie selbst, auf den Felsen gebaut, unerschütterlich feststeht gegen alle Höllenpforten. Ihr Lauen und Wankenden, dieIhr den verführerischen Worten und Zweifeln eitler Wcltwcishcit,welche nur niederreißen kann, aber zum Aufbauen ohnmächtig ist,Ench zuneiget, und den Lehrern nachhänget, die die Ohren kitzeln,kommet, kommt und lernet von der Kirche, welche die Lehre unddie Sacramcnte unmittelbar vom Herrn selbst erhalten hat, diewahre Weisheit, die Wissenschaft des Heils, das Licht, welchesin die Finsterniß leuchtet, und den Weg zur Wahrheit uud zumLeben, und holet Euch Muth und Sündhaftigkeit, bei den Ueber-lieferungen, die sie Euch gelehrt hat, in gläubiger Anhänglich-keit zu beharren. Ihr Starken und Getreuen aber, die IhrEurem katholischen Glauben und Eurer Kirche mit aufrichtigemHerzen anhänget und mit Her; und Mund sie bekennet, kommetauch Ihr, kommt und holet Euch neue Freudigkeit, zu streitenund zu leiden mit ihr, holet Euch gesteigerte Siegeszuversicht undvermehrte Gewißheit, daß der Herr mit seiner Kirche ist und daßsie auf dem Felsen unüberwindlich besteht bis anö Ende der Zei-ten. Kommet, kommt Ihr alle, die ihr durch die eine Taufe indem einen Glauben zu einem Leibe der katholischen Kirche einge-baut seyd, kommt und holet Euch in ihr Entsündigung und Hei-ligung, Erleuchtung und Erhebung, Beharrlichkeit und Stärke,Trost nnd Zuversicht zur Prüfung und Bewährung, zu einemgottgefälligen Leben und einem seligen Sterben in Glauben, Hoff-nung und Liebe. Bekennet Euch laut und offen zu der einen,heiligen, apostolischen kathol. Kirche, hallet unerschütterlich fest an demFelsen, auf den der Herr sie gebaut, und bekennet furchtlos undohne Wanken ihren heiligen Glauben in Wort und Wandel, inGesinnung und That. Wachet, handelt männlich und seyd stark,und machet Enren Glauben lebendig durch des Glaubens Werke,durch die Früchte des Geistes, die da sind: Liebe, Freude, Friede,Geduld, Freundlichkeit, Güte, Langmuth, Milde, Bescheidenheit,Enthaltsamkeit und Keuschheit. Diese Früchte bringet und bewei-set Euch so als die wahren Bekenncr unseres katholischen Glaubens undunserer heiligen Kirche, als die ächten und rechte» Katholiken — inTreue und inniger Ergebung gegen Gott, in T: cuc und fester Anhäng-lichkeit an Euren Glauben und Eure katholische Kirche , in Treue und