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AugSburger
Ppftzeitung.
Erste Jahreshälfte.
1«. März R845..... ....... t
Die Mission der PP. Redemptoristen in Dingolfing vom 6. - 14. Jan. 1845.
-j Die gnadenvollen Tage unserer hl. Mission sind in schön-ster Ordnung und Nuhe und nicht ohne heilsamen Erfolg vorüber-gegangen; denn der Zweck der Mission wurde bei Allen, die einesguten Willens sind, auf's Vollkommenste erreicht.
Der Zweck der Mission ist kein anderer, als die Fortsetzungder Sendung des Sohnes Gottes zum Heile der Menschen. „Wiemich der Vater gesendet hat, so sende ich euch", sprach Jesus zu seinen Aposteln und in ihnen zu allen ihren rechtmäßigen Nach-folgern bis an'S Ende der Zeiten.
Und wie Er gekommen ist, zu suchen und selig zu machen,was verloren war: so kommen noch jetzt die Missions «Priester,mit wahrem Seeleneifer aufzusuchen Alle, die auf den verschiede-nen Ab- und Irrwegen der Welt und der Sünde ohne Trost undohne Frieden wie Schafe ohne Hirten umherlaufen, um sie Christodem guten Hirten zuzuführen, auf daß er sie tröste und beruhige,sie heilige und beselige.
Durch häusige und erschütternde Predigten über die ewigenHeilswahrhciten den Sünder aus seinem Sündenschlafe aufzuwecken,ihm das Sündenelend und den schauerlichen Abgrund, der sichunter seinen Füßen öffnet, lebendig vorzustellen, den Aufgewecktenund von Neue Zerschlagenen an der Hand der Gnade in die Armeder göttlichen Barmherzigkeit hinzuführen, und da wieder Trostund Frieden für seine Seele zu finden, und ihn so — gereinigtim Blute des wahren Gotteslammes und gestärkt mit dem Brodedes Lebens, ganz erneuert in Christo Jesu und zu hohem Ernstdes Lebens begeistert — dem um seine theuere Gemeinde besorg-ten ordentlichen Seelsorger wieder zurückzugeben, — das, undnur das ist das erhabene Ziel, welches sich die Missions-Priestergesetzt, und das sie unablässig im Auge mit Feuereifer verfolgen.
Und haben sie dieses schöne Ziel hier auch erreicht in jenensechs Tage», wo ihrer 8 an der Zahl Alle, rechte und schlechte,von dem Markte der Welt und des Lebens ausgegriffen und indie Einsamkeit führten, um da zu ihren Herzen zu reden?
Ich antworte: Ja. Denn Alle, die hier zugegen warenund die Mission nicht blos; körperlich, sondern auch geistig mitge-
macht haben, können allen jenen, die hierüber Aufschluß verlangen,die nämliche Antwort geben, die einst JcsuS den Jüngern Jo-hcmnis in der Wüste gab: „Gehet hin und verkündiget demJohannes, waö ihr gehört und gesehen habt. Die Blinden sehen,die Lahmen gehen, die Aussätzigen werden gereiniget, die Taubenhören, die Todten stehen auf und den Armen wird das Evange-lium verkündet. Und selig, wer sich an mir nicht ärgert."Matth . 11, 4. 5.
Die vor der Mission, weil blind am Geiste, ihre Bestim-mung und ihr Sündenelend nicht erkannten und fühlten, erkennenund fühlen es nun, daß dieß unsere Bestimmung — unsere Hei-ligung, und daß Jesus allein hiczu der Weg, die Wahrheit unddas Leben sey und außer Ihm kein Heil.
Die vorher lahm waren, wenn es den pfarrlichcn Gottes-dienst zu besuchen oder vor dem Allcrhciligstcn die Kniee zu beu-gen galt, schämen sich jetzt nicht, ihre vorige Untreue im DiensteGottes und ihre Entehrungen des hochwürdigstcn Gutes vor demim hochheiligen Sacramente verborgenen Gottmenschen kniecnd zubereuen und abzubitten und vor dem Bußkrcuze ihre frühern Ver-irrungcn fußfällig zu beweinen.
Die vorher am Sündcnaussatze der Seele litten, sind nundurch das Blut- und Thränenbad der Buße wieder gereinigetworden.
Die vorher taub für das Wort Gottes aus dem Mundeihrer ordentlichen Seelsorger und für die Stimme ihres Gewissenswaren, fühlen nun die Wahrheit des Auöspruchcs Jesu: „Selig,die Gottes Wort hören und cS befolgen."
Die vorher todt — durch ihre schweren Sünden Gott undseinem heiligen Dienste abgestorben waren, sind nun durch Den,Der da ist die Auferstehung und das Leben, wieder zum Lebenaus Gott erweckt und geistig erneuert worvcn.
Und Alle, die arm am Geiste aber reich an Glaube undchristlicher Einfalt sind, haben vernommen jene frohe Botschaft desHimmels, die da Kraft und Macht hat selig zu machen Alle, diedaran glauben.
Ja, selig auch, wer sich an der Mission und den Missions-Priestern nicht ärgert und an sich selber die Erfahrung macht,daß sie aus Gott sey und also auch in und mit Gott wirket.Dem da allein sey Ehre, Dank und Preis dafür in Ewigkeit.